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Die megapeinliche Suchaktion

Stockfinster draussen und die Tochter ist alleine im Park. Grund genug, um in Panik auszubrechen, oder nicht?

Freitagabend, noch während der Winterzeit, kurz vor 19 Uhr. Ich komme von der Arbeit nach Hause, begrüsse zwei Kinder und Frau. Und wo steckt die dritte, die älteste Tochter? «Ach, die ist im Park, am Picknicken», antwortet die Frau. Was? Im Park? Ganz ­alleine? Es ist doch schon stockdunkel draussen. «Nein, nicht ­alleine. Mit zwei Freundinnen. Zum ersten Mal. Sie haben Sandwiches mitgenommen. Ist doch lässig.» Drei Mädchen, gerade mal 11-jährig? Alleine im Park? Jetzt? Wann kommen sie denn zurück? «Um 19.30 Uhr.» Erst 19.30 Uhr? Aber . . . «Jetzt tu doch nicht so. Die wissen schon, was sie machen.»

Also stelle ich mich still ans Eckfenster der Stube, mit möglichst weitgehendem Blick Richtung Park. Übrigens handelt es sich um den Eulachpark in Ober­winterthur. Für Ortsunkundige: eine schöne Anlage, die wir häufig besuchen und die gerade auch bei Jugendlichen beliebt ist, um am Abend gemütlich zusammenzusitzen, auf einer der Betonsitzstufen abzuhängen, zu kiffen und wer weiss was für Orgien zu feiern. Wer kommt da um die Hausecke? Nein, die Kinder sind es noch nicht.

«Jetzt wundere ich mich doch langsam, wo sie bleiben. Dass es bereits so dunkel wird, habe ich nicht einberechnet.» Der zuvor gesäte Zweifel ist bei meiner Frau innert Minuten aufgekeimt. Noch ein paar Diskussionsrunden hin und her – schon sitzt sie auf dem Velo unterwegs in den Park, auf zur Suchaktion.

Kaum ist die Frau losgebraust, läutet die vermisste Tochter an der Türe. Bestens gelaunt, es war toll, rundum zufrieden, alles grossartig. Im Dunkeln Angst gehabt? Sicher nicht! Kurz darauf ist auch die Suchpatrouille wieder da, sagt zwar nicht viel, aber wirft Blicke. Ich habs ja gesagt! Kein Problem! Du Panikmacher!

Der Kommentar der Tochter, nachdem sie die ganze Geschichte erfahren hat, noch zum Abschluss: «Zum Glück hätt si ois nöd gfunde. Das wär ja megapeinlich gsi.»

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