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Undank

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Eigentlich will ich als Vater nicht, dass mir die Kinder danken. Ein Lächeln ­genügt, ein zufriedener Blick. Eigentlich.

Wenn man allerdings zwei Stunden lang über eine Wiese gerannt ist und mit mässigem Erfolg, aber unablässig versucht hat, drei Flugdrachen gleich­zeitig zu starten, obwohl ich ja von Anfang an sagte, es habe zu wenig Wind, aber die Kinder ja unbedingt wollten . . .

Wenn man den Hasenkäfig wieder selbst ausgemistet hat . . .

Wenn man zwischen Wäscheaufhängen, Einkaufen und Velo­flicken doch noch Fajitas auf den Tisch gebracht hat, eines ihrer Lieblingsmenüs . . .

Wenn man in einem familienumfassenden Grosseinsatz im Garten des Ferienhauses ein Baumhaus an eine turmhohe Tanne geschraubt hat, teils an einem Kletterseil baumelnd . . .

In solchen Fällen würde ich ein formelles Dankeschön noch gerne entgegennehmen. Es muss kein Orden für meine Verdienste als Drachenstarter oder Baumhausarchitekt dabei sein. Aber ein ordentliches «Danke» sollte doch drinliegen. Sollte.

Vielleicht sind wir ja schuld. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir es mit der diesbezüglichen Erziehung nicht ernst genug genommen haben. Schon für das Wursträdli des Metzgers im Coop bestanden wir nie auf dem lautstarken Dankesagen. Dankenicken oder -murmeln schien uns genug.

Kürzlich habe ich eine Methode entdeckt, um doch noch Streicheleinheiten zu bekommen. Und zwar habe ich – ganz zufällig, ich schwörs – gehört, wie die eine Tochter einer Freundin von unserem Baumhaus vorschwärmte. Nur in Superlativen. Gefolgt von einem, wenn auch weniger expliziten Lob für die elterlichen Kochkünste.

Es war eine Freude. Aber vielleicht habe ich bloss keine Ahnung. Und nicht gemerkt, dass die Tochter ihre Zimmertür extra offen liess und sich dachte: Wenn er das hört, zieht er im Winter garantiert den Schlitten den Hang hoch.

Erstellt: 30.10.2017, 11:01 Uhr

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