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Tausende trauern um Unfallopfer von Schweden

In Frutigen nehmen mehrere Tausend Personen von den sechs jungen Männern Abschied, die auf dem Heimweg aus den Ferien ihr Leben verloren haben.

Die Trauergemeinde versammelte sich in Frutigen in der Widi-Halle. (30. Januar 2019) Video: SDA

An einer emotionalen Trauerfeier haben mehrere Tausend Personen am Mittwoch in Frutigen Abschied von den sechs Todesopfern eines Autounglücks in Nordschweden genommen. Die sechs Todesopfer stammten mehrheitlich aus Adelboden.

Die Tragödie von Mitte Januar erschütterte das Berner Oberländer Dorf zutiefst. Wegen der vielen Trauergäste musste die Abdankung in die Frutiger Wydi-Halle verlegt werden, denn in Adelboden stand keine so grosse Lokalität zur Verfügung.

In der liebe- und würdevollen Abdankungsfeier erinnerten sich Angehörige und Bekannte der Verstorbenen an die sechs jungen Männer. Immer zu zweit traten sie ans Mikrofon und erzählten aus dem Leben der Verstorbenen, allesamt lebensfrohe, junge Männer, die gerne in der Natur waren, Humor hatten und zum Glauben gefunden hatten. Die Verstorbenen waren in freikirchlichen Kreisen engagiert.

«Bis bald ...»

In all den Erinnerungen von Freunden und Angehörigen schwang die Hoffnung und auch das Vertrauen mit, dass die Verstorbenen nun bei Gott seien und es im Himmel ein Wiedersehen geben werde. «Bis glyy», verabschiedete sich jemand von einem Angehörigen und Freund.

Der Berner Regierungsrat Pierre-Alain Schnegg, selbst Mitglied der Gemeinde für Christus (ehemals Brüdergemeinde), wandte sich an die Trauergemeinde. «Möge Gott der Allmächtige unser Tröster und unsere Zuflucht sein», sprach der Magistrat der Trauergemeinde Mut zu.

Auf Adlers Flügeln

Vor dem Saal waren auf Stelen Fotos der sechs Todesopfer zu sehen, beleuchtet von vielen Kerzen. Ein grosses Holzkreuz überstrahlte die Szene. Im Innern des Saals intonierte der Allianz-Chor Adelboden das Lied «Getragen auf Adlers Flügeln bis hinein in die Ewigkeit».

Über dem Chor wurde dazu ein Foto der sechs jungen Männer projiziert. Es zeigte sie lebensfroh auf ihrer Reise zu den Polarlichtern, die am 12. Januar so tragisch endete.

Die «Jungs» seien lebensfroh und abenteuerlustig gewesen. Die Lapplandreise habe ihnen Kraft gegeben, sagte Prediger Jürg Hostettler. Er sprach von gelebter Jüngerschaft, welche die Freunde gepflegt hätten. Die jungen Männer, mit ihren zum Teil wilden Hobbys, Macken und Ecken, zeugten von einem farbigen, lebendigen und mutigen Christentum in einer Zeit, wo der christliche Glaube oft als grau und traurig beschrieben werde.

Gute Momente im Leid

In all dem Leid habe es auch gute Momente gegeben, führte Hostettler aus und sprach vom Zusammenstehen mit den Angehörigen der Opfer und von der kirchenübergreifenden Zusammenarbeit, die im Hinblick auf die Trauerfeier zustande kam.

Nach der Trauerfeier wurde im Saal ein Apéro gereicht. So gebe es noch Raum und Zeit, um gemeinsam zu plaudern, sich zu erinnern oder zu beten, sagte Hostettler.

Die jungen Männer kamen in der Nacht des 12. Januar bei einem Autounfall in Nordschweden, in der Nähe von Kiruna, ums Leben. Die Gruppe war in einem Kleinbus unterwegs, der in einer Kurve mit einem entgegenkommenden Lastwagen frontal zusammenstiess. Von den sieben Personen im Kleinbus kamen sechs ums Leben, eine überlebte verletzt.

SDA/oli

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