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Der folgenschwerste Angriff auf den Schweizer Bundesstaat

Schaffhausen gedenkt am 1. April der Opfer der US-Bombardierung von 1944. Bundesrätin Karin Keller-Sutter legt einen Kranz nieder.

Nicht die einzige Fehlbombardierung: Schaffhausen nach dem Angriff der US-Luftwaffe. (Video: SDA-Keystone)

Am 1. April 1944 warf die US-Luftwaffe irrtümlicherweise über der Stadt Schaffhausen fast 400 Bomben ab. 40 Menschen kamen ums Leben, über 100 wurden schwer verletzt. Die Stadt gedachte am Montag dieser Opfer. Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) und US-Botschafter Edward T. McMullen legten Kränze nieder.

Kurz vor 11 Uhr läuteten alle Kirchenglocken auf Stadtgebiet. Auf dem Waldfriedhof versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, um sich an die Tragödie von vor 75 Jahren zu erinnern. Es war der folgenschwerste Angriff auf das Land in der Geschichte des Schweizer Bundesstaates.

«Innert Sekunden brachen Unglück und Leid über unsere Bevölkerung hernieder» sagte der Schaffhauser Stadtrat Raphaël Rohner (FDP) am Montag. «Wir verneigen uns mit Respekt vor den Opfern und den schwer geprüften Angehörigen, verbunden mit dem Wunsch, es möge in Zukunft Friede auf dieser Welt einkehren.»

Zusammen mit Bundesrätin Karin-Keller-Sutter legte der Stadtrat bei der Gedenkstätte einen Kranz nieder. «Hoffen wir, dass sich nie wiederholt, was vor 75 Jahren geschah», schlug die Bundesrätin einen Bogen zur aktuellen Weltlage. Krisen und Spannungen in Europa könnten plötzlich auch die Schweiz betreffen. Davor schütze auch die Neutralität nicht. «Wir sind mitten in Europa», sagte sie.

USA bezahlten Wiedergutmachung

Einen zweiten Kranz legte US-Botschafter Edward T. McMullen bei der Gedenkstätte nieder und bekundete in seiner Ansprache sein Bedauern über die Vorfälle. Er betonte aber auch, dass die USA sofort Verantwortung übernommen und eine Untersuchung der Geschehnisse eingeleitet hätten.

Die Vereinigten Staaten hatten für den Wiederaufbau von Schaffhausen vier Millionen Dollar bezahlt und später weitere 14 Millionen Dollar an die Schweizer Regierung überwiesen für Schäden, die den Schweizern während des Krieges entstanden waren. Denn es war nicht bei der Fehlbombardierung von 1944 geblieben. Als im Februar 1945 ein Abgesandter des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelts an den Gräbern der Schaffhauser Bombenopfer einen Kranz niederlegte, wurde er Augenzeuge davon, wie amerikanische Flugzeuge Bomben auf Stein am Rhein, Neuhausen am Rheinfall und Rafz warfen.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung am Montag beteten die Anwesenden auf dem Waldfriedhof für die Opfer. Unter den Gästen befanden sich neben Vertretern von Kantons- und Stadtregierung auch Zeitzeugen – darunter solche, die bei der Bombardierung 1944 ihre nächsten Angehörigen verloren hatten.

SDA/fal

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