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Bund sieht Förderung von weiblichen Professuren auf gutem Weg

In der Wirtschaft spricht man von der Gläsernen Decke, in der Wissenschaft von der "Leaky Pipeline": Je höher die Führungsposition, desto kleiner der Frauenanteil. Ein Bundesprogramm will die Chancengleichheit an den Unis bis 2016 verbessern - und zeigt erste Erfolge.

Obwohl inzwischen jährlich mehr Frauen ein Studium beginnen als Männer, stagniert an den Hochschulen der Anteil der Professorinnen auf tiefem Niveau. Das Bundesprogramm "Chancengleichheit an den Universitäten" unterstützt deshalb seit 2013 die Universitäten bei der Umsetzung von selber entwickelten Aktionsplänen zur Gleichstellung von Mann und Frau. Ein Zwischenbericht per Ende 2014 zeigt nun erste Erfolge auf, wie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Montag mitteilte. Bei der angestrebten Erhöhung des Frauenanteils und eines Kulturwandels zeichnen sich positive Trends ab. So habe sich der Frauenanteil bei den ordentlichen und ausserordentlichen Professuren per Ende 2014 auf durchschnittlich rund 19 Prozent erhöht - 2012 hatte er noch 17,8 Prozent betragen. Bei den Assistenzprofessuren stieg der Frauenanteil auf rund 33 Prozent. Das übergeordnete Ziel von 25 Prozent Professorinnen an den Universitäten bis Ende 2016 könne hingegen voraussichtlich nicht erreicht werden. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass der Frauenanteil in den Entscheidungsgremien ansteige. Familie und Vorurteile Die Gründe für die vorherrschende Ungleichverteilung zwischen den Geschlechtern sind vielfältig und oft schwierig zu messen, wie Irene Rehmann, wissenschaftliche Beraterin im SBFI, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Ein Grund sei jedoch sicher die Schwierigkeit, eine Professur mit dem Familienleben zu vereinbaren. Daher verliessen viele Frauen die Hochschule spätestens dann, wenn sie in ein Alter kommen, in dem sie eine Familie gründen wollen. In der akademischen Welt entspricht das oft der Phase nach dem Doktorat, der sogenannten Postdoc-Phase. Hier kann die aktuelle Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt attraktivere Arbeitsbedingungen bieten, mit stabilen Anstellungsverhältnissen und Teilzeitmodellen. Ein weiterer Grund für die Ungleichverteilung liege aber auch in der Kultur. So können sich traditionelles Rollenverhalten und Vorurteile bei Berufungsverfahren negativ auf Bewerbungen von Frauen auswirken. Ein wichtiges Ziel der Aktionspläne zur Förderung der Chancengleichheit an den Universitäten sei deshalb auch, einen Kulturwandel herbeizuführen. Der Begriff "Leaky Pipeline" (auf Deutsch etwa: undichte Leitung) spielt auf die Tatsache an, dass die Frauen in der Leitung nach oben richtiggehend "wegtröpfeln".

SDA

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