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Der erste Familienurlaub

Was tun, damit der Familienurlaub nicht in Frust endet? Bloggerin Silvia Makowski schreibt in ihrem neusten Beitrag über den ersten gemeinsamen Familienurlaub mit beiden Kindern.

Der Gardasee: Der Schauplatz des ersten YoungMum-Familienurlaubs mit beiden Kindern.

Der Gardasee: Der Schauplatz des ersten YoungMum-Familienurlaubs mit beiden Kindern. Bild: Pixabay.com

Im Mai planen wir unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub mit beiden Kindern. Der Einfachheit halber, also auf das Flugzeug verzichtend, bleiben wir in der Nähe und fahren mit dem Auto an unseren geliebten Gardasee. Keine Blume blüht in meinen Augen schöner, kein See ist blauer, kein Berg ragt höher in die Luft und kein Himmel ist wolkenloser als im hügeligen Norden des Gardasees. Wo die Wassertemperaturen über Nacht von 24 auf 18 Grad abkühlen können, wo man mit dem Velo immer zuerst einen gefühlten Mount Everest erklimmen muss bevor es Mal bergab geht und wo bei besten Windsurfbedingungen immer gerade die Boote einer Segelregatta den halben Strand besetzen, dort fühlen wir uns wie zuhause.

Doch nun sind wir nicht mehr nur zu zweit, sondern haben zwei kleine Kinder – wie stellen wir das an, damit auch dieser Urlaub toll wird und nicht in Frust endet?

Die Packliste

Damit wir den Frühling am Gardasee geniessen können, brauchen wir alle möglichen Sachen: Babybadewanne, Babywippe, Schoppenwärmer, unser Sortiment an Fläschchen, Kuscheldecken, Babyphone, Reisebetten, «Sändelizüüg», Spielsachen, Sonnenschirm und Baby Schwimmsitz.

Auch das Tragetuch, Babybjörn, Rückentrage zum Wandern, unser Doppelkinderwagen und der Croozer-Veloanhänger müssen im Kofferraum Platz finden. Und unsere Velos nehmen wir ja auch mit! Wie bringen wir das alles unter Dach und Fach?

Räumliches Vorstellungsvermögen

Wie ich kürzlich in einem interessanten Artikel gelesen habe, haben Wissenschaftler der University of Birmingham Hinweise dafür gefunden, dass Linkshänder anders denken als Rechtshänder. Die Ursache dafür liegt darin, dass die unterschiedliche Nutzung der beiden Hirnhälften für eine andere Wahrnehmung sorgt. So ist bei Linkshändern das räumliche Vorstellungsvermögen häufig besser ausgeprägt als bei Rechtshändern. Ist das der Grund, warum mein Mann, ein Linkshänder, den Kofferraum wie eine Pralinenschachtel füllen kann?

Jedes Kinderwagenrad, welches auch nur einige Zentimeter absteht und somit das ideale Ausnutzen des Platzes erschwert, wird abgeschraubt. Keine Demontage ist zu umständlich, kein Umpacken zu zeitaufwendig. Er habe halt ein gutes Vorstellungsvermögen, meint er. Ist das auch der Grund, warum er so gut wie alles kann? Kann er sich etwa vorstellen, wie der kaputte Anschluss meines Laptop-Ladegeräts innen aussieht, dass er ihn reparieren kann? Kann er sich etwa vorstellen, wie die Mechanik der Dampfdrüse unserer Delonghi Kaffeemaschine funktioniert, die nach 1643 Kaffees kurzzeitig nicht mehr richtig wollte bis er sie repartiert hat? Den neuen Backofen in der Küche meiner Eltern installieren?

Kein Problem. Einen perfekten dreidimensionalen Gipsabdruck des Händchens und Füsschens unserer zweimonatigen, zappeligen, kleinen Tochter machen? Logisch. So was macht er mit links! Auch nach 11 Jahren unserer Beziehung bringt mich mein Mann regelmässig zum Staunen.

Die perfekte Ergänzung

Da alles in unserem Auto Platz finden wird, kann ich also alles Mögliche mitnehmen, um uns unsere Zeit am Gardasee zu verschönern und zu erleichtern. Alles schön in den Kofferraum zu stauen ist eine Sache, nichts Wichtiges daheim zu vergessen, eine andere. Auch wenn ich ganz offensichtlich nicht mit räumlichem Vorstellungsvermögen gesegnet bin, so wird uns hier mein Planungs- und Organisationstalent und meine weiblich inspirierte Gabe, alle theoretisch möglichen Szenarios vorherzusehen und darauf vorbereitet zu sein, nützlich sein.

So kitschig das auch klingen mag: wir ergänzen uns halt so schön, mein Mann und ich. Wenn das kein gutes Omen für unseren ersten Familienurlaub zu viert ist!

Herzlichst, YoungMum (zsz.ch)

Erstellt: 16.05.2017, 14:02 Uhr

Über YoungMum

Silvia Makowski ist Mutter einer kleinen Tochter, Bankangestellte und nebenbei freischaffende Texterin. Sie ist Verfasserin des Blogs «YoungMum.ch», in dem sie regelmässig über das Muttersein und den Familienalltag berichtet. Sie hat eine grosse Leidenschaft für Wörter, Sätze und Geschichten und lebt mit ihrer Familie im Raum Zürich.

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