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Leben zwischen Terror und MultikultiParis, mein geliebtes Höllenloch

Ich lebe seit achtzehn Jahren in der französischen Hauptstadt. Und wenn Sie mich jetzt fragen, was Paris eher ist, jihadistischer Albtraum oder Multikulti-Paradies, so kann ich nur sagen: beides.

Über den Dächern der Avenue des Champs-Élysées
Über den Dächern der Avenue des Champs-Élysées
Foto: Alain Cornu

Im Moment existiert Paris nicht mehr. Jeden Morgen stelle ich mir auf dem Handy einen Passierschein aus, nur um mit dem Rad zu meinem kleinen Schreibstudio zu gelangen. Dort arbeite ich mit einer Reisedecke auf den Knien, und zu Mittag muss ich mich mit Brot und Käse bescheiden, denn die Restaurants sind geschlossen. Und weil alles abgesagt ist, gehe ich meist schon vor elf Uhr abends ins Bett.

Die Düsternis der Pariser Wintermonate lässt sich vorerst auch nicht mehr mit Kurztrips an die Côte d’Azur aufhellen. Immerhin wird ab Januar geimpft, zumindest bei denjenigen, die sich überhaupt impfen lassen wollen. Laut einer Untersuchung des Wellcome Trust belegt Frankreich in puncto Impffreudigkeit den letzten Platz von 140 Ländern. Trotzdem rechne ich fest damit, dass das Leben im neuen Jahr nach Paris zurückkehren wird. Was einerseits schön ist und andererseits schrecklich, denn Schönheit und Schrecken liegen in dieser Stadt nah beieinander. Sobald wieder mehr los ist, passieren auch die Dinge, die nie passieren sollten.

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