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Februar – kurz, aber heftig

Zum Glück ist der Februar der kürzeste Monat im Jahr, findet Bloggerin Sandra Weber. Trotzdem scheint er sich ewig dahinzuziehen. Vermutlich, weil man den Winter schon sowas von satt hat.

Es ist wie mit dem letzten Drittel der Schwangerschaft. Eigentlich ist es nicht länger, als die zwei anderen Drittel davor, aber es fühlt sich viel, viel länger an. Zwar trage ich gerade keinen Bauch mit mir herum, der aussieht, als würde er Drillinge beherbergen, dafür muss ich mich für die Gartenarbeit so dick einpacken, dass ich mich kaum noch bewegen kann. Und die Nase tropft. Immer. Und wenn ich nicht gerade meine eigene Nase putze, dann sicher ein oder zwei andere, die genau gleich aussehen, einfach kleiner.

Trotzdem bleibt man im Februar lieber im Garten, wenn man Frischluftbedarf hat, denn setzt man auch nur einen Fuss hinaus, wird man mit Guggenmusik beschallt und mit Konfetti beworfen, das man dann noch bis kurz vor Weihnachten unter dem Bett findet. Bleibt man ums Haus, ist man auch rasch auf dem eigenen WC und muss sich darum weder von besorgten Spaziergängern mustern lassen, die vermutlich zu Recht die Köpfe drehen, wenn man ein halbnacktes, aus vollem Halse brüllendes, weil frierendes Kind über einen Busch hält, noch muss man den Spaziergang vorzeitig abbrechen, weil dieses aus Angst vor der Kälte sein Geschäft lieber in der gemütlichen Wärme der eigenen Hose erledigt hat. Im Februar sieht der Garten aber leider so aus, als hätten die Bäume draufgespuckt. Zudem, wenn wir schon beim Stichwort sind, ist er immer auch der Magen-Darm-Grippe-Monat. Bei uns zumindest. Und gerade wenn man denkt, man hat ihn endlich überstanden, flattert auch noch die Steuererklärung ins Haus.

Wer schlau ist, hat rechtzeitig, also vor etwa drei Jahren, ein Ferienhaus im Engadin gebucht und geniesst jetzt Pulverschnee und Sonne. Für alle anderen gilt im Februar: Augen zu und durch. Wenn dann die Guggen ihren Rausch ausschlafen, die Kinder nicht mehr grün sind und die Steuererklärung erledigt, nimmt man am besten die Wegleitung und entfacht damit an einem schönen Abend, der jetzt endlich wieder ein bisschen länger ist, das allererste Feuerchen im Garten, lauscht dem Lied der Amsel und sucht nach Krokus und Schneeglöckchen. Auch wenn's gerade noch nicht danach aussieht: Der Frühling ist nah.

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