Winterthur

Pnos darf nicht in Winterthur tagen

Die rechtsextreme Partei lud für Freitagabend 150 Personen ins Zentrum Grüze. Nun wurde der Anlass abgesagt.

Das Zentrum Grüze wird von einer Freikirche betrieben, die Pnos will man dort nicht.

Das Zentrum Grüze wird von einer Freikirche betrieben, die Pnos will man dort nicht.

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Für ihre diesjährige Generalversammlung hat sich die rechtsextreme Partei Pnos (Partei National Orientierter Schweizer) Winterthur ausgesucht. Am Freitagabend hätte im Zentrum Grüze, welches von der Freikirche Chile Grüze betrieben wird, ein Anlass mit 150 Personen stattfinden sollen.

Laut der Pnos-Homepage wurde der Anlass jedoch kurzfristig von den Betreibern des Zentrums Grüze abgesagt. Auf Anfrage bestätigt das Veranstaltungshaus die Absage. In einer kurzen Mitteilung vom Zentrum Grüze heisst es, die Reservierungsanfrage sei von einer Privatperson ausgegangen: «Es war unserem Mitarbeiter des Bereichs Vermietungen nicht klar, dass es sich um eine politische Vereinigung handelt.» Als man dies dann doch noch bemerkt hatte, habe die Leitung der Freikirche beschlossen, dass die Benützung der Räume nicht zustandekommt. Dies habe man Mitte Woche der Pnos mitgeteilt.

Anwalt Landmann eingeschaltet

Die Pnos beschwert sich auf ihrer Homepage über das Vorgehen: Der stellvertretende Vorsitzende der Sektion Zürich habe die Räumlichkeiten offiziell gemietet. Ausserdem habe die Pnos frühzeitig die Kantonspolizei Zürich über den Anlass informiert, «um allfällige linksextremistische Gruppierungen vom Zentrum Grüze fernzuhalten».

Weiter sagt die Partei, man habe nun das Anwaltsbüro des bekannten Strafverteidigers Valentin Landmann eingeschaltet. Das Zürcher Anwaltsbüro bestätigte dies gegenüber dem «Landboten», man vertrete die Pnos «seit Jahren». Die Pnos schreibt, man habe Tausende Franken in den Anlass investiert. Die Generalversammlung wurde nun in den Mai verschoben. «Vielleicht ja trotzdem in Winterthur!?», heisst es dazu auf der Homepage.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Pnos im Raum Winterthur ausgeladen wird. Vor einem Jahr plante die Partei einen Kampfsport-Kurs in der Nähe der Stadt, doch auch diese Mietverträge wurden vor der Veranstaltung wieder aufgelöst.

Bei der Freikirche Chile Grüze, die Mitglied der Chrischona ist, will man generell keinen politischen Organisationen Raum bieten. Doch das war nicht immer so. Noch im Frühling 2016 hatte die EDU einen umstrittenen Vortrag über Homosexualität im Zentrum Grüze organisiert. Wie erst jetzt bekannt wird, beschloss die Freikirche daraufhin ihre neue Politik betreffend politischer Veranstaltungen.

Erstellt: 06.04.2018, 16:55 Uhr

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