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Hinaus in die weite Welt

Sommerzeit, Campingzeit. Wer kein riesiges Wohnmobil will, ist mit einem Camper-Bus gut bedient – sie taugen gleichzeitig als Alltagsauto. Wir machten den Selbstversuch im VW T6 California.

Für die eine oder andere Nacht in der Wildnis?ist der VW T6 California dank zweiter Batterie und Gas- sowie Wassertank vollkommen autark.
Für die eine oder andere Nacht in der Wildnis?ist der VW T6 California dank zweiter Batterie und Gas- sowie Wassertank vollkommen autark.
pd

Als «VW-Büssli-Camper» habe ich eine gewisse Routine – in einem alten T3 Westfalia habe ich so manche Region Europas angesteuert, auf den schlechten Sitzen Tausende Kilometer abgeritten und diverse Nächte auf den unbequemen «Betten» im Fond verbracht. Insofern war ich sehr gespannt auf den Test des VW T6 California Beach, ist er doch der 34 Jahre jüngere Nachfahre meines einstigen Wegbegleiters.

Für eine grosse Reise fehlte leider der nötige Urlaub, doch für ein längeres Wochenende im nahen Tirol reichte die Zeit. 320 Kilometer pro Weg, das ist kein Härtetest für einen Vielfahrer, doch zeigt sich auf einer solchen Fahrt gleichwohl, wie komfortabel ein Auto ist. Im Falle des T6 California ist das schnell erzählt: Die Sitze sind prima, die Ergonomie stimmt, die Übersicht ist tipptopp und an Komfortfeatures mangelt es nicht. Das Reisen an sich ist also äusserst angenehm, lediglich die Kupplung mit hartem Druckpunkt kann im unvermeidbaren Urlaubsstau unangenehm werden – Abhilfe schafft das optionale Doppelkupplungsgetriebe.

Am Campingplatz angekommen, erfolgt die Installation des temporären Zuhauses. Und das geht ebenfalls sehr komfortabel vonstatten: Das Aufstelldach öffnet in der von uns getesteten Variante auf Knopfdruck automatisch und spannt sich faltenfrei über den gesamten Innenraum. Das obere Bett lässt sich mit einem Handgriff ebenfalls hochklappen, dann kann man im Innern locker stehen, ohne den Kopf einziehen zu müssen. Ist man wie wir nur zu zweit unterwegs, kann man auch im «Erdgeschoss» schlafen; auch dieser Schlafplatz ist in wenigen Handgriffen hergerichtet und ausreichend bequem.

Die Markise ist schnell herausgekurbelt und mittels Teleskopstangen im Boden verankert – das ist der gleiche Standard wie vor 34 Jahren. Deutlicher Fortschritt dafür in der gesamten Innenausstattung: Die Standklimatisierung lässt sich über ein digitales Panel regeln, an den Fenstern sind clevere Abdunklungsstoren integriert und in der Heckklappe sind sogar zwei Campingstühle verstaut, die einfach herausgezogen werden können.

Natürlich ist eine kleine Küche mit Gasherd, Frischwassertank und Kühlfach vorhanden, die auf kleinstem Raum alles bietet, was man im Campingurlaub braucht. Wir haben uns nur mit der Funktionsweise vertraut gemacht und zogen dann ein Restaurant vor, doch kochen kann man problemlos im California. Diverse Verstaumöglichkeiten inklusive kleinen Garderobenschranks schaffen Platz für die notwendigen Utensilien.

Nach unserem Kurztrip ziehen wir ein durchweg positives Fazit: Wer einen modernen, komfortablen Camper-Van sucht, der auch als Alltagsauto eingesetzt werden kann, der liegt mit dem VW T6 California bestimmt nicht falsch. Dass dieser hohe Ausbaustandard auch seinen Preis hat, ist klar: Unser Testwagen war mit 80'545 Franken angeschrieben. Unbezahlbar ist hingegen das Gefühl, jederzeit losfahren zu können – hinaus in die Wildnis, hinaus in die weite Welt.

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