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Santésuisse warnt vor steigenden Kosten im ambulanten Spitalbereich

In den ambulanten Spitalabteilungen sind die Kosten laut dem Krankenkassendachverband santésuisse in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Santésuisse fordert deshalb in diesem Bereich eine Qualitätsprüfung.

Ein Arzt misst den Blutdruck einer Patientin. Laut santésuisse steigen die Kosten vor allem im spitalambulanten Bereich. (Symbolbild)
Ein Arzt misst den Blutdruck einer Patientin. Laut santésuisse steigen die Kosten vor allem im spitalambulanten Bereich. (Symbolbild)
Keystone

"Wir wollen aufzeigen, warum die Krankenkassenprämien immer weiter steigen", sagte santésuisse-Direktorin Verena Nold am Mittwoch vor den Medien in Bern. Die Prämien seien Spiegelbild der Gesundheitskosten. Die Erklärung kommt einen Tag bevor das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag die Krankenkassenprämien für das kommende Jahr bekanntgibt. Bereits im Juli hatte santésuisse geschätzt, dass diese 2016 drei bis vier Prozent höher sein würden. Mehr Konsultationen im ambulanten Spitalbereich Um 66 Prozent seien die Kosten pro versicherte Person im ambulanten Spitalbereich von 2005 bis 2014 gestiegen, schreibt santésuisse in einer Mitteilung vom Mittwoch und beruft sich dabei auf eine eigene Analyse der Gesundheitskosten. Der Anstieg entspreche einem Plus von 253 Franken pro versicherter Person. Grund dafür: Immer mehr Menschen liessen sich ambulant im Spital behandeln. Zwischen 2007 und 2014 hätten diese Konsultationen um 51 Prozent zugenommen. Die Leistung pro Konsultation sei in diesem Zeitraum aber konstant geblieben. Der Spitalverband H+ erklärt die gestiegenen Kosten im spitalambulanten Bereich mit der demografischen Entwicklung, dem medizinischen Fortschritt sowie der Verlagerung von mehr Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich. Diese Verlagerung sei erwünscht und bringe unter dem Strich eine Dämpfung des Kostenanstiegs, schreibt H+ in einer Mitteilung vom Mittwoch. Mehr ambulante Behandlungen würden die Kosten senken, aber die Prämien erhöhen, schreibt der Ärzteverband FMH am Mittwoch. Grund dafür sei die unterschiedliche Finanzierung: Ambulante Behandlungen müssten die Versicherten zu 100 Prozent übernehmen, stationäre Spitalbehandlungen aber nur zu 45 Prozent - den Rest übernähmen die Kantone. Mehr Leistungen bei Ärzten Ein umgekehrter Trend zeigt sich laut santésuisse bei niedergelassenen Ärzten: Bei diesen hätten die Konsultationen nur moderat zugenommen, während die Leistungen pro Konsultation seit 2007 um 21 Prozent gestiegen seien. Insgesamt hätten die Kosten bei den niedergelassenen Ärzten von 2005 bis vergangenes Jahr um 34 Prozent oder 256 Franken pro versicherte Person zugenommen. Für stationäre Spitalaufenthalte seien die Kosten moderater gestiegen, nämlich um 20 Prozent pro Person. Die kantonalen Unterschiede bei den Gesundheitskosten und letztlich bei den Prämien erklärt santésuisse unter anderem mit der Ärztedichte: In städtischen Kantonen und solchen mit Universitätsspitälern gebe es mehr Ärzte - und deshalb auch mehr Kosten. Die Kosten für die Verwaltung der Krankenkassen seien in den vergangenen Jahren konstant bei 5 Prozent der Prämien gelegen, betonte santésuisse-Direktorin Nold vor den Medien. Das heisst allerdings, dass auch die Kosten für die Verwaltung mit den Prämien gestiegen sind. Leistungen überprüfen Insgesamt seien die Gesundheitskosten seit 1996 um 130 Prozent gestiegen, schreibt santésuisse weiter. "Eine Krankenversicherung, welche die Bevölkerung nicht mehr bezahlen kann, erfüllt seine wichtige soziale Funktion nicht mehr", wird Nold im Communiqué zitiert. Der Krankenkassenverband fordert deshalb gesetzliche Bestimmungen, um die Leistungen zu überprüfen. "Wir müssen genauer schauen, ob eine Behandlung etwas bringt oder nicht", sagte Nold. Auch im ambulanten Bereich müsse die Qualität gemessen werden, ebenso wie dies bei der stationären Behandlung in Spitälern getan werde. Zudem solle die Mehrfachrolle der Kantone in Bezug auf die Spitäler überdacht werden. "Der Kanton kann nicht Eigentümer, Schiedsrichter und Planer zugleich sein", sagte Nold. Die Planung von Spitälern solle deshalb nicht bei den Kantonen liegen.

SDA

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