Eine gute alte Wirtschaft, die Erinnerungen weckt

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Die Wirtschaft zur Höhe in Zollikon gehört zu den Restaurants, in denen man sich sofort wohlfühlt. Das liegt vor allem am Wirtepaar Esther und Tony Scherrer, die uns ausgeprochen freundlich empfangen und aufmerksam bedienen. Angenehm ist aber auch die Atmosphäre in diesem rustikal-gediegenen Wirtshaus, in dem die Scherrers schon seit bald 30 Jahren als Gastgeber am Werk sind. Zudem haben wir bei unserem Besuch das Glück, dass sich der Andrang wegen der Sportferien in Grenzen hält. Umso mehr können sich die Gastgeber um die anwesenden Gäste kümmern und auch mal eine muntere Konversation einstreuen. Etwa über die Skiferien, die manche Leute heute lieber auf den Malediven am Strand verbringen als in unseren Bergen beim Wintersport. Tja, es ist eben nichts mehr wie früher, stellen wir beim erfrischenden Räuschling vom Weingut Schipf (9.50 Fr./dl) fest – und geniessen die leckere Kalbfleischterrine mit Selleriesalat, die uns als Amuse-bouche gereicht wird.

So wie früher ist es aber in dieser «guten alten Wirtschaft», wie sie sich selber anpreist. Denn im einstigen Weinbauernhaus wird die Tradition der gutbürgerlichen Gourmetküche noch so gepflegt, wie wir es besonders gern haben. Mit einem vielfältigen Angebot an Fleisch- und Fischgerichten, das von Klassikern wie dem Filet Rossini bis zu Eigenkreationen wie einem pochierten Wolfsbarschfilet mit Birnen-Petersiliensauce reicht. Eine grosse Auswahl an Vorspeisen und Desserts fehlt ebenso wenig wie eine imposante Weinkarte, der Wagen mit Käsespezialitäten aus dem Toggenburg und ein Spirituosen-Büffet. Dieses steht fast etwas verschämt in der Ecke und erinnert uns an die Zeiten, in denen mancher den Businesslunch noch völlig selbstverständlich mit einem Cognac abrundete.

Wir ordern als Vorspeisen ein Lachscarpaccio, das mit Wakamesalat und Basilikum-Glacé serviert wird, sowie eine Topinambursuppe mit Haselnuss-Spinatpesto. Beide Gänge, die wir aus dem fünfgängigen Abendmenü wählen können, überraschen mit geschmacklichen Nuancen und munden ausgezeichnet. Das gilt auch für die Hauptgänge, welche die Scherrers stilsicher mit Cloches – also silbernen Abdeckhauben – auf den Tisch zaubern. Toll, das ist ja wie früher. Der Hackbraten vom Kalb und Rind mit Morchelsauce, Gemüse und Kartoffelstock (44 Fr.) sowie das Kalbsfilet im Teig mit Feigen-Portweinjus, Gemüse und Püree (59 Fr.) sind ihren Preis wert. Und würde die Sauce in einem «Seeli» im Karfoffelstock baden, wäre es erst recht wie früher. Da wir nun einen Hang zum Traditionellen verspüren, setzen wir auch beim Wein auf Bewährtes, nämlich einen Blauburgunder aus der Region und einen Bordeaux aus St. Emilion (je 9.50 Fr./dl).

Letzerer erinnert uns an eine Schlemmerreise durch Frankreich – und die dortige Dessertkultur. Damit ist es Zeit für ein Stück der frischen Apfelwähe, die dank ihrem delikaten Zuckerguss durchaus mit einer klassischen «Tarte tatin» vergleichbar ist. Da passt ein Gläschen Chateau Sigalas Rabaud (14.50 Fr./Glas) natürlich ausgezeichnet dazu. Ein finessenreicher, 16 Jahre alter Sauternes zum Dessert. Jetzt ist es endgültig wieder wie früher.

Wirtschaft zur Höhe, Höhestrasse 73, Zollikon. Dienstag bis Sonntag, 11 bis 24 Uhr (Montag geschlossen). Telefon 044 391 59 59. www.wirtschaftzurhoehe.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.02.2017, 14:47 Uhr

In der Gastrokolumne testen die Redaktorinnen und Redaktoren der Zürichsee-Zeitung die Restaurants in der Region auf Herz und Nieren.

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