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NDB soll Daniel M. 28'000 Euro gezahlt haben

Der mutmassliche Schweizer Spion hat vor dem Richter in Frankfurt ausgepackt. Er nannte Namen und Zahlen.

Der Spion kommt frei: Am 9. November verkündet das Gericht in Frankfurt sein Urteil: 22 Monate auf Bewährung.
Der Spion kommt frei: Am 9. November verkündet das Gericht in Frankfurt sein Urteil: 22 Monate auf Bewährung.
Armando Babani, Keystone
Staatsanwaltschaft und Verteidigung trugen ihre Plädoyers vor: Daniel M. (r.) vor Gericht in Frankfurt. (2. November 2017)
Staatsanwaltschaft und Verteidigung trugen ihre Plädoyers vor: Daniel M. (r.) vor Gericht in Frankfurt. (2. November 2017)
Alexander Scheuber, Keystone
Er wusste von Daniel M.s Engagement: Ueli Maurer an der Sondersession im Nationalrat. (4 Mai 2017)
Er wusste von Daniel M.s Engagement: Ueli Maurer an der Sondersession im Nationalrat. (4 Mai 2017)
Anthony Anex, Keystone
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Der mutmassliche Schweizer Spion, der in Frankfurt am Main in Deutschland wegen Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit vor Gericht steht, hat ein Geständnis abgelegt. Dabei nannte er auch Namen.

In einer von seiner Verteidigung verlesenen Erklärung gab der 54-jährige Angeklagte vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main zu, vom Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) umgerechnet 28'000 Euro für seine Tätigkeiten erhalten zu haben. Zudem nannte er die Namen seiner Auftraggeber bei dem Dienst.

«Patriotismus, Abenteuerlust, Gewinnstreben und Empörung»

Dem Schweizer wird zur Last gelegt, im Zusammenhang mit so genannten Steuer-CDs persönliche Daten dreier nordrhein-westfälischer Steuerfahnder beschafft und einen Maulwurf in der Finanzverwaltung platziert zu haben.

Vor Gericht liess der Beschuldigte erklären, er habe nicht mit krimineller Energie gehandelt. Seine Motivation seien «Patriotismus, Abenteuerlust, Gewinnstreben und Empörung» gewesen. Als früherer Polizist habe er lediglich strafbares Verhalten aufklären wollen. Er bereue nun, die Situation falsch eingeschätzt zu haben.

Am Donnerstagnachmittag wollte das Gericht noch einen Beamten des Bundeskriminalamts als einzigen Zeugen anhören. Der deutsche Geschäftspartner wird nicht als Zeuge geladen. Mit einem Urteil wird in einer Woche gerechnet. Dann käme M. nach einem halben Jahr Untersuchungshaft wieder frei. Er plant nach eigener Aussage bereits, wieder als Privatermittler in der Schweiz arbeiten.

SDA/woz

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