Thalheim an der Thur

Polizei ermittelt wegen Traktor in der Thur

Die Kantonspolizei Zürich hat die Ermittlungen aufgenommen, weil ein verdreckter Traktor die Thur als eine Art Waschstrasse missbraucht haben soll. Dabei könnte das schwere Fahrzeug auch Laichgründe von Fischen zerstört haben.

Der Traktor wäscht sich und sein Gerät in der Thur.

Der Traktor wäscht sich und sein Gerät in der Thur. Bild: Leserbild

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Es war eine ungewöhnliche Szene, die ein «Landbote»-Leser gegen Ende April bei Thalheim an der Thur beobachtete: Etwa um neun Uhr am Abend reinigte vermutlich ein Bauer seinen Traktor samt angehängter Landmaschine im Fluss. Dabei liess er die Maschine ratternd laufen und tauchte sie ins Wasser.

Anschliessend fuhr die unbekannte Person im seichten Wasser an der Kiesbank mehrmals hin und her, wohl um auch die Pneus des Traktors von den Erdresten zu reinigen.

Lenker wird ermittelt

Nun hat sich die Polizei der Sache angenommen. «Die Kantonspolizei Zürich führt derzeit die Ermittlungen in diesem Fall», sagt Mediensprecher Marc Besson auf Anfrage. Dabei werde der verantwortliche Lenker des Traktors ermittelt, das genaue Vorgehen abgeklärt «und entsprechend an die zuständige Behörde rapportiert».

Der für die Landwirtschaft zuständige Thalheimer Gemeinderat Guido Roggensinger sagte bereits Ende April gegenüber dieser Zeitung, dass der Fall «sehr ungewöhnlich und sicher nicht üblich» sei. Ähnliche Vorkommnisse seien ihm nicht bekannt. Auch die Kantonspolizei wusste nichts von ähnlichen Fällen.

Absolutes Fahrverbot

Neu sagt die Polizei nun, dass nach Abklärungen der Traktor ein Gebiet der Thur befahren habe, «in welchem Fischbrutstätten vorhanden gewesen sein könnten».

In der Thur laichen etwa Äschen, Nasen und Bachforellen. Würde ein schweres Fahrzeug wie ein Traktor über deren Brutstätten im seichten Flusswasser fahren, könnte der Fischlaich oder die jungen Fischchen zerstört werden. Auch ist nicht auszuschliessen, dass Öl vom Traktor in den Fluss gelangt.

Um die Kiesbank an der Thur zu erreichen, fuhr der Traktor im vorliegenden Fall durch ein schmales Waldstück, in dem ein absolutes Fahrverbot gilt. Auf der Verbotstafel am Waldrand sind auch keine Ausnahmen formuliert wie etwa für land- oder forstwirtschaftlichen Verkehr. Und um das Verbot gewissermassen zu unterstreichen, liegen drei mittelgrosse Steinbrocken im Weg. Diese Steine könnten von einem grossen Fahrzeug allerdings überfahren werden.

«Natürlich, naturnah»

Der Traktor war ausserdem in einem kommunalen Naturschutzgebiet und in einem BLN-Gebiet unterwegs, wobei diese Abkürzung bedeutet: Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Zudem handelt es sich um ein kantonales Fördergebiet für den ökologischen Ausgleich. Und der vom roten Traktor befahrene Thurabschnitt gilt laut dem Kanton Zürich als «natürlich, naturnah».

Erstellt: 15.05.2019, 15:57 Uhr

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