Biber erobern das Linthgebiet als Lebensraum zurück

Im Linthgebiet hat sich ein Biberpaar angesiedelt. Im kommenden Sommer könnte es Nachwuchs geben. Die Biber, die im Kanton St. Gallen ausgestorben waren, erobern sich seit dem Jahr 2000 ihre Lebensräume am Rhein, der Thur und der Linth zurück.

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"Erstmals wurde im St. Galler Linthgebiet ein Biberpaar beobachtet", teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Nachwuchs sei wahrscheinlich. Ob das junge Paar eine eigene Familie gründet, wird sich im Frühling oder Sommer zeigen.

Wildhüter Benedikt Jöhl hat das Biberpaar selber gesehen. Wo sich die Nager genau aufhalten, gibt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei aber zum Schutz der Tiere nicht bekannt, wie Jöhl auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Derzeit ist für die Biber Paarungszeit. Etwa im Juni könnte es Nachwuchs geben.

Biber haben laut Jöhl ein Mal pro Jahr bis zu vier Junge. Ihre ersten Lebenswochen verbringen die Tiere gut versteckt im Bau. Die Biber sind in der Schweiz geschützt.

Population wächst

Im Kanton St. Gallen tauchte im Jahr 2000 der erste Biber auf. Seither wächst die Population kontinuierlich. Bei der letzten Zählung im Winter 2010/2011 wurden 81 Biber gezählt, die in 26 Revieren lebten. Inzwischen dürften es weit über 100 sein.

Am meisten Biber wurden bisher an der Thur im Toggenburg beobachtet. Aber auch am Rhein ist der Nager heimisch. Mit seinem Auftauchen an der Linth besiedelt der Biber nun auch das letzte grosse Gewässersystem im Kanton, wie es im Communiqué heisst.

Konflikte mit Landwirtschaft

Für Wildhüter Benedikt Jöhl ist es positiv, dass die Biber in der Ostschweiz wieder heimisch werden. Ab und zu gebe es kleinere Interessenkonflikte mit der Landwirtschaft, etwa wenn Biber Bäche stauen, so dass sich die Landschaft verändert. Solche Konflikte gelte es ernst zu nehmen und offen damit umzugehen.

Ein Zusammenleben von Biber und Landwirtschaft sei in der Regel sehr gut möglich. Biber seien "echte Landschaftsarchitekten". Die nachtaktiven Tiere sind in der Lage, Bäume mit einem Stammdurchmesser von bis zu 50 Zentimetern zu fällen und für ihre Bauten zu verwenden.

(sda)

Erstellt: 24.01.2017, 12:18 Uhr

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