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Die verzweifelte Suche nach den Opfern

Auf den Philippinen hat sich ein Drama ereignet. Bis zu 50 Bergleute sind während des Taifuns Mangkhut begraben worden.

Opfer einer Naturgewalt: 40 bis 50 Menschen sind in Itogon auf den Philippinen am 16. September 2018 während des Taifuns Mangkhut begraben worden. (Video: Tamedia/Mit Material der SDA)

Unter Schlamm und Schutt suchen Rettungsteams im Norden der Philippinen nach Dutzenden Opfern von Taifun «Mangkhut». Einsatzkräfte in der Stadt Itogon gruben am Montag mit Schaufeln, Hacken und teils auch mit blossen Händen in dem Schlamm, der mit Steinen, umgestürzten Bäumen und Schutt vermischt ist.

Hier begrub eine Schlammlawine, ausgelöst durch heftige Regenfälle, eine Unterkunft von Bergbauarbeitern. Laut Bürgermeister Victorio Palangdan hielten sich 40 bis 50 Menschen in dem Gebäude auf: «Wir glauben zu 99 Prozent, dass die eingesperrten Leute tot sind», sagte er. «Wir machen weiter, bis wir alle Körper gefunden haben.»

Itogon liegt in der Provinz Benguet im Norden des südostasiatischen Landes, 198 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Wegen des steilen Hangs seien die Bergungsarbeiten sehr schwierig, sagte der freiwillige Helfer Walter Coting. Ausserdem gebe es zu wenig Ausrüstung.

Am Donnerstag hat sich ein neuer Erdrutsch ereignet. Rettungskräfte bergen einen Überlebenden in der Stadt Naga. (20. September 2018)
Am Donnerstag hat sich ein neuer Erdrutsch ereignet. Rettungskräfte bergen einen Überlebenden in der Stadt Naga. (20. September 2018)
Reuters
Die neue Schlammlawine tötete mindestens fünf Menschen und begrub bis zu 25 Häuser unter sich.
Die neue Schlammlawine tötete mindestens fünf Menschen und begrub bis zu 25 Häuser unter sich.
Reuters
Er habe die Arbeiter und Bewohner vor dem Wirbelsturm aufgefordert, den Ort zu verlassen, sagte der Bürgermeister. Polizei habe zur Unterstützung bereit gestanden. «Aber sie haben die Polizisten ausgelacht und auf die Häuser gezeigt.»
Er habe die Arbeiter und Bewohner vor dem Wirbelsturm aufgefordert, den Ort zu verlassen, sagte der Bürgermeister. Polizei habe zur Unterstützung bereit gestanden. «Aber sie haben die Polizisten ausgelacht und auf die Häuser gezeigt.»
Reuters
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«Wir brauchen Bagger, um den Bereich von Erde und Schutt zu befreien», erklärte Coting weiter. «Ausserdem brauchen wir Flutlicht, denn wenn es dunkel wird, können wir nicht weiterarbeiten.» Einem Bericht zufolge schickte die Küstenwache Spürhunde nach Itogon, das in der Provinz Benguet rund 200 Kilometer nördlich von Manila liegt.

Nach jüngsten Regierungsangaben sind auf den Philippinen mindestens 58 Menschen durch den Taifun gestorben, der die Philippinen am Samstag heimgesucht hat. Weitere 49 wurden vermisst.

Der Bürgermeister macht unregulierten Bergbau für die Erdrutsche verantwortlich. Es handle sich um eine verlassene Bergbauregion, die jedoch von einigen Bergleuten weiter genutzt werde. Er habe die Arbeiter und Bewohner vor dem Wirbelsturm aufgefordert, den Ort zu verlassen, sagte Palangdan. Polizei habe zur Unterstützung bereit gestanden. «Aber sie haben die Polizisten ausgelacht und auf die Häuser gezeigt.» Der Staatssekretär für Umwelt, Roy Cimatu, ordnete die Aussetzung der Bergbauarbeiten an.

Vier Tote in China

Die Zahl der Opfer durch «Mangkhut» an der Südküste Chinas ist auf vier gestiegen. Wie die chinesische Katastrophenschutzbehörde am Montag mitteilte, hinterliess der Sturm in der Provinz Guangdong die schlimmsten Schäden. Drei Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein Mensch starb, weil ein Gebäude einstürzte. Am Vorabend war zunächst von zwei Toten die Rede gewesen.

Die Aufräumarbeiten liefen noch in der Nacht an, wie staatliche Medien berichteten. Vielerorts blieben Schulen geschlossen. Entwarnung wurde wegen anhaltender starker Regenfälle noch nicht gegeben.

Leben in Hongkong steht still

«Mangkhut» hatte in China und in Hongkong am Sonntag vielerorts grosse Verwüstungen angerichtet. Grosse Teile der Südküste sowie die Millionenmetropole Hongkong kamen beinahe vollständig zum Stillstand. Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und mehr als 2,4 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

So wütete der Taifun in Hongkong: Aufnahmen aus der Metropole. Video: AFP / Leser-Reporter

Fernsehsender zeigten Bilder von überfluteten Strassen und starken Regenfällen, die sich über der Region entluden. Heftiger Wind riss Bäume um, zerstörte Fensterscheiben und brachte Baugerüste zum Einsturz. Allein in Hongkong wurden laut der Zeitung «South China Morning Post» mehr als 200 Menschen mit Verletzungen behandelt.

(SDA)

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