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Pleite der Fluggesellschaften könnte vor der Tür stehen

Der ganzen Luftfahrtbranche geht das Bargeld aus. Das dürfte laut Fachleuten dazu führen, dass nur wenige Fluglinien die Krise überstehen.

Die Lufthansa-Gruppe steht noch verhältnismässig gut da: parkierte Flugzeuge von Lufthansa in Frankfurt am 19. März 2020. Foto: Kai Pfaffenbach (Reuters)
Die Lufthansa-Gruppe steht noch verhältnismässig gut da: parkierte Flugzeuge von Lufthansa in Frankfurt am 19. März 2020. Foto: Kai Pfaffenbach (Reuters)

In der Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, rechnet man derzeit mit drei möglichen Szenarien: ein drei-, ein sechs- und sogar ein zwölfmonatiges Grounding. Das, so kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr an, dürftedazu führen, dass die Gruppe nach der Krise deutlich kleiner sein wird.

Das veranlasste nun wohl die Ratingagentur Standard & Poor’s, die Lufthansa-Aktie auf BBB- statt BBB herabzustufen – also auf einen Schuldner mittlerer Güte mit negativer Tendenz. Die Agentur stellt denn auch eine weitere Herabstufung in Aussicht. Das wäre dann die Klasse BB.Kommt es tatsächlich so weit, würde die Lufthansa-Aktie im Börsenjargon zu einer sogenannten Ramschanleihe werden.

Für kleine Fluggesellschaften dürfte es eng werden

Dabei steht die Lufthansa-Gruppe noch verhältnismässig gut da. Sie ist eine der dreissig Fluggesellschaften, die laut dem Weltluftfahrtverband Iata mit rund 300 Mitgliedern das Branchenwachstum der vergangenen Jahre zu verantworten hatten. Sie schrieb konstant Gewinne und verfügt über hohe Reserven. Die grosse Mehrheit der Mitglieder, so warnte Verbandsdirektor Alexandre de Juniac am Dienstag in einer Pressekonferenz, befinde sich in einer fragilen bis akut gefährdeten finanziellen Situation.

«Viele sind schon jetzt technisch bankrott oder zumindest bereits dabei, ihre Zahlungsverpflichtungen nicht einzuhalten.»

Branchendienst Capa

75 Prozent der Airlines hatten Anfang Jahr nur noch Cash für drei Monate. Und das heisst, dass ihnen angesichts der Situation langsam das Geld ausgeht.

Vor allem für kleine Fluggesellschaften dürfte es nun eng werden, weil sie über wenig Polster verfügen. Mit der britischen Regionalairline Flybe gab es bereits eine Pleite aufgrund der aktuellen Situation. In Südkorea warnte Korean Air kürzlich, dass sie auf Dauer so nicht überleben könne.

Der Branchendienst Capa warnte erst gerade, dass bis Mai «die meisten» Airlines weltweit bankrott sein könnten: «Viele sind schon jetzt technisch bankrott oder zumindest bereits dabei, ihre Zahlungsverpflichtungen nicht einzuhalten.» Nur mit staatlichen Hilfen lasse sich der Kollaps verhindern.

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