Coop stoppt den Kassenzettel-Zwang beim Self-Checkout

Mehrere 100 Tonnen Papier werden im Detailhandel jährlich an den Selbstbedienungs-Kassen verbraucht. Das soll sich jetzt ändern.

Soll künftig auch ohne Papier gehen: Kasse zum Selber-Einscannen der Produkte im Coop. (Archivbild) Bild: Keystone

Soll künftig auch ohne Papier gehen: Kasse zum Selber-Einscannen der Produkte im Coop. (Archivbild) Bild: Keystone

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Detailhändler geben sich gerne nachhaltig. Da passt es schlecht, wenn täglich beim Self-Checkout Zehntausende Kassenzettel ausgedruckt und ohne einmal angeschaut zu werden, in den Abfall wandern. Kommt hinzu: Ein Teil der automatisch ausgedruckten Zettel landen einfach auf dem Boden – in oder vor der Filiale.

Diesem Zettel-Irrsinn will Coop nun Einhalt gebieten. Wie «20 Minuten» berichtet, passt der Detailhändler beim Self-Checkout den Prozess an. Kunden können ab Mittwoch per Klick auswählen, ob sie einen Kassenbeleg wünschen oder auf den Ausdruck verzichten möchten. Laut Coop-Sprecherin Rebecca Veiga will der Detailhändler mit der Massnahme jährlich rund 30 bis 60 Tonnen Papier einsparen.

Kontrolle ohne Kassenbeleg?

Warum also hat Coop den Zettel-Zwang nicht schon viel früher aufgehoben? «Wir haben in einer Pilotphase die Reaktionen der Kundinnen und Kunden ausgewertet und danach einen informierten Entscheid getroffen», sagt Veiga. Beim Self-Checkout gehe die Tendenz klar dahin, dass der Kassenbeleg nicht erwünscht sei.

Beim Self-Checkout weiterhin gedruckt werden die Garantiebelege. Und was passiert, wenn ein Kunde nach dem Scannen für eine Stichkontrolle durchs Personal ausgewählt wurde? Da eine allfällige Überprüfung bereits nach dem Klick auf «Bezahlen» ausgelöst wird, braucht der Kunde auch in diesem Fall keinen physischen Kassenzettel. «Das Personal hat Einblick in die elektronische Liste», sagt Veiga.

Migros: «Wir müssen Anpassungen vornehmen»

Auch die Migros arbeitet daran, die Kunden vom Kassenzettel-Zwang beim Self-Checkout zu befreien. Noch sind die Systeme aber nicht so weit. Ein Kassenzettel habe immer noch viele Funktionen, etwa beim Umtausch oder wenn man kontrolliert werde, sagt Migros-Sprecher Patrick Stöpper.

Zum oft sinnlos verbrauchten Papier sagt Stöpper: «Es ist unser Ziel, in diesem Bereich so viel Papier wie möglich einzusparen. Uns ist bewusst, dass wir in diesem Bereich Anpassungen vornehmen müssen und auch wollen.»

Anders als bei Coop-to-go, wo Belege auch an der bedienten Kasse seit jeher nur auf Nachfrage gedruckt werden, will der Detailhändler an den bedienten Kassen am Beleg festhalten. Coop verweist auf die Möglichkeit für Supercard-Besitzer, sich die Quittung nach einer Registrierung per Mail zukommen zu lassen. Aktuell nutzt eine höhere fünfstellige Anzahl Kunden diese Option, wie Veiga sagt.

Eine elektronische Variante kennt auch Konkurrent Migros: Wer die Migros-App an sein Cumulus-Konto gebunden hat, kann den Kassenbon digital anschauen. «Der Kassenzettel wird so oder so ausgedruckt», sagt Migros-Sprecher Stöpper.

Lidl druckt an bedienter Kasse nur auf Wunsch

Lidl hat den Kassenzettel-Zwang bereits 2017 beendet. Die Kundschaft wird gefragt, ob sie einen Ausdruck des Kassenbons wünscht. Zudem hat Lidl die Länge der Kassenzettel reduziert, indem Zusatzinfos gestrichen wurden.

«Wir konnten durch die Massnahmen den Papierverbrauch um über 30 Prozent reduzieren», sagt Lidl-Sprecher Mathias Kaufmannn. Zudem stellt der Discounter eine deutliche Verbesserungen bei der Sauberkeit fest. «Es liegen viel weniger Zettel im Kassenbereich, was weniger Abfall bedeutet», so Kaufmann.

Seit kurzen testet Lidl in einer Schweizer Filiale Self-Checkout-Kassen. Hier wird der Beleg aktuell immer ausgedruckt. «Da wir die Zone mit einem Exit-Gate sichern, braucht der Kunde den Kassenzettel, um den Bereich zu verlassen», so Kaufmann. Ein Verzicht auf den Ausdruck sei aber grundsätzlich vorstellbar.

(red)

Erstellt: 11.11.2019, 10:03 Uhr

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