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Mehrere Kinder erkranktRegierungsrat sieht keinen Handlungsbedarf wegen Krebsrisiko im Weinland

Der Zürcher Regierungsrat hat sich in einer Antwort auf eine Anfrage zum erhöhten Krebsrisiko im Zürcher Weinland geäussert. Er spricht von einer zufälligen Häufung.

Gibt es im Zürcher Weinland ein erhöhtes Krebsrisiko, und ist die Landwirtschaft schuld daran? Die Meinungen gehen auseinander.
Gibt es im Zürcher Weinland ein erhöhtes Krebsrisiko, und ist die Landwirtschaft schuld daran? Die Meinungen gehen auseinander.
Foto: Reto Oeschger

Eine Berner Studie, die diese Zeitung publik gemacht hatte (lesen Sie hier die Hintergründe), zeigte auf, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, im Zürcher Weinland deutlich höher ist als in anderen Landesregionen. Die Studie führte dies unter anderem auf die intensive Landwirtschaft im Weinland zurück – der Bauernverband sah sich jedoch zu Unrecht an den Pranger gestellt. (Lesen Sie hier die Reaktion des Bauernverbands auf die Recherche.)

Und der Kanton? Der wusste davon – sagte aber nichts. Durch eine Anfrage im Kantonsrat nimmt nun der Regierungsrat doch noch Stellung. Er verneint eine statistische Relevanz der Fälle, im Wortlaut: «Damit kann von den beiden – zweifellos tragischen – Todesfällen keine statistische Relevanz für eine Häufung von Krebsfällen im Weinland hergeleitet werden.» Mit «beiden» meint der Regierungsrat die zwei Fälle, die diese Zeitung recherchierte. (Lesen Sie hier die Geschichte der beiden Familien). In Flaach starben innerhalb von gut einem halben Jahr zwei junge Buben an einem Hirntumor. Laut Regierungsratsantwort handelte es sich aber um zwei Tumore mit histologisch und biologisch unterschiedlichen Einheiten.

Folgestudie geplant

Zwar gab es zwischen 2005 und 2015 eine statistische Häufung von Krebserkrankungen im Weinland, das sieht auch der Regierungsrat so. Doch daraus den Schluss zu ziehen, es gebe im Weinland ein erhöhtes Risiko, sei falsch, so der Regierungsrat. Trotzdem will der Kanton die Kinderkrebsfälle im Kanton Zürich weiter untersuchen und hat eine Folgestudie in Auftrag gegeben, heisst es in der Antwort.

gvb