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Spitzenkampf gegen BelgienPlötzlich stehen die Schweizerinnen unter Druck

Der Stolperer gegen Kroatien könnte teuer zu stehen kommen: Im Topspiel gegen Belgien droht das Nationalteam in der EM-Qualifikation vorentscheidend in Rückstand zu geraten.

Belgien im Visier: Auf diese Partie haben Ramona Bachmann und ihre Schweizer Teamkolleginnen lange gewartet.
Belgien im Visier: Auf diese Partie haben Ramona Bachmann und ihre Schweizer Teamkolleginnen lange gewartet.
Bild: HNS

Natürlich waren die Erinnerungen noch frisch. Und natürlich wollten sie nicht, dass ihnen das Gleiche passiert. Das Gleiche wie damals, bei der Qualifikation für die WM 2019 in Frankreich, als die Schweizer Fussballerinnen die grossen Favoritinnen gewesen waren – dann aber auf der Zielgeraden ihre hervorragende Ausgangslage gegen vermeintlich kleinere Teams verspielten.

Und so versicherten Führungsspielerinnen wie Lia Wälti oder Ramona Bachmann vor der EM-Qualifikationspartie vom letzten Freitag gegen Aussenseiter Kroatien, dass sie ihre Lektion gelernt hätten. Dass vor dem Topspiel der Gruppe H gegen Belgien zuerst einmal die Kroatinnen ernst genommen werden müssten.

Und dann? Dann endete jener Match trotz aller Vorsätze in einer Enttäuschung, kam die Schweiz nicht über ein 1:1 hinaus. Was die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel vom Dienstagabend (ab 19 Uhr hier im Liveticker oder auf SRF2) massiv verändert hat.

«Wir haben jetzt mehr Druck.»

Nationalspielerin Lia Wälti

Schliesslich war es für Belgien und die Schweiz schon fast Pflicht, das Punktemaximum im Rucksack zu haben, wenn sie am sechsten Spieltag in Thun erstmals aufeinandertreffen. Belgien hat geliefert, die Schweiz stolperte am Freitag zum ersten Mal.

Im Kampf um den Gruppensieg und die damit verbundene Teilnahme an der EM 2022 in England erhöht das den Druck auf die Spielerinnen von Trainer Nils Nielsen signifikant: Bei einer Niederlage wären die Belgierinnen kaum mehr einzuholen, zu gross ist der Leistungsunterschied zu den anderen Teams. Daran dürfte auch Wälti gedacht haben, als sie sagte: «Die Ausgangslage hat sich erschwert, wir haben mehr Druck.»

Ohne die Abwehrchefin

Zu allem Überfluss verloren die Schweizerinnen am Freitag nicht nur zwei Punkte, sondern auch Abwehrchefin Viola Calligaris. Die 24-Jährige, die unter anderem dank ihrer Spieleröffnung zu einer Leistungsstütze wurde, fiel nach einer Abwehraktion unglücklich aufs Handgelenk, nun muss sie sich einer Operation unterziehen. Ihre Mitspielerinnen verabschiedete sie am Flughafen mit Luftballons, nur eines von vielen Zeichen für die hervorragende Stimmung im Team – trotz des kürzlichen Rückschlags.

Nun muss es aber auch auf dem Platz wieder stimmen. Nicht das Resultat war es, das Trainer Nielsen in Kroatien besonders störte, sondern «die Art, wie wir mit dem früher Rückstand umgegangen sind». Deshalb fordert er: «Unsere Mentalität muss besser werden.»

Immerhin dürfte die Schweiz erstmals in dieser Gruppe auf einen Gegner treffen, der nicht nur darauf aus ist, das Spiel zu zerstören. Das kommt ihr entgegen. «Wir waren nie gerne die Favoritinnen», gibt Wälti zu. Vielleicht sagt Nielsen auch deshalb: «Das Momentum ist aufseiten der Belgierinnen.» Immerhin: So schlecht sind die Erinnerungen an Belgien nicht. In der ersten Barrage-Runde zur WM-Quali 2019 behielten die Schweizerinnen das bessere Ende für sich. Damals reichten aufgrund der Auswärtstorregel allerdings zwei Unentschieden (2:2 und 1:1) – nun braucht es aus den beiden Begegnungen mindestens einen Sieg.

Gruppe H: Rumänien – Kroatien (18 Uhr), Schweiz – Belgien (19 Uhr). Rangliste: 1. Belgien 5/15 (23:3). 2. Schweiz 5/13 (16:1). 3. Kroatien 5/4 (5:14). 4. Rumänien 4/3 (4:13). 4. 5. Litauen 5/0 (1:18). Modus: Neun Gruppensieger und drei besten Zweiten sind direkt für EM 2022 qualifiziert.

1 Kommentar
    Per Holund

    Ja wenn die Fussballerinnen sich nun auch so unnötig unschön tätowieren, dann kann es ja nicht gut kommen.