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Strandhopping auf der weissen Insel

Der Flug von Altenrhein auf die griechische Insel Lefkas dauert gerade mal zwei Stunden. Wer mehr als einen ihrer unberührten Strände ­besuchen will, der kann sich auf einer Bootstour gleich mehrmals absetzen lassen.

Ankunft in der Egremni-Bucht. Es ist ein bisschen wie bei Roginson - niemand da.
Ankunft in der Egremni-Bucht. Es ist ein bisschen wie bei Roginson - niemand da.
Koni Ulrich

Los gehts an der Promenade von Nidri, dem grössten Ort an der Ostküste nebst der Hauptstadt Lefkada. Eine Statue erinnert an den Reeder Aristoteles Onassis (1906­–1975), dessen Familienclan die äussere der beiden kleineren Inseln in Sichtweite immer noch besitzt. Gleich mehrere grössere Boote warten im Hafen auf Kundschaft. Sie alle wollen mit ihren Gästen die schönsten Strände im Süden der weissen Insel abklappern.

Es sind Strände, die ein Normalsterblicher im Alleingang kaum erreichen würde, es sei denn, er miete sich im Hafen ein Boot, um die Gegend ganz auf eigene Faust zu erkunden. Weshalb aber diese Mühe auf sich nehmen, wenn doch der ­Käpten mit dem Beachhopper eigentlich nur noch auf uns ­wartet?

Wasser fast wie in der Karibik

So fahren wir vor zehn Uhr los, und zwar gegen Süden, um zunächst das Kap Ducato zu umrunden. Dessen Leuchtturm ist wohl in unendlich vielen Ferienalben verewigt. Den ersten Halt machen wir gegen Mittag in der Egremni-Bucht auf der offenen Inselseite. Ihr türkisblaues Wasser kann durchaus mit der Karibik Schritt halten. Als wir anlegen und die Leiter ausfahren, ist auf den runden, weissen Kieseln tatsächlich kein Lebewesen anzutreffen. Kein Wunder, denn die ein Kilometer entfernte hölzerne Wendeltreppe am Fels ist längst in sich zusammengefallen, wie sich später beim Strandlaufen her­aus­stellt. Somit ist ein Zugang zum Strand, anders als per Boot, hier gar nicht mehr möglich.

Wer sich seitwärts vom Boot etwas entfernt, fühlt sich zumindest für eine Weile wie Robinson: Angespülte Baumgerippe und fein geschliffenes, hölzernes Strandgut machen die Kulisse perfekt. «Aber aufgepasst», hat der Käpten via Lautsprecher an Bord noch verkündet, «nicht zu nahe an die steilen Küstenwände treten, denn da kann Geröll herunterkommen.»

Schatten an Deck des Bootes

Der fehlende Schatten am Strand ist bei unserer Hoppingvariante kein Problem. Wer die Sonne nicht stundenlang verträgt, kann jederzeit wieder auf Deck und an den Schatten zurück. Dort serviert der Bartender durchgehend Drinks und Snacks. Allerdings ist es sinnvoll, sich die im Voraus abgemachten Abfahrtszeiten des Bootes zu merken, bevor man sich weiter weg auf Erkundung begibt.

Nach zwei Stunden geht es weiter, immer noch an der Westküste entlang. Wir fahren gegen Süden zum Katsiki-Strand, an der äussersten südwestlichen Ecke der Insel gelegen. Hier gibt es sogar eine Treppe zum Autoparkplatz und zur Strandbar. Sportliche junge Leute, die in gelbe T-Shirts ­gekleidet sind, haben ein Start-up-Unternehmen gegründet. Sie nehmen unten am Strand Bestellungen für die Bar auf und bringen das Gewünschte in kurzer Zeit zum Gast hinunter. Eine sympathische Idee.

Finale in der Taverne

Weniger erfreut sind wir, als sich eine Treppe zur Aussichtster­rasse als untauglich erweist. Sie scheint seit einem Erdbeben nicht mehr wiederhergestellt worden zu sein. Dann fahren wir noch zum kleineren Strand Agiofili, nahe beim Dörfchen Vasiliki, wo der ständige Wind ideale Verhältnisse für Wassersportler schafft.

Erst gegen Abend erreichen wir wieder den Heimat­hafen von Nidri, um später eine der zahlreichen Tavernen aufzusuchen. Da scheint sich das Motto «Von allem ein bisschen» ein­gebürgert zu haben. Die umtriebigen Kellner servieren alles, was das Meer hergibt: Muscheln, Tintenfisch in Essig und frittiert, Crevetten an Tomatensauce, Sardinen. Dazu gibts Salat mit Feta, Linsen, Moussaka, Zaziki und Rot- oder Weisswein aus der lefkadischen Erde.

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