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Staatsnahe Betriebe bewerben AppPost will helfen, die Covid-App zu verbreiten

Die Post wollte in ihren Filialen aktiv auf die Contact-Tracing-App hinweisen. Zuerst sah der Bund dafür keinen Grund. Nun will er aber trotzdem das Gespräch suchen.

Die Swiss-Covid-App: Mittlerweile läuft sie schon auf fast 1 Million Geräten.
Die Swiss-Covid-App: Mittlerweile läuft sie schon auf fast 1 Million Geräten.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)


Die Covid-App des Bundes ist seit vergangener Woc
he auf dem Markt. Am Dienstag waren laut Bundesamt für Statistik fast 930’000 Apps aktiv in der Schweiz. Die Ausgangslage ist aber klar: Je mehr Apps genutzt werden, desto besser funktioniert das Contact-Tracing über diesen Kanal. (Lesen Sie hier, wie die App funktioniert). Deshalb wollte die Post bei der Verbreitung der Software nachhelfen.

Laut Thomas Baur, Leiter Post-Netz und Mitglied der Geschäftsleitung, hat die Post dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) angeboten, die Bewerbung der neuen Covid-App des Bundes zu unterstützen. «Wir haben 400’000 Kunden am Tag in unseren Filialen, da hätten wir einen wertvollen Beitrag leisten können», so Baur. Etwa wenn die Schaltermitarbeitenden bei der Installation geholfen oder einfach aktiv auf die App hingewiesen hätten.

Doch das BAG wollte zuerst nicht. «Zur Zeit der Kontaktaufnahme sahen wir noch keine sinnvollen Unterstützungsmöglichkeiten», sagt ein Sprecher auf Anfrage. Doch jetzt hat das BAG die Meinung geändert: Aktuell sei es anders, man sei daran interessiert, dass die Swiss-Covid-App möglichst oft eingesetzt werde. «Um zu eruieren, inwieweit die Post uns dabei unterstützen kann und will, werden wir mit ihr Kontakt aufnehmen», sagt der Sprecher.

Swisscom verschickte SMS

Die Nutzerzahlen der App sind laut Mathias Wellig, Mitentwickler der Swiss-Covid-App, offenbar zufriedenstellend, wie er gegenüber SRF sagte. Aber: Man habe sicher noch nicht alle Nutzer, die sich für die App interessieren. Dies brauche noch Zeit. «Wenn wir in ein paar Wochen noch bei diesen Zahlen sind, wäre das vielleicht langsam besorgniserregend», sagte Wellig.

Ein anderer staatsnaher Betrieb, nämlich die Swisscom, unterstützte das BAG bereits. Sie wies ihre Kunden per SMS auf die App hin. Das Problem: In der Mitteilung wurde nicht ganz klar, wer der Absender ist. Es kam Kritik auf, ob nicht etwa das BAG selbst die Telefonnummern von Swisscom-Kunden hatte. Dieser Umstand zwang das BAG, sich dazu auf Twitter zu äussern. Man verfüge über keine Nummern von Swisscom-Kunden, stellte das Bundesamt klar. Man danke jedoch für die Unterstützung der Swisscom.

Mittlerweile hat die Swisscom den Versand aber gestoppt, noch bevor alle Kunden eine SMS erhalten haben. Das BAG ging gemäss einem Bericht von Nau.ch aktiv auf die Swisscom zu, um diese SMS zu verschicken. Das BAG hat dann aber auch den Versand wieder stoppen lassen.

3 Kommentare
    Ciolek

    Solange Apps teuer wegen Datenschutz verprogrammiert werden und somit 20% der älteren iphones ausgegrenzt werden, sind die tiefen Benutzerzahlen nicht verwunderlich. Nennt man das ein Flop?

    Macht doch endlich ein App die ALLE Geräte einfach benutzen können.