Berset plädiert für die Rettung des Atomabkommens mit dem Iran

Der offizielle Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani in der Schweiz ist zu Ende. Auch heikle Themen wurden diskutiert.

Die Schweiz und der Iran bekräftigen, am Atomabkommen festhalten zu wollen. (3. Juli 2018) Video: Tamedia/sda

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Bundespräsident Alain Berset plädiert für eine Rettung des Atomabkommens mit dem Iran. Internationale Stabilität und Sicherheit stünden nach dem Rückzug der USA aus dem 2015 vereinbarten Vertragswerk auf dem Spiel.

Dies sagte Berset nach Gesprächen mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Rohani am Dienstag in Bern.

Rohani: «Wir halten Israel für ein illegitimes Regime». (3. Juli 2018) Video: Tamedia/sda

Einen weiteren Schwerpunkt der Gespräche bildete die Frage, wie vor dem Hintergrund der angekündigten Wiedereinführung der US-Sanktionen gegen den Iran das Potenzial in den bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Teheran weiter ausgeschöpft werden könne, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung vom Dienstag.

Der Iran werde an seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen festhalten, wenn seinem Land die darin gemachten Versprechungen zugute kommen, sagte Rohani. Teheran hofft auch angesichts der heimischen Wirtschaftskrise auf Schweizer Investitionen.

Empfang am Flughafen: Iranischer Präsident Rohani zu Schweiz-Besuch eingetroffen. (3. Juli 2018) Video: Tamedia/sda

Beide Seiten würdigten die bisherigen Ergebnisse der Ende Februar 2016 anlässlich des Staatsbesuches des damaligen Bundespräsidenten Johann Schneider-Ammann in Teheran vereinbarten Road Map und die seither erfolgreiche Intensivierung der bilateralen Beziehungen.

Drei Vereinbarungen

Im Anschluss an die Gespräche wurden am Dienstag im Beisein von Berset und Rohani ein Abkommen zum Güter- und Personenverkehr auf der Strasse und zwei Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und in der Wissenschaft unterzeichnet. Zuvor hatten die beiden ein von privaten Wirtschaftskammern organisiertes Innovations- und Industrieforum eröffnet.

Am Montagabend waren Berset und Rohani bereits zu einem ersten Gespräch zusammengekommen; zuerst unter vier Augen, danach gemeinsam mit Bundesrat Ignazio Cassis und dessen iranischem Amtskollegen, Aussenminister Mohammad Jawad Zarif. Die Schweiz rief den Iran dazu auf, das Existenzrecht Israels anzuerkennen und bekräftigte ihre Unterstützung der Zwei-Staaten-Lösung.

Protestkundgebung in Bern

Zeitgleich mit der Medienkonferenz Bersets und Ruhanis im Hotel Bellevue Palace protestierten vor dem Bahnhof in Bern gut 40 Anhänger eines säkularen Irans gegen das von schiitisch-islamischen Geistlichen dominierte Regime in Teheran.

Empfang am Flughafen: Iranischer Präsident Rohani zu Schweiz-Besuch eingetroffen. (3. Juli 2018) Video: Tamedia/sda

Auf Transparenten wies ein Verein für Menschenrechte und Freiheit auf die Tausenden politischen Gefangenen und die zahlreichen vollstreckten Todesurteile im Land hin - Tatsachen, die von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bestätigt werden.

Rohani trifft am Mittwoch mit der Regierungsspitze in Wien zusammen. Thema wird auch dort das Atomabkommen sein, das den Bau einer iranischen Atombombe verhindern soll und im Gegenzug eine Lockerung von Sanktionen verspricht. (sep/sda)

Erstellt: 03.07.2018, 14:58 Uhr

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