Wo ist Julian Assanges Botschaftskatze?

Der Wikileaks-Gründer sitzt in Haft. Nicht nur Tierfreunde beschäftigt, was mit seinem Haustier passiert.

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Zu den vielen politischen und juristischen Aspekten rund um die Verhaftung von Julian Assange in London gesellt sich eine weitere Frage humaner Natur: Wie geht es seiner Katze? Und was geschieht mit ihr, wenn das Herrchen länger abwesend ist? Schliesslich hat der Vierbeiner in den letzten Jahren nicht nur als Assanges Gefährte in der Botschaft von Ecuador Weltberühmtheit erlangt, sondern sogar über einen eigenen Twitter-Account verfügt.

Auch die Medien beschäftigen sich mit dem Tier. «Es ist ein Geschenk. Julian Assanges Kinder brachten die damals zehn Wochen alte Katze ihrem Vater im Mai 2016 mit», weiss welt.de. Immer sei sie in der Botschaft umhergelaufen, mehrmals sei sie am Fester fotografiert worden. Der zweibeinige Botschafts-Insasse hatte offenbar grosse Freude daran, seinen Weggefährten mit samtenen Pfoten stilistisch zu verändern: Mal musste das Tier mit einer Krawatte herumlaufen, mal mit einem weissen Hemdkragen oder beidem. Man muss nicht einmal ein fanatischer Tierfreund sein, um darob den Kopf zu schütteln. Im Internet und auf sozialen Medien jedenfalls gab es wegen Assanges Modetick teilweise herbe Kritik.

Interessant ist, dass der weltbekannte Vierbeiner keinen Namen trägt – zumindest in der Öffentlichkeit nicht. «Sie wurde von Medien Cat-stro, Michi sowie Embassy Cat (Botschaftskatze) genannt. Das rührt von ihrem Twitter-Account her, @EmbassyCat. Tiere von Welt haben selbstverständlich einen Twitter-Account», bemerkt welt.de nicht ganz zu Unrecht. Man kann auch davon ausgehen, dass die Katze kaum Hillary heisst. Die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin hat sich jüngst in New York nicht gerade als Anhängerin des verhafteten Australiers gezeigt.

Plötzlich verstummt die Katze

Zum Leidwesen der grossen Anhängerschaft von Assanges treuer Weggefährtin verstummte diese, weil dem Australier nach dem Streit mit der Botschaft der Zugang zum Internet verwehrt wurde. Da es gemäss ecuadorianischen Regierungsquellen der Mitbewohner der Botschaft mit der Sauberkeit nicht so genau nahm, erinnerte man Assange daran, sich diesbezüglich zu bessern. Zu den Pflichten in der Hausordnung zählten auch das Sich-Kümmern und das Wohlbefinden des Tieres, das Leeren des Katzenkistchens inklusive. Assange antwortete offenbar, dass die neuen Regeln seine grundsätzlichen humanen Rechte und Freiheiten verletzen würden.

Im Internet wurden verschiedene Hilfsinitiativen für die Katze sichtbar. «Man möchte sie aus ihrem Gefängnis retten, in das sie unschuldig geraten war. Zumal bei diesem Herrchen, das sich womöglich nicht kümmerte und sein Bad nicht sauber hielt, wobei unklar blieb, was abstossender ist», schreibt welt.de. In der Tat darf auch ein Haustier auf das Recht pochen, dass der Mensch sich um das Lebewesen kümmert.

Lebt der Vierbeiner in einem Tierheim?

Ende des vergangenen Jahres schrieb eine italienische Zeitung, dass Assange seine Katze weggegeben habe. Dabei wurde der Australier mit den Worten zitiert: «Die Isolation war unerträglich geworden.» Der britische Journalist James Ball hat bei Twitter vermeldet, dass die «Pussycat» vor Längerem von der ecuadorianischen Botschaft in ein Tierheim gegeben worden sei. Er selbst habe angeboten, sie zu adoptieren.

Rund um den Wikileaks-Gründer gibt es viele offene Fragen, das Schicksal der Katze gehört auch dazu. Wir hoffen jedenfalls, dass der Vierbeiner momentan weniger Probleme hat als sein ehemaliges Herrchen. Möge das Büsi in einem glücklichen und – sauberen – Haushalt leben. Eine Tortur bleibt dem eher schweigsamen Lebewesen ja Gott sei Dank erspart: der Gang vor die Justiz.

(fal)

Erstellt: 12.04.2019, 11:48 Uhr

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