Pfungen

Grossandrang im Schwalbenhotel

Die künstlichen Nester auf dem Ziegelei-Areal haben neue Bewohner: Die Schwalben haben sie bezogen, nachdem die alte Trocknerei abgerissen wurde.

Werner Rütimann vom Ornithologischen Verein Pfungen und Umgebung hat beobachtet, wie die Schwalben die Nistbatterien bezogen haben.

Werner Rütimann vom Ornithologischen Verein Pfungen und Umgebung hat beobachtet, wie die Schwalben die Nistbatterien bezogen haben. Bild: Heinz Diener

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Zuerst hätten die Mehlschwalben reklamiert, «aber dann haben sie es erlickt», sagt Joseph Schweizer. Der Pfungemer Vogelfreund wohnt in der näheren Umgebung der Keller Ziegeleien und beobachtet die grösste Schwalbenkolonie im Kanton Zürich, die dort lebt, oft. Vor Kurzem sind die Vögel in ihr Winterlager in den Süden geflogen. Doch wo haben sie den Sommer verbracht?

Diese Frage stellte sich, als die Firma Keller die alte Trocknerei im vergangenen Frühling abreissen liess – just bevor die Kolonie nach der Überwinterung in die Schweiz zurückkehrte. Der Platz unter dem Dach der Trocknerei hatte den Vögeln jahrelang als Brutplatz gedient. Doch dieser stand nun plötzlich nicht mehr zur Verfügung.

Zwar hatte Birdlife Zürich mithilfe des Ornithologischen Vereins Pfungen und Umgebung, der Firma Keller und der Gemeinde vor über drei Jahren in der Nähe Ersatz geschaffen, ein sogenanntes Schwalbenhotel. Das ist ein Dach auf zwei hohen Pfählen, an dessen Unterseite 160 künstliche Nistbatterien angebracht sind. Doch solange die Trocknerei noch stand, zogen die Tiere ihre angestammten Nester vor.

In diesem Frühling dann, in Ermangelung eines besseren, bezogen sie das «Hotel». Und nicht nur das: «Sie haben auf dem ganzen Ziegelei-Areal neue Nester gebaut», sagt Werner Rütimann, Mitglied des Ornithologischen Vereins. Es seien nun deutliche mehr Nester vorhanden als im Jahr zuvor. «Die Aktion war ein voller Erfolg.»

Ob das Vogelgezwitscher ab Tonband zum guten Ende beigetragen hat, kann der Vogelexperte allerdings nicht sagen. Drei Jahre lang – zwischen Frühling und Herbst – liess er bei der künstlichen Brutstätte einen Rekorder laufen. Das Gezwitscher sollte die Tiere dazu animieren, die Örtlichkeit zu beziehen. Denn Mehlschwalben sind laut Rütimann gesellige Brüter.

Kot verunreinigt Fenstersimse

Trotz aller Freude über das potenziell gefährdete Tier stellt sich nun ein neues Problem: Die Vögel verdrecken mit ihrem Kot die Fenstersimse und Wände der Gebäude, in denen verschiedene Firmen ihre Büros eingerichtet haben. Doch dafür hat Rütimann eine Lösung: Er will sogenannte Kotbretter installieren, eine Art Bücherregal, das die Exkremente auffangen soll. Rütimann, der einst eine Spenglerei führte, will sie aus 20 Zentimeter breitem Blech gleich selbst herstellen.

Peter Keller, Seniorchef der Firma Keller, ist den Tieren gut gesinnt, wie er sagt. «Wir sind froh, dass die Schwalben in ihr neues Heim und unters Dach der noch stehenden Gebäude gezogen sind.» (Der Landbote)

Erstellt: 14.10.2016, 11:01 Uhr

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