Der Bundesrat zeigt seine Jodelkünste

Die Landesregierung befindet sich auf ihrem traditionellen «Schulreisli». Die Bevölkerung in der Zentralschweiz geniesst den hohen Besuch sichtlich.

In Schwyz kennt der Bundesrat kein Halten mehr und hält ein Jodelständchen – den Leuten gefällts. (Video: SDA)

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Der Bundesrat ist nach der letzten Sitzung vor der Sommerpause in die Zentralschweiz aufgebrochen. Die zweitägige Reise führte die Regierung zuerst nach Schwyz, wo sie den Bundesbrief begutachtete. Weiter geht es nach Uri und Nidwalden - erstmals mit einer Reise-App.

Nach der gemeinsamen Zugfahrt von Ostermundigen BE nach Schwyz kamen die Bundesrätinnen und Bundesräte am Donnerstag in den Genuss einer Führung im Bundesbriefmuseum durch dessen Direktorin. Das Museum hatte die Landesregierung in corpore letztmals 1941 besucht. Das Reiseprogramm stellte Bundespräsident Ueli Maurer zusammen.

Grund für den Abstecher in die Zentralschweiz sei zum einen, dass er bei seiner ersten Reise als Bundespräsident 2013 bereits in seinem Heimatkanton Zürich war, sagte Maurer. Zum andern hätten die drei Kantone, in denen der Bundesrat nun Halt macht, noch nie einen Bundesrat gestellt.

Der Besuch im Kanton Schwyz stehe unter dem Motto Schweizer Geschichte. Bundesrat Ignazio Cassis, der bereits am Sonntag in der Zentralschweiz an der Schlachtfeier in Sempach weilte, sagte nach dem Besuch im Bundesbriefmuseum gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, man befinde sich heute in einer «intelligenten Phase» und wisse Mythos und Geschichte voneinander zu trennen.

Ab nach Andermatt

Das Programm der Reise habe die Regierung erst am Vortag erhalten, eine Woche vor dem traditionellen Ausflug gebe der Bundespräsident jeweils den Dresscode bekannt. Die kommenden zwei Tage seien durchgetaktet, sagte der Aussenminister und zückte sein Smartphone, um darauf eine App zu zeigen, die von den Mediamatiker-Lehrlingen speziell für die Reise erstellt wurde und das Programm enthält.

Bildstrecke: Der Bundesrat mischt sich unters Volk

Ziel der Reise sei es, den Kontakt mit der Bevölkerung und den Kantonsregierungen zu pflegen, sagte Bundespräsident Maurer. Im Zentrum von Schwyz erwarteten einige hundert Personen die Landesregierung. Der Schwyzer Landammann Kaspar Michel überreichte den Mitgliedern ein Taschenmesser, bevor sich diese unter das Volk mischten.

Von Schwyz ging die Reise weiter ab Brunnen mit dem Schiff über den Urner See nach Flüelen UR. Den Aufenthalt im Bergkanton stellte «Reiseleiter» Maurer unter das Motto Tourismus. Am späten Nachmittag erhielt auch die Bevölkerung in Altdorf die Möglichkeit, sich mit dem Bundesrat auszutauschen.

Den Abend wollen die Bundesrätinnen und Bundesräte im Urserental verbringen. Sie werden in Andermatt mit Einwohnern über die Umbrüche der letzten Jahrzehnte sprechen und über die Perspektiven des Urserentales für die Zukunft.

Mit Zug, Schiff, Bus und zu Fuss

Den Abschluss der Reise bildet am Freitag ein Besuch in Nidwalden, der dem Thema Berg-Landwirtschaft gewidmet ist. Hier steht eine Wanderung auf dem Programm. Zudem stellt sich der Bundesrat am Mittag in Stans der Öffentlichkeit. Ausklingen wird der Aufenthalt der Landesregierung in der Zentralschweiz auf einem Bergbauernhof. Unterwegs ist die Regierung dieses Mal laut Maurer mit Zug, Bus und Schiff. Bei der ersten Reise, die der Bundespräsident 2013 organisierte, hatte der Bundesrat noch einen Rundflug absolviert.

Mehrere Regierungsmitglieder bezeichneten damals den halbstündigen Flug mit Maschinen des Typs Ju-52 («Tante Ju») als Höhepunkt. Im vergangenen November verfügte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ein Flugverbot für die zwei in Dübendorf ZH stationierten Ju-52, nachdem eine Maschine dieses Typs abgestürzt war.

Erstellt: 04.07.2019, 18:35 Uhr

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