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20 Stunden Arbeit ohne Pause in Lausanner Eishalle

Ausgerechnet wenige Monate vor der Eishockey-WM im Mai steckt die neue Eishalle in Malley in grossen Schwierigkeiten.

Viele interne Probleme: Die neue Halle am Genfersee ist auch Austragungsort der Eishockey-WM in der Schweiz. (Keystone/Cyril Zingaro/24. September 2019)
Viele interne Probleme: Die neue Halle am Genfersee ist auch Austragungsort der Eishockey-WM in der Schweiz. (Keystone/Cyril Zingaro/24. September 2019)

Der Betreiber der modernen Eishalle in Lausanne steckt in einer internen Krise. Die Mitarbeiter klagen über ein schlechtes Arbeitsklima, Überlastung und nicht bezahlte Leistungen. Sie haben sich an die Gewerkschaft Unia gewandt. Der Kanton verlangt ein externes Audit.

Angefangen hatten die Probleme mit dem Endspurt beim Bau der neuen Halle – der Vaudoise Arena in Malley. Diese sollte für die Olympischen Jugendspiele Anfang Januar fertiggestellt werden. Gebaut wurde sie schliesslich in Rekordzeit, obwohl es in einer entscheidenden Phase mit einem Auftragnehmer grosse Probleme gab.

Leidtragende der Situation waren laut der Gewerkschaft die rund 20 Mitarbeiter des Hallen-Betreibers CSM (Centre sportif de Malley). Sie gerieten unter grossen Druck.

17 bis 20 Stunden ohne Pause

«Ergebnis war eine erschreckend hohe Arbeitsbelastung», wird Giorgio Mancuso von der Gewerkschaft Unia in einem Artikel der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch zitiert. «Einige von ihnen beklagten sich, dass sie 17 bis 20 Stunden hintereinander arbeiten mussten, ohne jegliche Ruhezeit.»

CSM-Verwaltungsratspräsident Jean-Jacques Schilt relativiert. Diese «Krise» treffe nur auf einen sehr kleinen Teil der Beschäftigten zu. Zudem verwies er auf die neuen Dimensionen des neuen Sportkomplexes im Vergleich zur alten Eishalle. «Früher hatten wir einen Döschwo, jetzt steigen wir in einen Ferrari ein. Ein kleiner Teil des Personals bekundete grosse Mühe, diese gewichtigen Veränderungen zu akzeptieren», sagte der Verwaltungsratspräsident weiter.

Es sei in der Zwischenzeit zu einem Treffen von Gewerkschaftsvertretern und Geschäftsleitung gekommen. Dabei seien bestimmte Fragen wie etwa die Zahlung von Nachtzuschlägen erörtert worden. «Bisher hatte niemand darum gebeten», sagte Schilt. Zudem werde es Verhandlungen über einen Kollektivvertrag geben.

Der von einigen Mitarbeitern kritisierte Betriebsleiter wird vom Verwaltungsrat in Schutz genommen. Der Mann geniesse weiter die «volle Unterstützung» des Gremiums. «Er ist in keiner Weise verantwortlich. Ich verstehe nicht, was man ihm vorwirft», erklärte Schilt. Die Mitarbeiter hatten sich wegen der «inakzeptablen Arbeitsbedingungen» an das Kantonale Arbeitsamt der Waadt gewandt. Dadurch erhielt der zuständige Staatsrat Philippe Leuba Kenntnis von den Missständen. Er forderte das Unternehmen dazu auf, ein externes Audit durchzuführen. Diese Überprüfung des Betriebs soll laut Schilt nächste Woche vom Verwaltungsrat formell gebilligt werden.

SDA/fal

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