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Kolumne «Dorfgeflüster»Rätselhafte Spuren auf dem Horgner Bergweiher

Auf dem Eis des gefrorenen Bergweihers waren in den letzten Tagen ungewöhnliche Linien zu sehen. Einige Horgner rätselten über die Ursache. Das Geheimnis scheint nun gelüftet.

Darüber spricht das Dorf – die Kolumne «Dorfgeflüster» der ZSZ.
Darüber spricht das Dorf – die Kolumne «Dorfgeflüster» der ZSZ.
Illustration: Olivier Samter

Die kalten Winterwinde liessen in den letzten Wochen nicht nur Menschen schlottern, die Minustemperaturen setzten auch dem Horgner Bergweiher zu. Zurzeit schlummert das trübe Wasser unter einer dünnen Eisschicht. Der Schneefall vom Wochenende verlieh dem Weiher zudem ein weisses Mäntelchen. Wer in den letzten Tagen am Bergweiher vorbeispazierte, dürfte aber nicht nur die Winterlandschaft genossen, sondern auch seine Stirn fragend in Falten gelegt haben. Denn ominöse Spuren zierten die weisse Oberfläche, für die es auf den ersten Blick keine schlüssige Erklärung gibt.

Wie mit dem Lineal gezogen: Die Linien in der Schneeschicht des vereisten Bergweihers liessen einige Horgner rätseln.
Wie mit dem Lineal gezogen: Die Linien in der Schneeschicht des vereisten Bergweihers liessen einige Horgner rätseln.
Foto: Marc Schadegg

Ungefähr einen Meter breite, zum Teil wie mit dem Lineal gezogene dunkle Linien sind in der Schneeschicht auf dem Eis zu sehen. Viele beginnen vom Ufer aus. Andere finden ihren Anfang mitten im Weiher.

Theorien für das Mysterium gibt es viele. Vielleicht haben sich des Nachts ein paar Waghalsige auf eine wirklich nicht zu empfehlende Mutprobe begeben und sind über das Eis geschlittelt, das derzeit allerdings gesperrt ist. Oder hat ein ferngesteuertes Eismessgerät sich über den gefrorenen Weiher begeben und seine Spuren hinterlassen? Vielleicht aber – so wagen einige Horgner die Theorie mit einem Augenzwinkern – könnten sich auch Ausserirdische statt in einem Kornfeld auf dem Horgner Bergweiher niedergelassen haben.

Manche der Linien beginnen am Ufer, andere inmitten des Horgner Bergweihers.
Manche der Linien beginnen am Ufer, andere inmitten des Horgner Bergweihers.
Foto: Marc Schadegg

So mannigfaltig die Ideen, so nüchtern ist die Erklärung. Die Gemeinde Horgen zieht den Schluss, dass niemand Geringeres als die Physik selbst für die Linien verantwortlich ist. Denn sieht man genau hin, erkennt man in der Mitte der Linien einen kleinen Riss. Das Eis verdrängt das Wasser unter der Oberfläche. Dieses Wasser wird dann durch diese Risse nach oben gedrückt und frisst sich durch den Schnee. Das Resultat dieses physikalischen Vorgangs sind gleichmässige Linien und rätselnde Horgner.