Stadtzürcher haben beim Koch-Areal das letzte Wort

Private Überbauung oder gemeinnütziges Wohnen? Was bis 2023 auf dem zurzeit noch besetzten Koch-Areal entsteht, entscheidet das Volk.

Zukunft ist noch offen: Das seit mehreren Jahren besetzte Koch-Areal in Albisrieden. (4. Oktober 2016)

Zukunft ist noch offen: Das seit mehreren Jahren besetzte Koch-Areal in Albisrieden. (4. Oktober 2016) Bild: Str/Keystone

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Zwar ist das Koch-Areal in der Stadt Zürich noch besetzt. Aber 2023 soll das Areal umgestaltet sein - unter anderem mit Wohnungen. Für deren Bau hat das Stadtparlament heute die Weichen gestellt. Voraussichtlich im Juni muss sich noch das Volk dazu äussern - ebenso zur FDP-Initiative, die den Verkauf des Areals verlangt.

Auf dem rund 30'000 Quadratmeter grossen Areal sollen bis 2023 rund 350 preisgünstige Wohnungen, rund 16'200 Quadratmeter Nutzfläche für das Gewerbe und ein rund 13'200 Quadratmeter grosser, öffentlich zugänglicher Quartierpark entstehen. Das Areal wurde in drei Baufelder A, B und C und den Quartierpark unterteilt.

Am Mittwoch hat sich das Parlament nun mit den Wohnbaufeldern B und C beschäftigt, mit Abschweifungen zum Gesamtprojekt. Eine Mehrheit (SP, Grüne, AL, GLP, CVP) sagte schliesslich Ja zu Ausgaben von rund 42 Millionen Franken. Darüber muss auch noch das Volk abstimmen.

Konkret werden die Wohnbaufelder B (4700 Quadratmeter) und C (6850 Quadratmeter) vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen der Liegenschaftenverwaltung Zürich übertragen, damit sie anschliessend im Baurecht an die bereits bestimmten gemeinnützigen Bauträgerschaften abgegeben werden können. Für diese Vermögensübertragung per 1. Januar 2019 braucht es einen Objektkredit in der Höhe des aktuellen Buchwerts von 35 Millionen Franken.

Für die Projektierung der gemeinnützigen Wohnbauten bis zum Abschluss der Vorprojekte ist ein Projektierungskredit von knapp 7 Millionen Franken nötig im Sinne einer Eventualverpflichtung.

Votum über FDP-Initiative entscheidend

Die Genehmigung der Vermögensübertragung der beiden Wohnbaufelder vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen und die Genehmigung des Projektierungskredits für den gemeinnützigen Wohnungsbau stehen jedoch unter dem Vorbehalt, dass die FDP-Volksinitiative «Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal» an der Urne abgelehnt wird.

Die Initiative will die Stadt verpflichten, das Areal an einen privaten Bauherrn zu verkaufen. Dieser könne das Gelände ebenso gut überbauen wie die vorgesehenen Bauträger. Wie der Stadtrat lehnte am Mittwoch auch die Mehrheit des Parlaments die Initiative ab.

Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) zeigte sich überzeugt, dass die Initiative eine «massive Verzögerung» für die Bebauung des Areals bringt. Das vorliegende Projekt hingegen sei eine grosse Chance für Zürich und das betroffene Quartier Altstetten-Albisrieden. Es entstehe ein Stück Welt, das allen etwas bringe, schwärmte ein SP-Politiker.

Die FDP hingegen sprach von einer verfehlten Liegenschaftspolitik auf Kosten der Steuerzahler. Unterstützt wurde die Partei von der SVP. Die CVP sprach sich auch für die Initiative aus, «weil der Steuerzahler eine Wahl haben soll». Ein Rückzug der Initiative steht nicht zur Debatte, wie FDP-Parteipräsident Severin Pflüger der Nachrichtenagentur sda sagte.

Weitere Koch-Areal-Vorlagen folgen

Die Realisierung des Gewerbehauses (Baufeld A) sowie des öffentlichen Quartierparks mit der schützenswerten Kohlenlagerhalle erfolgt unabhängig vom gemeinnützigen Wohnungsbau. Diese Vorhaben sind daher Gegenstand von separaten Vorlagen. Die vom Amt für Hochbauten ermittelten ungefähren Baukosten für die Realisierung der gemeinnützigen Wohnbauten, des Gewerbehauses und des Quartierparks betragen laut stadträtlicher Vorlage total rund 220 Millionen Franken.

Die Stadt Zürich hat das Koch-Areal 2013 von der UBS für 70,2 Millionen Franken gekauft. Es ist derzeit besetzt. Bis zum geplanten Baustart im Jahr 2021 sollen die Besetzer bleiben, der Stadtrat lehnt Räumungen auf Vorrat ab. Lärmklagen, die 2016 für mediale und politische Aufregung sorgten, sind nach dem Erlass von Regeln zurückgegangen. (sep/sda)

Erstellt: 10.01.2018, 20:31 Uhr

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