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Private Spitex-Anbieter pochen auf Marktzugang und Wahlfreiheit

Der Pflegebedarf wird bis 2035 um mehr als die Hälfte steigen, und die Kosten für die Pflege werden sich fast verdreifachen. Auf Grund einer Studie pochen private Spitex-Anbieter auf Wahlfreiheit für Patienten, auf Zugang zum Markt und auf eine andere Finanzierung.

Der Verband Association Spitex privée Suisse (ASPS) legte die Studie des Basler Gesundheitsökonomen Stefan Felder am Freitag in Bern den Medien vor. Ein Argument für die Forderung sind die Kosten: Gemäss der Studie werden die Pflegekosten bis 2035 von heute 11 Milliarden Franken um 177 Prozent auf rund 30 Milliarden Franken steigen. In der stationären Pflege sei das Kostenwachstum stärker als bei der ambulanten Pflege, führte Felder gemäss den Medienunterlagen aus. Er ortete Unterschiede zwischen den Kantonen: Das tiefste Wachstum errechnete Felder mit unter 100 Prozent für Basel-Stadt, das höchste für Nidwalden mit gegen 240 Prozent. "Offensichtlich hohe Hürden" In ländlichen Kantonen sei die Überalterung stark und viele pflegebedürftige Menschen würden in Heimen leben. Gleichzeitig wachse der Bedarf an Pflege: Die Zahl der alten Menschen steige, die Patienten stellten höhere Ansprüche an die Qualität der Pflege und viele Patienten litten an mehreren Krankheiten gleichzeitig. Für private Spitex-Dienste sieht Studienautor Felder "offensichtlich hohe Hürden für Markteintritte". Ambulante Pflege wird zum grössten Teil von öffentlich-gemeinnützigen Spitexdiensten geleistet. Private Anbieter haben einen Marktanteil von knapp 11 Prozent, und nur 18 Prozent der Spitex-Organisationen sind privat. Unter anderem wegen Beiträgen der öffentlichen Hand verdienen öffentliche Spitex-Dienste pro Stunde fast doppelt so viel wie private. Die Studie spricht von "offensichtlicher Diskriminierung". Zur Abhilfe sollten nur noch Pflegeleistungen vergütet, aber keine Institutionen mehr subventioniert werden. Freie Wahl für Patienten "Damit werden nur Pflegeleistungen finanziert, und die Patienten haben bei den Anbietern die freie Wahl." Die Folge wäre laut ASPS, dass nur noch Anbieter auf dem Markt sind, die ein umfassendes Angebot haben und attraktive Preise verrechnen. Weiter will der Verband, dass die Leistungen der Spitex-Dienste in Fallgruppen zusammengefasst und pauschal vergütet werden. Unnötige Leistungen sollen so vermieden und Kosten gespart werden. Die Forderung der ASPS nach Gleichbehandlung von privaten und öffentlichen Spitex-Diensten ist nicht neu. Verbandspräsident und Nationalrat Rudolf Joder (SVP/BE) hat sie mehrmals im Parlament deponiert, zuletzt in einer parlamentarischen Initiative. Diese ist von den Räten noch nicht behandelt worden.

SDA

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