Zum Hauptinhalt springen

Nur noch zwei Junge pro Auto

Weil Gruppen junger Männer oft verunfallen, schlägt die BfU vor, dass junge Neulenker nur einen jungen Mitfahrer haben dürfen.

In der Schweiz verletzten sich laut der BfU pro Jahr ungefähr 40 der 15- bis 24-Jährigen als Passagiere eines jungen Neulenkenden schwer.
In der Schweiz verletzten sich laut der BfU pro Jahr ungefähr 40 der 15- bis 24-Jährigen als Passagiere eines jungen Neulenkenden schwer.
Gaetan Bally, Keystone

Eine Analyse der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) kommt zum Schluss, dass junge Autolenker besonders dann riskant fahren, wenn viele junge Passagiere an Bord sind. Gerade risikofreudige Männergruppen stellten eine gefährliche Konstellation dar. In der Schweiz verletzen sich laut BfU pro Jahr rund 40 der 15- bis 24-Jährigen als Passagiere eines jungen Neulenkenden schwer. Vier würden getötet.

«Man kann sich das so vorstellen: Vier Jungs fahren mit dem Auto in den Club. Vor einer Kurve fordert einer den Fahrer heraus: ‹Die Kurve schaffst du nie mit 70 Stundenkilometern!› Der Fahrer lässt das nicht auf sich sitzen, fährt schnell und riskiert so einen Unfall», sagt BfU-Sprecher Nicolas Kessler zu 20 Minuten. «Oder einer zeigt ein Video im Auto herum, auch der Fahrer ist abgelenkt. Auch hier steigt das Unfallrisiko.»

In den USA gang und gäbe

Die BfU schlägt darum vor, dass bei Junglenkern nur noch ein weiterer junger Passagier im Auto sitzen darf. «Auf gesetzlicher Ebene wären Passagierrestriktionen denkbar, so wie es die Europäische Kommission zur Senkung des Unfallrisikos für junge Fahrer vorschlägt», heisst es in der Analyse. Die EU schlägt zudem ein Nachtfahrverbot für Junglenker vor.

In verschiedenen Ländern ausserhalb Europas seien solche Regelungen bereits in Kraft, in den USA etwa dürfen in den meisten Staaten Neulenker bis 18 Jahre nicht mehr als einen jungen Mitfahrer mitführen. Die Wirksamkeit dieser Massnahme konnte laut BfU in verschiedenen Studien in Australien und den USA nachgewiesen werden.

«Jungen Leuten nicht alles verbieten»

Michael Töngi, Nationalrat der Grünen, findet den Vorschlag der BfU prüfenswert: «Es ist bekannt, dass Junglenker mehr Unfälle haben, vor allem wenn sich Fahrer und Mitfahrer negativ beeinflussen.» Skeptisch sei er allerdings, weil es grundsätzlich sinnvoll sei, dass mehrere Personen ein Auto benützten. Und die Massnahme nütze nichts, wenn gleichzeitig etwa das Mindestalter für den Lernfahrausweis auf 17 Jahre gesenkt werde, wie dies der Bundesrat wolle.

«Das kommt überhaupt nicht infrage», sagt hingegen SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. «Man kann den jungen Leuten doch nicht alles verbieten.» Stattdessen solle die BfU auf Prävention setzen. «Ich bin dafür, dass die Eigenverantwortung am Steuer gestärkt wird. Diese Verbotspolitik ist kontraproduktiv.» Auch sei ein solches Verbot nicht praxistauglich: «Was, wenn ein Junglenker seine verletzten Kollegen möglichst schnell ins Spital bringen will und sich dann strafbar macht?» Ein solches Verbot würde beim Volk keinen Anklang finden. Dessen ist sich auch die BfU bewusst: «Gesellschaftlich und politisch würde diese Massnahme vermutlich auf wenig Akzeptanz stossen», heisst es im Bericht.

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch