Stäfa

Piloten müssen in Stäfa mehr Abstand wahren

Am Stäfner Herbstfest wird die PC-7-Staffel der Schweizer Luftwaffe fliegen. Nach dem tödlichen Unfall ziviler Piloten an einer Flugshow in Dittingen BL stellt sich die Frage, ob am Zürichsee die Sicherheit gewährleistet ist.

Die PC-7-Staffel der Schweizer Luftwaffe: Sie kommt im Oktober an den Zürichsee.

Die PC-7-Staffel der Schweizer Luftwaffe: Sie kommt im Oktober an den Zürichsee. Bild: Annalina Dietz-Saluz

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Die Freude war gross, als Stäfa von der Schweizer Luftwaffe die Zusage erhielt: Am Herbstfest, das vom 2. bis 4. Oktober stattfindet, kommt die PC-7-Staffel an den Zürichsee. Eingefädelt hat dies OK-Präsident Philip Hänggi, der selber Instruktor bei der Luftwaffe ist.

Von dem Unglück, zu dem es am Sonntag in Dittingen BL kam, hat Hänggi gehört. Dort sind zwei Ultraleichtflugzeuge kollidiert, nachdem einer der Piloten seine Maschine zu stark nach oben zog. Die beiden Flugzeuge stürzten in bewohntes Gebiet mitten im Dorf. Ein Pilot starb dabei.

Zum bevorstehenden Auftritt der PC-7-Staffel in Stäfa sagt Hänggi: «Es besteht kein grosses Risiko.» Die Organisatoren stehen in Kontakt mit der Seepolizei und der Seerettung, die für die Sicherheit auf dem Wasser sorgen. Zudem musste die Gemeinde eine Versicherung abschliessen für den Fall, dass an der Flugshow doch etwas schieflaufen sollte.

Nicht über dem Publikum

Geregelt wird die Flugsicherheit vom Bund. «Bei Flugshows, die von uns bewilligt werden, gelten internationale Standards», sagt Martine Reymond, Mediensprecherin beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). «Der Sicherheitsabstand zum Publikum beträgt 150 Meter.» Zudem darf das Publikum nicht überflogen werden. Die Vorführung des Teams Grasshoppers in Dittingen mit drei Leichtflugzeugen wurde auch vorgängig vom Bazl abgenommen und bewilligt.

Die Flugzeuge des PC-7-Teams, die zur Schweizer Luftwaffe gehören und am Stäfner Herbstfest auftreten, fliegen in noch grösseren Abständen. Sie müssen eine Distanz von 230 Metern zu den Zuschauern einhalten. «Der Grund dafür ist die höhere Geschwindigkeit», erklärt David Marquis, Sprecher der Schweizer Luftwaffe. «Sie fliegen mit rund 500 Kilometern pro Stunde.» Zivile Propellermaschinen sind etwa mit 250 bis 300 km/h unterwegs. Für Düsenjets wie die Tiger-Flugzeuge der Patrouille Suisse gilt wegen noch höherer Geschwindigkeiten ein noch grösserer Mindestabstand – sie müssen eine Distanz von 450 Metern zum Publikum einhalten.

Die Regel, dass das Publikum nicht überflogen werden darf, gilt auch für das PC-7-Team der Luftwaffe. Deshalb werden die Piloten ihre Kunststücke am Stäfner Herbstfest laut Marquis über dem Zürichsee vorführen. Ein Absturz in bewohntes Gebiet wie in Dittingen ist also weniger wahrscheinlich.

Erstellt: 24.08.2015, 18:05 Uhr

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