US-Hurrikan-Zentrum warnt vor «lebensbedrohlichem Hochwasser»

Der schwere Tropensturm «Barry» ist auf die US-Küste getroffen. Nun drohen sintflutartiger Regen und Tornados.

Wurde kurzzeitig als Hurrikan eingestuft: Tropensturm Barry setzt die US-Südküste unter Wasser. Video: Storyful/Tamedia

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Der Tropensturm «Barry» hat die Südküste der USA heimgesucht und unter Wasser gesetzt. Im Bundesstaat Louisiana traf der Sturm am Samstagnachmittag nahe Intracoastal City westlich von New Orleans auf die Küste, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte.

Nachdem «Barry» auf dem Weg an Land kurzzeitig die Stärke eines Hurrikans der untersten Kategorie eins angenommen hatte, schwächte er sich danach wieder zu einem Tropensturm ab. Meteorologen gingen davon aus, dass «Barry» auf seinem Weg in das Hinterland weiter an Kraft verliert.

Experten warnten jedoch, die Auswirkungen des Sturms könnten sich erst mit Verzögerung bemerkbar machen, vor allem durch den massiven Regen. Dies sei «erst der Anfang», sagte Louisianas Gouverneur John Bel Edwards. «Das werden noch einige lange Tage für unseren Staat.»

«Sorry, wir haben das ganze Wochenende geschlossen», steht auf diesem Schild. (13. Juli 2019) Bild: Scott Olson/Getty/AFP

Meteorologen erwarten sintflutartigen Regen, Überschwemmungen und Tornados. Am späten Samstagnachmittag wurde wegen der Sturmfluten an der Küste die Evakuierung kleinerer Siedlungen entlang der Küste in der Gemeinde Lafourche angeordnet, während nach örtlichen Medienberichten der Highway 24 geschlossen wurde.

Fachleute mahnten, das Gefährliche an «Barry» sei nicht die Windstärke, sondern es seien die Wassermassen, die der Sturm an Land trage. Der Leiter des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, sagte, der Sturm habe sich sehr langsam über das Meer bewegt und auf seinem Weg viel Wasser angesammelt. Er warnte, der Sturm dürfte heftige Niederschläge bringen und könnte zahlreiche Flüsse über die Ufer treten lassen. Er warnte vor «lebensbedrohlichem Hochwasser» im Nachbarstaat Mississippi sowie in Tennessee.

Der Sturm sorgte bereits für Stromausfälle: Rund 117'000 Menschen waren am Samstag nach Behördenangaben ohne Elektrizität - die meisten davon in Louisiana. Der Fernsehsender CNN berichtete, in der Stadt Morgan City in Louisiana sei der Strom komplett ausgefallen. Aber auch in den benachbarten Bundesstaaten Texas, Mississippi und Alabama kam es nach offiziellen Angaben zu einzelnen Stromausfällen.

Besonderes Augenmerk lag auf New Orleans. Die Südstaatenmetropole war 2005 vom Hurrikan «Katrina» schwer zerstört worden und hatte Hunderte Tote zu beklagen. Nach andauerndem Regen war es in Teilen der Stadt bereits in den vergangenen Tagen zu Überschwemmungen gekommen. Da jedoch der Mississippi trotz Hochwassers auch mit dem Starkregen noch deutlich unter den Dammkronen blieb, schien die grösste Gefahr gebannt, berichtete der Sender CNN. Bürgermeisterin LaToya Cantrell riet den Bewohnern, dennoch auf der Hut zu sein. «Wir sind in New Orleans noch nicht in Sicherheit», sagte sie.

Für mehrere gefährdete Bereiche von New Orleans waren vorab Zwangsevakuierungen angeordnet worden. Bewohner des Gebiets ausserhalb des Überschwemmungsschutzgürtels der Stadt wurden gebeten, das Gebiet freiwillig zu verlassen. Der Flughafen in New Orleans teilte mit, wegen des Sturms seien für Samstag alle Flüge von oder nach New Orleans gestrichen worden.

«Barry» bewegte sich nur sehr langsam vorwärts. Seine Ankunft an Land hatte sich damit etwas länger hinausgezögert als ursprünglich erwartet.

Für den Bundesstaat Louisiana wurde der Notstand ausgerufen. Video: Storyful

Küstenwache, Feuerwehren und andere Rettungsdienste hatten sich frühzeitig für die Ankunft des Sturms bereit gemacht. Die Nationalgarde von Louisiana aktivierte auf Anweisung von Gouverneur John Bel Edwards rund 3000 Reservisten, die sich mit Helikoptern sowie Booten und anderen Wasserfahrzeugen an verschiedenen Punkten positionierten.

US-Präsident Donald Trump rief die Bewohner von Louisiana und der Golfküste zur Wachsamkeit auf. Auf Bitten des Gouverneurs von Louisiana, John Bel Edwards, hatte Trump bereits am Freitag den nationalen Notstand für den Bundesstaat erklärt, um rasche Bundeshilfen zu ermöglichen. (red/sda)

Erstellt: 14.07.2019, 09:32 Uhr

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