Der nächste Prämienschock steht bevor

Der Schweizer Durchschnittshaushalt muss künftig mehr Geld für die Gesundheitskosten aufwenden. Für den Anstieg gibt es mehrere Treiber.

Der nächste Prämienschub kommt: Im Spitalbereich rechnet Santésuisse mit einem Kostenwachstum von bis zu fünf Prozent. (Video: Keystone-SDA)

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Die Atempause bei der Entwicklung der Krankenkassenprämien ist vorbei. Der Krankenkassenverband Santésuisse rechnet für das laufende und kommende Jahr mit einem Kostenwachstum von jeweils drei Prozent.

Im vergangenen Jahr war der Anstieg der Gesundheitskosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) mit einem Plus von einem Prozent im Vergleich zu den Vorjahren deutlich tiefer ausgefallen, wie es am Montag an einer Medienkonferenz von Santésuisse hiess. Wegen des befürchteten Anstiegs der Kosten brauche es nun «endlich griffige Gegenmassnahmen».

Das sind die Kostentreiber

Gemäss der Analyse von Santésuisse droht in mehreren Bereichen ein überdurchschnittlich starkes Wachstum: In der Physiotherapie erwartet Santésuisse wegen der Zunahme der Anzahl Physiotherapeuten und der Anzahl Behandlungen ein gleichbleibend hohes Wachstum von sechs Prozent.

Auch im Spitexbereich sei mit höheren Kosten zu rechnen. Statt in Pflegeheimen werden ältere Menschen vermehrt zu Hause betreut, deshalb werde hier ein Kostenwachstum von sechs Prozent erwartet.

Im Laborbereich sei der Trend ebenfalls «besorgniserregend». Weil medizinische Labordiagnostik immer zahlreicher durchgeführt werde, erwartet Santésuisse hier einen Kostenanstieg von fünf Prozent.

Für den ambulanten Spitalbereich werde für das laufende und das kommende Jahr mit einer Kostensteigerung von fünf Prozent gerechnet. Auch bei den Medikamenten sei in den kommenden zwei Jahren mit einem Kostenwachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen.

Medikamente zu teuer

Damit die Medikamentenpreise in der Schweiz endlich auf das Niveau des Auslandes gesenkt werden, brauche es einen jährlichen Preisvergleich mit dem Ausland für alle Medikamente.

Zudem sei die Einführung des Referenzpreissystems dringender denn je, weil Generika in der Schweiz noch immer doppelt so teuer sind wie im Ausland. Auch bei den Originalpräparaten gebe es Handlungsbedarf, denn auch hier seien die Preise deutlich höher als im Ausland. (red/sda)

Erstellt: 17.06.2019, 11:05 Uhr

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