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26 Menschen sind in diesem Jahr bereits ertrunken

Das sonnige Wetter hat auch Schattenseiten: Bis Mitte Juli sind in der Schweiz bereits 26 Menschen ertrunken, nur einer weniger als im gesamten letzten Jahr. Da sehr viele Ausländer darunter sind, sollen die Baderegeln nun in weitere Sprachen übersetzt werden.

Ein Wasserrettungs-Gerät am Rhein bei Rheinfelden: Manchmal kommt jedoch jede Hilfe zu spät. In diesem Jahr bereits 26 Mal.
Ein Wasserrettungs-Gerät am Rhein bei Rheinfelden: Manchmal kommt jedoch jede Hilfe zu spät. In diesem Jahr bereits 26 Mal.
Keystone

Blickt man weiter zurück, zeigt sich, dass die Zahl der Badetoten in diesem Jahr voraussichtlich noch steigen wird: Im Jahr 2013, als der Sommer ebenfalls sonnig und warm war, ertranken insgesamt 52 Menschen. Im Jahr 2012 mit durchzogenem Sommer waren es 44 Ertrunkene. "Das schöne Wetter hat einen Einfluss", sagt Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Wenn mehr Menschen baden gingen, sei es schlicht wahrscheinlicher, dass es zu einem Unglück komme. Zudem seien sich viele Menschen der Risiken zu wenig bewusst. "Die meisten Unfälle liessen sich verhindern, wenn die sechs Baderegeln beachtet würden", sagt Binaghi. Viele Ausländer Bei einem grossen Anteil der Ertrunkenen handelt es sich um Ausländer. In diesem Jahr waren es mindestens neun der 26 tödlich Verunglückten: Zwei Asylbewerber aus Eritrea, ein indischer und ein britischer Tourist, ein Spanier, ein Türke, ein Brasilianer, ein Marokkaner sowie ein nigerianischer Jugendlicher. "Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas", sagt Binaghi. Die Schweizer seien es sich gewohnt, damit umzugehen. Ausländern fehle hingegen manchmal das Wissen über einen adäquaten Umgang mit dem Element Wasser. Die SLRG setzt deshalb auf Aufklärung: Sie will die sechs Baderegeln in vier weitere Sprachen übersetzen: Das in Eritrea gesprochene Tigrinya, arabisch - etwa für die Syrer -, tamilisch und englisch. Danach sollen die Baderegeln beispielsweise über die Asylzentren breit gestreut werden. Dies soll möglichst noch diesen Sommer geschehen, sagt Binaghi. Für Asylsuchende besteht zudem teilweise das Angebot, öffentliche Bäder in Begleitung von Betreuungspersonen zu besuchen, wie es beim Staatssekretariat für Migration auf Anfrage heisst. Vor Ort mache sie dann der Bademeister auf die Gefahren beim Baden aufmerksam. Junge Erwachsene Eine weitere besonders gefährdete Gruppe neben den Ausländern sind junge Erwachsene: Mit 30 Prozent machten sie den Löwenanteil an den Todesfällen aus, sagt Binaghi. Grenzen ausloten, Gruppendruck und auch der Versuch, das andere Geschlecht zu beeindrucken, nennt er als Gründe. Vor allem junge Männer sind gefährdet: Über drei Viertel der Ertrunkenen sind männlich. Dies zeigt die Ertrinkungsstatistik der SLRG über die letzten drei Jahre. Frauen und Kinder machen je rund zehn Prozent an den Todesfällen aus.

SDA

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