Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus in der Schweiz+++ St. Moritz: 3200 Tests, 53 positiv, 31 mutiertes Virus +++ Contact Tracer: «Bis zu 65 Personen pro Infizierten in Quarantäne»

Die kantonalen Erziehungsdirektoren und die Corona-Taskforce des Landes raten derzeit von flächendeckenden Schliessungen der Schulen ab. Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Montag ist die Schweiz im zweiten Lockdown. Die neuen Massnahmen gelten bis zum 28. Februar.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Gesamthaft sinken die Fallzahlen aber seit Tagen leicht.

  • Alle Kantone haben mit dem Impfen von gefährdeten Personen begonnen.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

LIVE TICKER

Resultate von 3200 Coronatests in St. Moritz sind da

«Die Auswertung von fast 3200 Coronatests in St. Moritz zeigt, dass rund ein Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus angesteckt ist», heisst es in einer Mitteilung des Kantons Graubünden. Bei den Mitarbeitenden und Gästen der beiden unter Quarantäne gestellten Hotels betrage die Ansteckungsrate vier Prozent. Von den 53 identifizierten Fällen würden 31 eine mutierte Form des Virus betreffen. Dieses sei bei Hotelangestellten festgestellt und nicht auf Gäste oder die Bevölkerung übertragen worden.

Zum Thema: Der Nobelskiort war wegen der Corona-Fällen in zwei Luxushotels weltweit in den Schlagzeilen geraten.

Tracing-Team-Leiter: «Bis zu 65 Personen pro Infizierten in Quarantäne»

Rund 150 Personen sind derzeit ständig an zwei Standorten in Zürich mit dem Aufspüren der Kontakte von Corona-Positiven beschäftigt. Diese Aufgabe wird nun noch einmal schwieriger: Weil zwei neue, deutlich ansteckendere Mutationen in der Schweiz grassieren, sollen künftig auch «Kontakte zweiten Grades» in Quarantäne geschickt werden, wenn von einer Infektion mit dem mutierten Virus ausgegangen werden muss.

Wird künftig eine Person positiv auf eine ansteckende Mutation getestet, sollen die Contact-Tracer also nicht nur herausfinden, mit wem die Person in den letzten fünf Tagen Kontakt hatte und diese Personen in Quarantäne stellen, sondern auch noch all deren Kontakte. «Auf einen Infizierten kommen mit der neuen Regelung bis zu 65 Personen, die in Quarantäne müssen», sagt Andreas Juchli, operativer Leiter des Contact-Tracings im Kanton Zürich im Interview mit 20min.ch.

Andreas Juchli, Arzt und operativer Leiter Contact Tracing Kanton Zürich.
Andreas Juchli, Arzt und operativer Leiter Contact Tracing Kanton Zürich.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)
Viele Covid-Patienten sterben an unerkannter Blutvergiftung

Viele Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus erkranken, sterben nach Darstellung von Experten an einer unerkannten Blutvergiftung (Sepsis). «Ein grosses Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankungen zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht.»

Dies sagte der Chef der deutschen Sepsis-Stiftung, Konrad Reinhart, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag. Es gebe eine weit verbreitete Unkenntnis über Blutvergiftungen in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, hiess es weiter.

Coronavirus an Baselbieter Primarschule – Fernunterricht ab Freitag

In einem Primarschulhaus der Baselbieter Gemeinde Oberwil wird der Präsenzunterricht wegen einer Häufung von Coronavirus-Ansteckungen eingestellt. Ab Freitag bis zum 5. Februar wird an der Primarschule Thomasgarten flächendeckend Fernunterricht erteilt.

In Zusammenhang mit einer bestätigten Ansteckung einer erwachsenen Person mit einer mutierten Covid-19-Variante war letzte Woche auch ein Primarschulkind aus Oberwil positiv getestet worden. Auf Geheiss des kantonsärztlichen Dienstes wurden darauf am Montag und Dienstag rund 500 Kinder und Erwachsene aus dem Umfeld der Primarschule Thomasgarten einem Coronavirus-Test unterzogen.

Wie der kantonale Krisenstab am späten Mittwochabend mitteilte, fielen 21 dieser PCR-basierten Speicheltests positiv aus. Betroffen seien sowohl Klassenkameradinnen und -kameraden des positiv getesteten Kindes und Familienangehörige wie auch Kinder aus drei weiteren Klassen.

Drei weitere Klassen

Die Schülerinnen und Schüler dieser drei Klassen müssen sich gemäss Communiqué ebenfalls in Quarantäne begeben und sich am nächsten Freitag ein zweites Mal testen lassen. Das gleiche gilt für rund weitere Personen, die mit den angesteckten Kindern den Mittagstisch und die Tagesstruktur besucht hatten.

Als Folge dieser Entwicklung wird der Präsenzunterricht an der gesamten Primarschule Thomasgarten aus betrieblichen Gründen eingestellt, wie es in der Mitteilung heisst. Mit dem Fernunterricht wird am Freitag begonnen. Dauern soll er vorerst bis zum 5. Februar.

Noch offen, welches Virus

Ob sich die 21 positiv getesteten Personen mit dem bereits bekannten Coronavirus oder mit einer neuen Variante – einer Mutation – angesteckt haben, steht laut Krisenstab noch nicht fest. Klarheit solle erst nächste Woche bestehen.

Mit der Umstellung auf Fernunterricht wird an der Oberwiler Primarschule eine Massnahme ergriffen, welche die Baselbieter Regierung eigentlich verhindern wollte. Sie hat deshalb am Dienstag die Maskentragpflicht für Schulkinder ab 10 Jahren beschlossen, die am Donnerstag in Kraft tritt.

Aargauer Schüler der Sekundarstufe II lernen im Fernunterricht

Die Sekundarstufe II im Aargau mit den Mittel- und Berufsfachschulen wird vom kommenden Montag bis Ende Februar im Fernunterricht geführt. Der Aargauer Regierungsrat will damit in der Corona-Krise die Mobilität senken.

Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II seien derzeit zahlreich in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, teilte die Staatskanzlei des Kantons Aargau am Mittwoch mit. Mit dem Fernunterricht könne der ÖV entlastet werden.

In den fünf Wochen bis Ende Februar seien zwei Wochen Sportferien enthalten. Die Präsenzzeit, die nun ausfalle, halte sich deshalb in Grenzen. Die Schulen hätten signalisiert, dass die Umstellung auf Fernunterricht für sie und die Schüler machbar sei. Anders als im Frühling letzten Jahres seien die Schulen ausserdem auf einen möglichen Fernunterricht vorbereitet. Nach den Weihnachtsferien waren die Schulen der Sekundarstufe II mit einer Woche Fernunterricht gestartet.

Fernunterricht mit Ausnahmen

Vom Grundsatz des Fernunterrichts gibt es laut der Mitteilung Ausnahmen. So kann Präsenzunterricht durchgeführt werden für Schüler, die einen erhöhten Unterstützungsbedarf aufweisen, wie etwa Lernende in einer Integrationsvorlehre. Auch dürfen Prüfungen in den Schulen durchgeführt werden, wenn sie nicht im Fernunterricht absolviert werden können. Weiter sind auch Laborarbeiten und andere wichtige Aktivitäten mit nötiger Präsenz vor Ort möglich.

Auf Gesuch hin wird Schülern zudem für die Dauer des Fernunterrichts ein Arbeitsplatz an der Schule zugewiesen. Schliesslich werden die Überbetrieblichen Kurse in den entsprechenden Zentren weiterhin im Präsenzunterricht durchgeführt.

11 weitere mutmassliche Corona-Mutationen an Tessiner Schule

Elf von 25 positiven Coronavirus-Tests weisen auf die britische Mutation hin: Dies ist das vorläufige Ergebnis des flächendeckenden Tests an der inzwischen geschlossenen Mittelschule im Südtessin, wie das Tessiner Departement für Gesundheit und Soziales am Mittwoch mitteilte. Die definitive Bestimmung der Coronavirus-Proben steht jedoch noch aus.

Insgesamt seien 460 Personen getestet worden. Von den 25 positiv ausgefallenen Coronavirus-Tests bestehe bei elf der «dringende Verdacht» auf die britische Virus-Mutation, schreibt das Departement für Gesundheit und Soziales in einem am Mittwoch verschickten Communiqué.

Rund 500 Schüler sowie 70 Lehrkräfte der Mittelschule Morbio Inferiore hatten sich am vergangenen Wochenende in Quarantäne begeben müssen, nachdem von 13 positiven Coronavirus-Tests mindestens zwei der britischen Variante zugeordnet worden waren.

Fünf Fälle mit dem mutierten Coronavirus im Kanton Jura

Im Kanton Jura sind fünf Infektionen mit dem mutierten Coronavirus aus Grossbritannien identifiziert und bestätigt worden. Die jurassische Regierung ruft die Bevölkerung zur äussersten Wachsamkeit auf.

Bei den fünf infizierten Personen hätten drei verschiedene Ansteckungsquellen identifiziert werden können, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Drei der Betroffenen hätten sich höchstwahrscheinlich in Skigebieten infiziert.

Die Regierung ruft die Bevölkerung auf, sich strikt an die vom Bundesrat festgelegten Massnahmen zu halten. Um eine dritte Welle zu vermeiden, sei es notwendig, Reisen und Begegnungen einzuschränken. Des Weiteren solle sich die Bevölkerung bereits bei geringsten Symptomen testen lassen.

Das mutierte Coronavirus wurde höchstwahrscheinlich unter anderem aus Skigebieten in den Kanton Jura eingeschleppt.
Das mutierte Coronavirus wurde höchstwahrscheinlich unter anderem aus Skigebieten in den Kanton Jura eingeschleppt.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

479 Infektionen mit mutierten Viren

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) registrierte bis Mittwoch in der Schweiz und in Liechtenstein 479 Infektionen mit mutierten Coronaviren. Mit der britischen Mutation B1.1.7 steckten sich 281 Personen an, wie das BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Der südafrikanischen Variante B1.351 liessen sich zwölf Infektionen zuordnen. Zudem zählte das Bundesamt 186 Ansteckungen durch ein Coronavirus mit ungeklärter Mutationslinie.

Am meisten Ansteckungen mit Mutationen des Virus gab es mit 109 im Kanton Bern. Die Mutationen sind in 18 Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein verbreitet.

BAG meldet 2727 neue Fälle

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 2727 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 3001, am Mittwoch vor zwei Wochen 4808. Die Positivitätsrate beträgt 8,3 Prozent bei 32’716 neu gemeldeten Tests.

Es gibt 137 Spitaleinweisungen und 70 Tote. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche wurden 174 Spitaleinweisungen und 58 Todesfälle gezählt, am Mittwoch vor zwei Wochen 220 Spitaleinführungen und 65 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 12,6 Prozent (PCR-Tests) respektive 10,6 Prozent (Antigen-Schnelltests). Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 3543 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 8. Januar bei 0,81.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'080'953 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 504'918 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

21'044 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 8236. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 17'722 Menschen in Isolation und 26'948 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 4100 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Die Intensivstationen waren mit Stand Dienstag zu 74 Prozent ausgelastet. Dabei waren 34 Prozent der Bettenkapazität mit Covid-19-Kranken belegt. Die Gesamtkapazität der Spitäler war zu 73 Prozent ausgeschöpft.

14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Quarantänepflicht für Reisende aus 16 weiteren Gegenden ab Februar

Ab 1. Februar stehen 16 weitere Länder und Regionen neu auf der Liste der Länder, bei deren Einreise eine Quarantänepflicht gilt. Von den Nachbarländern sind dies das deutsche Bundesland Thüringen, das österreichische Salzburg, die französische Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und die italienischen Regionen Emilia-Romagna und Friuli-Venezia Giulia.

Laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vom Mittwoch gilt die Quarantänepflicht für die Einreise in die Schweiz für 36 Staaten und Gebiete. Neu auf der Liste stehen ab Anfang Februar auch Spanien, Portugal, Monaco, Slowakei, Estland, Lettland, Zypern, Israel, Libanon und Brasilien.

Nur noch bis 21. Januar gilt hingegen eine Quarantänepflicht für Reisende aus Dänemark, Kroatien, Serbien, Luxemburg und Georgien.

Bundesrat und Kantone verzichten auf Schliessungen der Schule

Die Erziehungsdirektoren und die wissenschaftliche Corona-Taskforce des Bundes raten derzeit von flächendeckenden Schulschliessungen ab. Das Innendepartement (EDI) prüft nun mögliche Szenarien für die Sekundarstufen I und II – falls sich die Lage verschlechtert.

«Mit den bisher ergriffenen Massnahmen konnten an den Schulen grössere Ausbrüche verhindert werden», schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Es seien sich aber alle Akteure einig, dass weitere Massnahmen in den Schulen nötig werden könnten, falls sich die neuen Virusvarianten stark ausbreiteten.

Ein Verbot des Präsenzunterrichts habe weitreichende negative Folgen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sowie auf deren Bildungsverläufe, hält die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) gemäss der Mitteilung fest. Auch für die Taskforce überwiegen die Vorteile einer Umstellung auf Fernunterricht deren Nachteile erst bei einer gefährlichen oder sehr gefährlichen epidemiologischen Situation und nur auf Sekundarstufe I und II.

Im Fokus steht deshalb die Mittel- und Oberstufe. Auf ein Verbot des Präsenzunterrichts an den Primarschulen soll «wenn immer möglich» verzichtet werden.

Die Schliessung der Schulen im Land ist noch kein Thema — vorderhand jedenfalls.
Die Schliessung der Schulen im Land ist noch kein Thema — vorderhand jedenfalls.
Foto: Urs Flüeler (Keystone/Symbolbild)
19'000 geplante Eingriffe in zweiter Welle verschoben

Landesweit sind seit November bei etwa 19'000 Patientinnen und Patienten geplante medizinische Eingriffe verschoben worden. Grund ist die zweite Welle der Covid-19-Pandemie. Diese brachte die Intensivstationen an die Grenze.

Normalisieren dürfte sich die Lage bei den Intensivbetten erst ab dem 10. Februar, wie die wissenschaftliche Corona-Task-Force des Bundes in einem Bericht vom Mittwoch festhält. Üblicherweise liegen etwa 600 Patienten auf den Intensivstationen. Dieser Durchschnitt überschnitt im November die Schwelle von 865.

Damit überstieg er die Zahl der in der Schweiz zertifizierten Intensivbetten mit garantierter Versorgungsqualität. Zur Bewältigung der Pandemie stellten die Spitäler zusätzliche, nicht zertifizierte Betten bereit. So verfügt die Schweiz aktuell gemäss der Task Force über rund 1400 betriebsfähige Betten.

Historisch ist nicht erwiesen, dass die Intensivstationen eine solche Belegung bewältigen können. Den Erkenntnissen gemäss funktionieren die Spitäler seit einigen Monaten am Rande der Auslastung.

Tests bei Kempinski-Gästen fielen negativ aus

Alle Gäste im St. Moritzer Hotel Kempinski seien negativ getestet worden, teilt das Unternehmen im Oberengadin auf Anfrage mit. Die Gäste hätten demnach auf ihren Wunsch das Hotel wieder verlassen können. Man kann davon ausgehen, dass die positiven Fälle ausschliesslich vom Personal stammen.

Einheimische und Gäste des Nobelkurortes traten am Dienstag bereitwillig zu Covid-19-Massentests an. Die definitiven Resultate stehen noch aus.

Covid-19 Task Force: Anteil Corona-Mutationen steigt kontinuierlich

Der Anteil der Corona-Mutationen an allen Infektionen hat laut der Covid-19-Task Force seit dem ersten Nachweis kontinuierlich zugenommen. In der vergangenen Woche wurde die Häufigkeit der Variante B.1.1.7 in der Schweiz auf etwa vier Prozent geschätzt.

Laut der Science Task Force reflektiert die Schätzung das Infektionsgeschehen etwa zehn Tage früher. In der Schweiz sind die ursprünglich in Grossbritannien und Südafrika beschriebenen Varianten B.1.1.7 und 501.V2 erstmals in Kalenderwoche 51 des Jahres 2020 identifiziert worden.

In einer aktuellen epidemiologischen Lagebeurteilung stellt die Task Force erneut fest, dass epidemiologische Analysen und Daten aus der Kontaktverfolgung darauf hinweisen, dass diese Varianten eine höhere Übertragungsrate haben als die bislang bekannten Stämme von Sars-CoV-2.

Swissmem-Chef spricht sich gegen Homeoffice-Pflicht aus

Der neue Swissmem-Präsident Martin Hirzel ist nicht besonders glücklich mit der bundesrätlichen Corona-Politik. «Wir sind optimistisch ins 2021 gestartet. Mit der Impfung gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels», sagte er im Interview mit der NZZ vom Mittwoch. «Und nun verfügt der Bundesrat einen harten Lockdown, der zu einer grossen Verunsicherung in der Bevölkerung und in den Firmen führt sowie natürlich auch das Investitionsklima verschlechtert», sagte Hirzel weiter.

Als ingenieurlastige Branche sei man es gewohnt, zahlen-, fakten- und evidenzbasiert zu handeln. «Da sind wir schon etwas überrascht über die letzten Entscheide des Bundesrats», so Hirzel weiter. Er spricht sich auch gegen die Home-Office-Pflicht aus. «Da waren wir immer dagegen.» Erstens, weil in den Betrieben der Branche vieles nicht von daheim aus erledigt werden könne. Und zweitens, weil man denke, dass mit den Schutzkonzepten die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz oft besser geschützt seien als zu Hause.

Gemäss Hirzel müsste vor allem die Impfstrategie vorangetrieben werden. «Ich wünschte mir auch, dass die Behörden die Energie, die sie nun in flächendeckende Einschränkungen investieren, vor allem in die Impfkampagne setzen würden», sagte er im Interview. Auf die Frage, ob Firmen von ihren Mitarbeitenden fordern können, dass sie sich impfen lassen, meinte er: «Kein Zwang, aber Solidarität.» Es werde sicher auch Länder geben, die eine Impfung zur Bedingung für eine Einreise machten.

Martin Hirzel kritisiert die Coronapolitik des Bundesrats: Der harte Lockdown führe zu einer grossen Verunsicherung in der Bevölkerung und in den Firmen und verschlechtert das Investitionsklima
Martin Hirzel kritisiert die Coronapolitik des Bundesrats: Der harte Lockdown führe zu einer grossen Verunsicherung in der Bevölkerung und in den Firmen und verschlechtert das Investitionsklima
Foto: Gaetan Bally (Keystone/Archiv)
90 Armeeangehörige müssen in Quarantäne

Bei einem Angehörigen der Schweizer Armee ist die englische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Deshalb müssen nun rund 90 Angehörige der 2. Kompanie des Schützenbataillons 14 in Quarantäne. Weitere 170 warten noch auf ihre Testresultate.

Wie das VBS am Dienstagabend mitteilte, war eine Verschiebung von Teilen dieser Kompanie von Wengen BE nach Crans-Montana VS geplant, zur Unterstützung der dortigen Ski-Weltcup Rennen. Darum wurden die Angehörigen der Einsatzkompanie vorsorglich auf das Coronavirus getestet.

Bei einem Angehörigen dieser Truppe wurde dabei die englische Variante des Coronavirus nachgewiesen. Die Armee habe deshalb die geplante Verschiebung gestoppt und die ganze Kompanie vorsorglich in Quarantäne versetzt, heisst es in der Mitteilung.

Aufgrund eines positiven Tests auf die englische Variante des Coronavirus müssen rund 90 Angehörige der Armee in Quarantäne. (Archivbild)
Aufgrund eines positiven Tests auf die englische Variante des Coronavirus müssen rund 90 Angehörige der Armee in Quarantäne. (Archivbild)
Foto: Alessandro della Valle (Keystone)

Alle Armeeangehörigen, die in Wengen zum Einsatz gekommen sind, verbleiben an ihren jeweiligen Standorten in Quarantäne und haben keinen Kontakt mehr zu anderen Truppen oder der Öffentlichkeit. Die betroffenen Angehörigen der 2. Kompanie des Schützenbataillons 14 werden für die Quarantäne vorbereitete Unterkünfte in St. Stephan BE und auf dem Brünigpass beziehen.

Weisung des Oberfeldarztes

Im Umgang mit der englischen Variante des Coronavirus habe der Oberfeldarzt die Weisung erlassen, dass im Falle eines positiven Tests eines Armeeangehörigen sämtliche Kontakte der Kontakte ebenfalls unter Quarantäne gestellt werden.

Die Quarantäne dauere zehn Tage und werde erst aufgehoben nach zwei negativen Tests, die am fünften und am neunten Tag der Quarantäne durchgeführt werden. Dies könne zur Folge haben, dass die Dienstdauer über die ursprünglich geplante Zeitdauer verlängert werde, schreibt das Militärdepartement.

Hohe Testbereitschaft in St.Moritz

Einheimische und Gäste im Nobelferienort St. Moritz sind am Dienstag bereitwillig zum Coronavirus-Test angetreten. Bis um 16.30 Uhr wurden 3200 Anmeldungen registriert. Die Testbereitschaft sei sehr erfreulich und um einiges grösser als noch beim Flächentest im letzten Dezember, teilten die Bündner Behörden mit. Der neuerliche Flächentest wird kostenlos durchgeführt.

Schon am Montag war in den beiden St. Moritzer Fünf-Sterne-Hotels «Badrutt’s Palace» und «Kempinski» getestet worden. 435 Mitarbeitende und 113 Gäste hatten sich einem PCR-Speicheltest unterzogen. Die Resultate lagen am Dienstagabend noch nicht vor. Ergebnisse des Flächentests von Einheimischen und Gästen sollten nach der Laboranalyse bis am Mittwochabend bekannt sein. Erst danach werde das Gesundheitsamt die Auswertung vornehmen können und allfällige Massnahmen zur Eindämmung des Virus prüfen, hiess es.

Bergbahnen Flumserberg reagieren auf Andrang

Die Bergbahnen Flumserberg (BBF) reagieren auf den Grossandrang vom vergangenen Wochenende. Ab sofort sollen jeweils am Morgen Gäste, die mit dem ÖV anreisen, den Vortritt haben. Parkplätze werden eingeschränkt.

Die Situation in den Flumserbergen müsse besser werden, sagte Regierungspräsident Bruno Damann am Dienstag an einer Medienkonferenz zur Corona-Lage. Ansonsten drohe in letzter Konsequenz eine Schliessung dieses Skigebietes. Die BBF reagierten am späten Nachmittag mit einer Medienmitteilung und kündigten Massnahmen nach der «ausserordentlichen Anreisesituation am Samstag in Unterterzen» an. Die Schneefälle der Vortage und die gute Wetterprognose für Samstag führten bei der Gondelbahn in Unterterzen schon früh zu Wartezeiten. «Nebst den Gästen, die mit dem ÖV anreisten, parkierten viele Autofahrer aus Angst vor schneebedeckter Bergstrasse bereits früh in Unterterzen», schreiben die BBF. Erschwerend sei hinzugekommen, dass wegen der Corona-Schutzmassnahmen derzeit nur fünf statt acht Personen pro Gondel erlaubt sind.

Beschränkung auf 8000 Gäste

Mit Unterstützung von Polizei und Feuerwehr wurden Kapazitäten begrenzt, der ÖV-Verkehr umgeleitet und die Zufahrten ab Flums gesperrt. Für den restlichen Winter haben die BBF nun beschlossen, einen grossen Teil des Parkplatz-Angebotes einzuschränken beziehungsweise bis jeweils 09.30 Uhr zu sperren.

«Damit wird die Förderkapazität der Gondelbahn See-Jet morgens für die ÖV-Gäste reserviert. Zusätzlich wird für die Umsetzung dieser Massnahmen bei Bedarf die örtliche Feuerwehr zur Unterstützung beigezogen», heisst es im Communiqué.

Viel Schnee und schönes Wetter führten im Skigebiet Flumserberg am vergangenen Samstag zu einem Grossandrang in Unterterzen. Nun reagieren die Bergbahnen mit Einschränkungen.
Viel Schnee und schönes Wetter führten im Skigebiet Flumserberg am vergangenen Samstag zu einem Grossandrang in Unterterzen. Nun reagieren die Bergbahnen mit Einschränkungen.
Bergbahnen Flumserberg
900 Personen in Kilchberg in Quarantäne

Ein Schulkind der Primarschule Dorf in Kilchberg ZH ist positiv auf die neue Briten-Mutation getestet worden. Nun schickt die Gemeinde eine ganzes Schulhaus mit vier Klassen und deren Angehörige in die Quarantäne und stellt die ganzen Schule in der ganzen Gemeinde auf Fernunterricht um. Alle anderen Schülerinnen und Schüler werden gebeten, zuhause zu bleiben und keinen Kontakt zu anderen Kindern zu haben. Betroffen von der Quarantäne sind rund 900 Personen. (lop/ema)

Migros-Angestellte erhalten weiterhin vollen Lohn

Die Migros wird ihren von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden weiterhin den vollen Lohn bezahlen. Die grösste Arbeitgeberin der Schweiz nimmt Abstand von der Idee, die Differenz zwischen dem ursprünglichen Lohn und der Kurzarbeitsentschädigung nicht mehr zu berappen.

Angesichts der «positiven Entwicklung im Genossenschaftlichen Detailhandel» habe die Migros entschieden, den betroffenen Mitarbeitenden weiterhin die Differenz von 20 Prozent zur gesetzlich vorgegebenen Kurzarbeitsentschädigung von 80 Prozent auszugleichen, erklärte das Unternehmen am Dienstag.

(Fast) alle Migros-Angestellten erhalten weiterhin ihren vollen Lohn.
(Fast) alle Migros-Angestellten erhalten weiterhin ihren vollen Lohn.
Foto: Urs Flueeler (Keystone)

Am Wochenende noch hatte die Migros eine Meldung des «Sonntagsblick» bestätigt, wonach Mitarbeitende der 330 Fitness- und Freizeitanlagen sowie der Migros-Klubschule ab Januar nur noch die gesetzliche vorgeschriebene Abdeckung erhalten werden. Tausende Mitarbeiter hätten also auf 20 Prozent ihres Lohnes verzichten sollen.

Auch dem Personal in den Gastronomiebetrieben der Migros sowie den behördlich geschlossenen Fachmärkten wie beispielsweise Micasa, SportXX oder Melectronics wird die Kurzarbeitsentschädigung auch in Zukunft auf 100 Prozent aufgestockt, erklärte ein Mediensprecher auf Anfrage von AWP.

Auf 20 Prozent des Lohne müssen «nur» die rund 2000 Hotelplan-Mitarbeitenden verzichten. Die Angestellten des Reiseunternehmens erhalten bereits seit Juli nur noch die gesetzliche vorgeschriebene Abdeckung für Kurzarbeit.

IT-Probleme bei der Impf-Registrierung

Der Kanton Schwyz hat die Registrierung für Corona-Impfungen vorerst gestoppt wegen technischer Probleme der Impfplattform des Bundes. Auch andere Kantone hatten Störungen gemeldet.

Bis der Bund die technischen Probleme behoben habe, könne sich niemand für die Impfung registrieren, teilte das Schwyzer Departement des Inneren am Dienstag mit. Man habe die Anmeldung kurzfristig ausgesetzt, damit der Frust bei den Impfwilligen nicht so gross sei, hiess es beim Kanton auf Anfrage.

Wegen einer Software-Panne konnten im Kanton Schwyz keine Impf-Registrierungen mehr vorgenommen werden.
Wegen einer Software-Panne konnten im Kanton Schwyz keine Impf-Registrierungen mehr vorgenommen werden.
Foto: Alessandro Crinari (Keystone)

Es bestünden offenbar verschiedene Probleme, sagte die Schwyzer Kantonsapothekerin gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. So seien keine Termine mehr vergeben worden, obwohl solche noch verfügbar gewesen seien, was auf ein Schnittstellenproblem hinweise.

Probleme laut BAG gelöst

Weiter habe ein Link nicht funktioniert, den Registrierte per SMS erhalten hätten. Weiter seien bei den Terminverschiebungen Termine gelöscht worden. Der Kanton Schwyz wies darauf hin, dass die vergebenen Impftermine wahrgenommen werden können.

Die Kantone haben keinen Einfluss auf die IT-Lösung hinter der Registrierungsplattform. Das Problem sei dem Bund bekannt.

Vor den Medien in Bern sagte dazu Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass es sich bei der Plattform um ein neues Informatiksystem handle. Da sei es üblich, dass es zu Beginn zu Störungen komme. Die Probleme sollten in der Zwischenzeit aber gelöst worden sein, sagte Masserey.

sda/reuters/red

2832 Kommentare
    Abbracciavento Vito

    Stand doch Gestern hier im Artikel 2727 Infektionen und 479 Ansteckungen des mutierten Virus was gleich bedeutet ist wie ein +! Jetzt steht neu im Artikel davon 479 Ansteckungen mit mutierten Virus!

    Aus dem Grund hab ich nachgefragt.