Handball

Pfadi demontiert den Leader

Mit dem 30:20 (15:7) im Spitzenspiel ist Pfadi mit Tabellenführer Wacker Thun gleich gezogen. Die Frage nach dem Sieger war rasch geklärt.

Erfolgreiches Comeback: Rückraumschütze Roman Sidorowicz trug vier Tore zu Pfadis Sieg bei.

Erfolgreiches Comeback: Rückraumschütze Roman Sidorowicz trug vier Tore zu Pfadis Sieg bei. Bild: Nathalie Guinand

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Wir hatten sie im Griff, sie hatten keine Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen.» Die Bilanz von Pfadi-Trainer Adrian Brüngger fiel kurz und zutreffend aus. Sie, die Thuner, waren gestern gegen die soliden Winterthurer nie in der Lage, an die üblichen umkämpften Duelle anzuknüpfen. So verlief Pfadis Heimspiel gegen jene Mannschaft, die letzte Saison das Aus im Playoff-Halbfinal vollbracht hatte, weder spannend noch emotional oder hektisch, sondern nur eines: einseitig. Mehr als die 2:1-Führung durfte Wacker nicht vermelden. Pfadi antwortete aufs 4:2, erhöhte vom 7:5 auf 11:5, setzte mit der 15:7-Pausenführung die Vorentscheidung und mit dem 22:8 nach nur gut 37 Minuten die Entscheidung. «Wir haben ihnen bis dahin nicht viel zugestanden», lobte Brüngger die Arbeit der Abwehr - und hob einen hervor: «Ich habe Filip Maros noch nie so gut verteidigen sehen.»

Hinter der Deckung stand Arunas Vaskevicius, der bis zu seiner Auswechslung in der 46. Minute 17 Würfe pariert - und darüber hinaus zweimal ins leere Wacker-Tor getroffen - hatte. Matias Schulz brachte es anschliessend auf sechs Paraden. Das waren gleich viele, wie den beiden Wacker-Goalies in der gesamten Partie gelangen.

Die Torhüter waren der eine Unterschied. Die anderen: Pfadi gab seine Würfe zwingender als der Gegner ab, hatte mehr Varianten zur Verfügung, war auf mehreren Positionen gefährlich und verteidigte besser. Das alles zusammen gezählt, hätte eigentlich zu einem noch deutlicheren Sieg, als es das 30:20 ohnehin schon war, führen müssen.

Es geschah nicht, weil die Winterthurer, für die letztlich alle zum Einsatz kamen, ab dem 22:8 bis zum Schluss nur noch acht Treffer aus 22 Angriffen fertig brachten. Die Thuner also kamen im Prinzip glimpflich davon.

«Der Glaube fehlte»

In der Eulachhalle leisteten sie sich einen fahrigen, zahnlosen Auftritt. Der Rückraum ist, seit Nicolas Raemy und Lenny Rubin verletzt ausfallen, nicht mehr der gleiche wie Anfang Saison, als Wacker die beste Mannschaft der Liga darstellte. Nikola Isailovic leistete sich gestern in der ersten Halbzeit zu viele Ballverluste, Lukas von Deschwanden alleine konnte die Sache nicht richten, zumal auch er im Abschluss schnitzerte.

«Da müssen wir durch, bis die zwei wieder fit sind», wartet Trainer Martin Rubin auf die Rückkehr seines Sohnes und von Raemy. Seit drei Spielen fallen beide Aufbauer aus. «Gegen GC Amicitia konnten wir es noch einigermassen richten. Die Niederlage bei Suhr Aarau aber hätte nicht geschehen dürfen, das war offensiv katastrophal», blickte Rubin zurück. «Hier in Winterthur darf man verlieren. Aber nicht auf diese Art und Weise… Uns hat von Anfang an der Glaube gefehlt.»

Adrian Brüngger dagegen durfte «sehr zufrieden mit dem Match» sein. Mitunter griff sein Team etwas kompliziert an, doch grundsätzlich «hatten wir vorne einen guten Zug», wie der Trainer erklärte.

In einer frühen Phase des Spiels waren die messerscharfen Würfe wichtig, die Roman Sidorowicz aus dem Rückraum nahm. Er gab ein wertvolles Comeback, nachdem er neun Partien wegen einer Bauchmuskelzerrung verpasst hatte. Rechtzeitig zur bevorstehenden EHF-Cup-Reise am Wochenende nach Ungarn kehrte ebenfalls Matias Schulz (nach überstandenen Rückenproblemen) aufs Feld zurück.

Die Top 3 punktgleich

Da gestern Abend auch die Kadetten Schaffhausen siegten (mit dem 30:29 allerdings bedenklich knapp gegen GC Amicitia Zürich) liegen nun die potenziellen Top 3 der Schweiz punktgleich an der Spitze der Nationalliga A: Wacker vor Pfadi und den Kadetten.

Der Kontostand der Winterthurer ist allerdings wieder mit einem Fragezeichen versehen, weil St. Otmar gegen den Entscheid über die Wertung von Pfadis Heimsieg gegen die St. Galler nun tatsächlich Rekurs eingereicht hat. «Ich sehe dem relativ gelassen entgegen», meinte Brüngger zum bevorstehenden Urteil des Verbandssportgerichtes. Behält Pfadi diese zwei Punkte, bleibt die Startniederlage beim BSV Bern der einzige Ausrutscher der Saison, die gestern mit dem Kantersieg über den Tabellenführer einen ersten Höhepunkt hatte.

Erstellt: 05.10.2016, 23:00 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben