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Eiswinter in den USASchneesturm erreicht New York

Menschen erfrieren am Strassenrand, gefrorene Hydranten behindern die Feuerwehr bei Löscheinsätzen und geplatzte Wasserrohre überschwemmen Häuser: Die Kältewelle der letzten Tage hat gravierende Folgen.

Der Big Apple versinkt im Schnee: Aufräumarbeiten mitten in New York City.
Der Big Apple versinkt im Schnee: Aufräumarbeiten mitten in New York City.
Foto: John Minchillo (AP/Keystone/2021)

Der heftige Schneesturm in den USA hat am Donnerstag die Ostküste erreicht. In New York wurden rund 200 Flüge abgesagt und die Eröffnung von zwei Corona-Impfstationen wegen Lieferproblemen infolge der Witterungsverhältnisse verschoben. Bis zum frühen Abend fielen Meteorologen zufolge in Manhattan bereits mehr als zehn Zentimeter Schnee. Auch in New Jersey schlossen die Behörden mehrere Impfstellen vorübergehend und gaben eine Unwetterwarnung heraus.

Zuvor hatte der starke Wintereinbruch mit Schnee und Eis in den südlichen und zentralen US-Bundesstaaten für Chaos gesorgt. Die arktische Kälte traf vor allem Texas hart, wo Millionen Menschen vom Strom abgeschnitten wurden. Am Donnerstag konnten die Energieunternehmen die Stromversorgung nach und nach wieder aufnehmen. Doch bis zum Abend waren laut der Website PowerOutage.us noch immer mehr als 250’000 Haushalte und Geschäfte ohne Strom.

Menschen erfrieren am Strassenrand, gefrorene Hydranten behindern die Feuerwehr bei Löscheinsätzen und geplatzte Wasserrohre überschwemmen Häuser: Die Extremkälte stürzt Texas ins Chaos.
Video: Storyful

Einige Texaner kämpften zudem infolge der eisigen Temperaturen mit Wasserrohrbrüchen. «Das Wasser kam wie ein Wasserfall herunter, es lief schon aus dem Bad in die anderen Zimmer», berichtete Birgit Kamps aus Houston. Wegen Problemen mit dem Wasserdruck hatten nach Behördenangaben fast 264’000 Menschen in Texas kein fliessendes Wasser, fast sieben Millionen Menschen mussten ihr Trinkwasser abkochen.

Biden verspricht Hilfe

Präsident Joe Biden sagte dem texanischen Gouverneur Greg Abbott am Donnerstagabend nach Angaben des Weissen Hauses die Hilfe der Bundesbehörden zu. Zudem wies er die nationale Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe an, die Hilfsmassnahmen in Oklahoma und Louisiana zu koordinieren, nachdem die örtlichen Behörden den Notstand ausgerufen hatten.

Laut Medienberichten kamen infolge des Wintereinbruchs bereits mindestens 38 Menschen ums Leben. Viele davon starben bei Verkehrsunfällen. In Houston starben nach Polizeiangaben eine Frau und ein Mädchen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung bei dem Versuch, sich im Auto in der Garage bei laufendem Motor aufzuwärmen. (Lesen Sie dazu: Hunderte Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Texas)

In einer Rettungsstation für Primaten nahe San Antonio kamen rund ein dutzend Tiere, darunter eine 58 Jahre alte Schimpansendame, durch die Kälte um. (Lesen Sie auch: Bei unter 10 Grad erstarren Meeresschildkröten – Tausende in Texas gerettet)

Mehr zum Thema: Texanischer Senator fliegt während Winterkrise in die Wärme

AFP/oli

7 Kommentare
    dani schoch

    . . . vom einstigen (vor langer, langer Zeit) Vorzeigeland zum Entwicklungsland *). Der Nachholbedarf ist gewaltig - kaum mehr aufzuholen, zumindest solange weiterhin Unsummen in "utopische" Weltraumprojekte gesteckt werden, die dabei dem "normalen" US-Bürger ganz und gar nichts bringen.

    *) In einigen Ländern, die man schlechthin als Entwicklungland bezeichnet, funktioniert die Infrastruktur um einiges besser als mancherorts in den USA.