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Terrorverdächtige werden ausgewiesen

Die Tessiner Kantonspolizei hat zwei asylsuchende Tunesier festgenommen. Sie werden verdächtigt, Verbindungen zum Messerattentäter von Marseille zu haben.

Zwei Tunesier verhaftet: Das Empfangs- und Verfahrenszentrum in Chiasso.
Zwei Tunesier verhaftet: Das Empfangs- und Verfahrenszentrum in Chiasso.
Karl Mathis, Keystone
Die Festnahme steht mit dem Messerangriff in Marseille in Zusammenhang: Menschen fliehen aus dem Bahnhofsgebäude. (1. Oktober 2017)
Die Festnahme steht mit dem Messerangriff in Marseille in Zusammenhang: Menschen fliehen aus dem Bahnhofsgebäude. (1. Oktober 2017)
Stan Marcelja/EPA
Das verhaftete Paar wird in Auslieferungshaft genommen. Kantons- und Bundesbehörden arbeiten eng zusammen.
Das verhaftete Paar wird in Auslieferungshaft genommen. Kantons- und Bundesbehörden arbeiten eng zusammen.
Claude Paris/AP
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Ein am Sonntagabend im Tessin verhaftetes Paar wird nach Tunesien ausgewiesen. Das sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei (fedpol) der Nachrichtenagentur sda. Die beiden gefährden laut fedpol die innere Sicherheit der Schweiz. Der Mann ist ein Bruder des mutmasslichen Marseille-Attentäters.

Zudem ist er ausländischen Polizeibehörden bekannt wegen seiner Verbindungen zu jihadistischen Terrororganisationen, wie das fedpol am Dienstagnachmittag weiter mitteilte. Seine Rolle am Messer-Attentat von Marseille mit zwei Opfern ist – sofern es eine gibt – den Angaben zufolge unklar.

Die fedpol-Massnahmen sind verwaltungspolizeilicher Natur und stützen sich auf das Ausländergesetz. Das Paar wird in Auslieferungshaft genommen. Kantons- und Bundesbehörden arbeiten eng zusammen. Die Verhaftung der beiden in der Empfangsstelle Chiasso erfolgte auf einen Haftbefehl des fedpol.

Marseille-Angreifer von Soldaten erschossen

In Marseille hatte am 1. Oktober ein 29-jähriger Tunesier zwei Frauen unter «Allahu Akbar»-Rufen tödlich verletzt. Er wurde von Soldaten erschossen. Am vergangenen Freitag sind in Tunesien ein Bruder und eine Schwester des Täters festgenommen worden. Sie wurden von Anti-Terror-Ermittlern befragt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Angriff für sich reklamiert. Nach Angaben der französischen Ermittler deutete zunächst nichts darauf hin, dass der Täter Verbindungen zu islamistischen Gruppierungen hatte. Allerdings war in Italien ein weiterer Bruder des 29-Jährigen festgenommen worden. Dieser Bruder habe in Syrien und im Irak gekämpft, er habe «militärische Erfahrung», sagte der Chef der italienischen Anti-Terror-Polizei.

SDA/fur

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