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Bekannter Anwalt umgebracht – Täter erschiesst sich selbst

Der 57-jährige Basler Medienanwalt Martin Wagner ist in seinem Haus in Rünenberg BL ermordet worden. Der Täter ist ein 39-jähriger Nachbar.

Staatsanwalt Pascal Pilet erläutert den Tathergang. Video: Tamedia/SDA

Die Polizei habe am Sonntagmorgen um 08.57 Uhr die Meldung erhalten, dass es mehrere Schüsse gegeben habe und ein Nachbarschaftsstreit im Gang sei, sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft Baselland am Sonntagnachmittag an einer Medienkonferenz.

Die Tat habe sich in der Villa Wagners abgespielt. Als die Polizei am Tatort eingetroffen sei, habe Wagner noch gelebt. Trotz eingeleiteter Erste-Hilfe-Massnahmen sei der 57-Jährige jedoch vor Ort verstorben. Der mutmassliche Täter, der in der Nachbarschaft wohnhaft gewesen war, sei beim Eintreffen der Polizei bereits tot gewesen.

Das Tatmotiv sei noch unklar, sei aber eher im privaten als im geschäftlichen Umfeld zu suchen. «Man kann davon ausgehen, dass sich Opfer und Täter gekannt haben», sagte Pascal Pilet von der Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Ermittlungen zur Klärung des Tathergangs wurden eingeleitet. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Angaben dazu machten die Behörden jedoch keine.

Wagner hinterlässt mehrere Kinder. Sie werden von einem Care-Team betreut.

Der Täter, der 39-jährige Schweizer Martin G., tötete sich gemäss ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft danach selbst.
Der Täter, der 39-jährige Schweizer Martin G., tötete sich gemäss ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft danach selbst.
Georgios Kefalas, Keystone
Das Motiv sei im privaten Umfeld zu suchen, teilt die Polizei mit.
Das Motiv sei im privaten Umfeld zu suchen, teilt die Polizei mit.
Georgios Kefalas, Keystone
Februar 2010 in Basel: An einer Pressekonferenz wirft Martin Wagner seinen Schatten auf die Projektion mit der Aufschrift «Basler Zeitung». Die «National Zeitung und Basler Nachrichten AG» wurde an den Tessiner Financier Tito Tettamanti und den Basler Medienanwalt Martin Wagner verkauft.
Februar 2010 in Basel: An einer Pressekonferenz wirft Martin Wagner seinen Schatten auf die Projektion mit der Aufschrift «Basler Zeitung». Die «National Zeitung und Basler Nachrichten AG» wurde an den Tessiner Financier Tito Tettamanti und den Basler Medienanwalt Martin Wagner verkauft.
Georgios Kefalas, Keystone
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Medienanwalt Wagner sorgte wiederholt für Schlagzeilen

Martin Wagner ist als Medienanwalt kein unbeschriebenes Blatt gewesen: Unter anderem hatte er bei der Übernahme der «Basler Zeitung» durch Christoph Blocher eine Rolle gespielt und 2017 für Investoren Ringier den «Blick» abkaufen wollen.

Der 1960 geborene Jurist Martin Wagner war gut vernetzt im Landkanton, etwa als Rechtskonsulent des Gewerbeverbands alias Wirtschaftskammer Baselland oder als Interessenvertreter für die Hauseigentümerschaft. 2011 kandidierte er auf der Baselbieter FDP-Liste erfolglos für den Nationalrat.

Der Schweizer Öffentlichkeit aufgefallen war Wagner 2010, als er für zehn Monate als Verleger der «Basler Zeitung» (BaZ) unter Hauptinvestor Tito Tettamanti fungierte. Dieses Duo setzte nach einem halben Jahr den Blocher-Intimus Markus Somm als Chefredaktor ein, was viel Wirbel um den «BaZ»-Kurswechsel auslöste.

Blocher trat dann 2011 offiziell als Geldgeber in Erscheinung. Für die BaZ war Wagner ab 2012 wie schon früher wieder als Konzernanwalt aktiv. Wagner war zudem bis 2011 Verwaltungsratspräsident der Weltwoche Verlags AG.

Übernahmeangebot für Blick-Gruppe

Im vergangenen März machte Wagner mit einem 200-Millionen-Übernahmeangebot für die Blick-Gruppe erneut landesweit von sich reden. Für welche Investoren er dabei auftrat, gab er selber nicht preis; Ringier ihrerseits – welche den Deal ablehnte – sprach von alt SVP-Nationalrat Walter Frey als Hauptinvestor hinter Wagner.

Wagner arbeitete ferner mit dem neuen Präsidenten des FC Basel, Bernhard Burgener seit Jahren eng zusammen: Bei der börsenkotierten Highlight Event and Entertainment AG war Burgener Präsident des Verwaltungsrats und Wagner Mitglied desselben. Highlight-Chef Burgener hatte sich unlängst im Machtkampf um die Filmgesellschaft Constantin mit dem ehemaligen Aufsichtsratschef, Dieter Hahn, durchgesetzt. Burgeners diskrete Gruppe mit Sitz in Pratteln BL vermarktet unter anderem den europäischen Fussballverband Uefa samt Champions League und den European Song Contest.

2011 hatte Wagner überdies via die Burgener-Firma Escor (Spielautomaten) dem Tamedia-Konzern die Sender TeleZüri, TeleBärn sowie die Radiosender Radio 24 (Zürich) und Capital FM (Bern) abkaufen wollen – erfolglos.

Ziel war dabei, einen gemeinsamen Werbemarktpool mit den elektronischen Basler Medien, etwa mit Telebasel, Radio Baslisk oder Radio Basel, einzurichten. Wagner war von 2007 bis 2010 Besitzer von Radio Basilisk.

SDA

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