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Mini maximus

Der Mini Countryman wurde neu aufgelegt. Die zweite Generation des Mini-SUV ist grösser, aber immer noch sehr handlich. Test der sportlichen Version Cooper S mit Allrad­antrieb All4.

Es wurde viel geschrieben. Maxi statt Mini. Den Ursprung verraten. Kein echter Mini mehr. Und das alles stimmt ja auch irgendwie – der Countryman ist tatsächlich nicht mini. Doch zu Mini passt er wunderbar. Seit die Marke zu BMW gehört, seit 2001 die moderne Neuauflage des Mini lanciert wurde, muss die Marke anders betrachtet werden. Und in diese Marke passt der Countryman wunderbar: Er reiht sich nahtlos ins Programm, das inzwischen fünf Modellvarianten präsentiert; zwischenzeitlich waren es mit den glücklosen und aus dem Verkauf genommenen Coupé und Roadster noch zwei mehr. Nun wurde der SUV neu aufgelegt, und wir sind ihn in der Version Cooper S All4 gefahren.

Ja, der Countryman ist nicht mini, maxi ist er aber auch nicht. Dennoch: Es ist der grösste Mini in der 57-jährigen Markengeschichte, und er ist satte 20 Zentimeter länger und 3 Zentimeter breiter als die Vorgängergeneration. Doch mit 4,3 Metern Länge, 1,8 Metern Breite und 1,56 Metern Höhe passt der Countryman noch immer in jede Parklücke und findet sich auch in engen Gassen gut zurecht. Man sitzt etwas höher, hat einen etwas besseren Überblick und natürlich etwas mehr Platz für die Ellbogen, die Knie und fürs Gepäck: 450 bis 1390 Liter fasst der Kofferraum. Immerhin.

Wir fühlen uns sofort wohl an Bord. Die Sitze, das Cockpit mit dem riesigen Rundinstrument in der Mitte, das inzwischen längst ein modernes Infotainmentsystem beherbergt, die Kippschalter – das alles gehört zur typischen Mini-DNA und passt auch gut in diesen SUV. Man sitzt gut in diesen kompakten Abmessungen, dank des um 7,5 Zentimeter gewachsenen Radstands auch im Fond, wo sich die Sitze nicht nur im Verhältnis 40:20:40 umklappen, sondern auch längs bis zu 13 Zentimeter verschieben lassen. Nur die rutschigen Sitze können stören, wenn der Fahrer etwas forscher um die Bögen zieht. Und das kann man im Cooper S All4 Countryman durchaus.

Denn schon beim Losfahren zeigt sich eine weitere Familienzugehörigkeit: Auch der Coun­tryman hat dieses eigene, sehr direkte Mini-Fahrgefühl. Hier vom typischen Gokart-Feeling zu sprechen, wäre vermessen, das hatte bereits der erste Mini der Neuzeit 2001 abgelegt. Doch der Countryman fährt sich schärfer und präziser als seine Konkurrenten, lenkt willig ein und bleibt dank Allradantrieb auch im sportlichen Betrieb immer schön anständig. Dank adaptiver Dämpfer und verschiedener Fahrmodi, die ein solches Fahrzeug unserer Meinung nicht zwingend braucht, kann der Fahrer etwas Einfluss auf das Fahrverhalten nehmen.

Der bekannte 2-Liter-Turbobenziner leistet in der Cooper-S-Variante 192 PS und wuchtet 280 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Das ist absolut ausreichend, um die 1605 Kilogramm Leergewicht flott zu bewegen. Den Werksverbrauch nach NEFS von 6,6 Litern auf 100 Kilometer übertrafen wir freilich, doch die von uns ermittelten 7,3 Liter sind noch immer ein akzeptabler Wert. Wir fuhren die Version mit 8-Gang-Automatik (2600 Franken Aufpreis), doch dieses Auto darf man durchaus auch von Hand schalten.

Die Ausstattung schliesslich ist, wie man es in dieser Preisklasse und von diesem Hersteller erwarten darf. Ein Head-up-Display, ein modernes Infotainmentsystem, hilfreiche Assistenzsysteme und zahlreiche Spielereien wie das nette Ambientlicht sind an Bord, sofern man das Häkchen in der Preisliste setzt und den entsprechenden Aufpreis dafür bezahlt. Diese Preispolitik ist denn auch unsere einzige echte Kritik – doch BMW- respektive Mini-Kunden sind sich das längst gewohnt und spielen mit.

Mit Nostalgie oder Retro hat der Mini Countryman nichts am Hut. Er ist schlicht ein etwas spezieller Lifestyle-SUV, mit einem etwas direkteren Fahrgefühl und dem typischen Mini-Cockpit. Die Preisgestaltung ist wie erwähnt happig: Die von uns gefahrene Version Mini Cooper S All4 Countryman kostet ab netten 37‘700 Franken, im Testwagen waren allerdings noch Optionen für 23‘270 Franken verbaut, womit ein Endpreis von satten 60‘970 Franken resultiert. Das ist maxi, nicht mini.

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