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Naturspektakel auf mindestens drei Schweizer Seen

Heute Morgen haben sich über dem Zürich-, dem Zuger- und dem Bodensee Wasserhosen gebildet. Ein Meteorologe erklärt das Wetterphänomen.

Videos von Augenzeugen des Naturschauspiels. (26. August 2018) Video: Tamedia

Am Sonntagmorgen haben sich über mindestens drei Schweizer Seen Wasserhosen gebildet. Bilder von Augenzeugen zeigen Wasserhosen über dem Boden-, dem Zürich- und dem Zugersee.

Augenzeugen haben die Windhose rund um den Zürichsee und den Zugersee mit der Kamera eingefangen: hier auf dem Zürichsee Höhe Richterswil.
Augenzeugen haben die Windhose rund um den Zürichsee und den Zugersee mit der Kamera eingefangen: hier auf dem Zürichsee Höhe Richterswil.
Leserreporter
Die Wasserhose vor Immensee.
Die Wasserhose vor Immensee.
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Eine Windhose bei Stäfa, schreibt ein Leserreporter zu diesem Bild.
Eine Windhose bei Stäfa, schreibt ein Leserreporter zu diesem Bild.
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Laut Meteonews sind die Höhenkaltluft und das warme Wasser «die perfekte Mischung für Wasserhosen». «Im Spätsommer erreichen die Seen typischerweise ihre höchste Wassertemperatur, so um die 24 bis 26 Grad», erklärt Meteorologe Klaus Marquardt auf Anfrage von Redaktion Tamedia. «Nun hat eine Kaltfront zusätzlich Höhenkaltluft gebracht – also liegt die kältere über der wärmeren Luft.»

Je nach Windverhältnissen dreht sich diese aufsteigende Luft um die eigene Achse. Dabei zieht sich der Wirbel immer enger zusammen, wird schneller und saugt Wasser an. Die Luft beginnt zu rotieren, was der Wasserhose ihre typische Form gebe.

Obwohl sie ähnlich aussieht, sei eine solche Wasserhose im Übrigen kein Tornado, sagt der Meteorologe. Tornados seien typischerweise mit grösseren Gewitterzellen oder gar Superzellen verbunden. Bei den Wasserhosen auf den Schweizer Seen seien die Windgeschwindigkeiten hingegen jeweils viel tiefer. «Wenn man da jetzt mit einem Segelboot durchfahren würde, könnte das gefährlich werden, aber sonst nicht», so Marquardt. Am Sonntagmorgen betrugen die Windgeschwindigkeiten am Zürich- und Zugersee 15 Kilometer pro Stunde.

Am Sonntagmorgen war der Zürichsee 23 Grad warm, die Luft am Ufer hingegen nur neun Grad. Die Luft war auch labil geschichtet, so dass für die Wasserhosen bei zusätzlicher Windscherung die Bedingungen stimmten. Erreicht eine solche Wasserhose das Ufer, bricht sie sofort zusammen, da der nötige Wasserdampf fehlt.

Wasserhosen sind in der Schweiz ein seltenes Phänomen, wie SRF Meteo berichtet. Weil sie häufig zusammen mit Schauern und Gewittern auftreten, sind sie nicht sichtbar. Am häufigsten zu sehen sind sie im Spätsommer, wenn die Seeoberflächen noch warm sind und kühlere Herbstluft über den See zieht.

Am besten prädestiniert für Wasserhosen ist in der Schweiz der Neuenburgersee. Dort trifft im Herbst oft Kaltluft vom Jura her auf den See. Wie SRF Meteo weiter mitteilt, sind die Wasserhosen vom 21 Juli 2012 und vom 5. September 2015 über dem Zürichsee unvergessen.

SDA/mch/sep

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