Acht Jahre nach Diamantenraub von Brüssel gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat vor einem Brüsseler Gericht acht Jahre Haft für den mutmasslichen Drahtzieher eines spektakulären Raubes gefordert.

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Eine Bande hatte 2013 auf dem Brüsseler Flughafen 121 Pakete mit Diamanten, Edelsteine und Goldbarren geraubt. Die Pakete hätten in ein Flugzeug der schweizerischen Fluggesellschaft Helvetic Airways geladen werden sollen. Der Hauptangeklagte, der aus dem französischen Metz stammt und im Milieu unter den Namen «der grosse Marc» oder «Quentin Tarantino» bekannt ist, musste sich als letzter vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen 18 mutmassliche Komplizen fand bereits im Mai 2018 statt. Sie wurden aber alle mangels Beweisen freigesprochen. Weil gegen «den grossen Marc» damals jedoch bereits in Frankreich wegen eines anderen Delikts ermittelt wurde, konnte er nicht an Belgien ausgeliefert werden.

Angeklagter bestreitet Raub

Am Mittwoch vor Gericht bestritt der Beschuldigte seine Beteiligung an dem bewaffneten Raubüberfall. Er räumte jedoch ein, mit aus dem Überfall gestohlenen Diamanten und Edelsteinen gehehlt zu haben.

Der mutmassliche Drahtzieher behauptete vielmehr, jemand habe ihm die Diamanten angeboten. Er hätte diese am 19. Februar 2013 gegen 7 Uhr 45 Uhr in Brüssel entgegen genommen. «Man hatte mir damals nicht gesagt, dass es sich um gestohlene Diamanten handelt.» Er habe nur gewusst, wann und wo er für die Übergabe sein müsse, beteuerte er.

Die Staatsanwaltschaft hingegen stützte sich auf Auswertungen von Telefongesprächen. «Er hat nicht nur die Rolle eines Hehlers eingenommen», argumentierte die Anklägerin. Sie verlangte daher eine Gefängnisstrafe von acht Jahren - die gleich hohe Strafe, die sie 2018 für die Komplizen gefordert hatte. Der Prozess wird am 7. Juni fortgesetzt. Dann ist die Verteidigung am Zuge.

Teile der Beute in Genf

Anfang Februar 2013 hatten acht schwer bewaffnete Männer einen Zaun am Brüsseler Flughafen durchbrochen und 121 Pakete mit Diamanten, Edelsteinen und Goldbarren geraubt, die aus einem Sicherheitstransporter in ein Flugzeug der Fluggesellschaft Helvetic Airways hätten verladen werden sollen. Die Beute wurde offiziell auf 37,9 Millionen Euro geschätzt.

Mitte Mai, gut zwei Monate nach dem spektakulären Raub, wurde ein Teil der Beute im Wert von rund fünf Millionen Euro im Keller eines Freundes des Hauptangeklagten entdeckt – und zwar im Genfer Stadtteil Champel. Der besagte Freund gab zwar den Besitz der Diamanten zu, er bestritt jedoch seine Beteiligung am Raub. Er wurde schliesslich im November 2016 in Genf zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

(step/sda)

Erstellt: 15.05.2019, 18:08 Uhr

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