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Happy Car im Offroad-Look

Den Hochdachkombi VW Caddy gibt es nun auch als offroadeske Variante Alltrack. Mit grösserer Bodenfreiheit, Allradantrieb – und jeder Menge Charme.

Unser Fahrbericht vom VW ­Caddy im vergangenen Jahr löste eine Kontroverse unter den Fachjournalisten aus. Von einem Happy Car schrieben wir, von einem Spassvehikel, das man nur erst richtig verstehen müsse. Einige Kollegen waren regelrecht entrüstet. Für sie ist der VW Caddy der Inbegriff eines langweiligen Autos: praktisch zwar, aber von Spass so weit entfernt, wie ein Auto nur sein kann. Haben wir uns damals so getäuscht?

Schon auf den ersten Metern mit dem neuen VW Caddy Alltrack kommt die Bestätigung: Wir lagen völlig richtig! Ein­verstanden, das Design löst keine Begeisterungsstürme aus, auch wenn die neue Modellvariante ­etwas attraktiver aussieht als die Basisversion. Und ja, das Konzept eines Hochdachkombis ist nicht die beste Grundvoraussetzung für Fahrspass. Eigentlich.

Doch genau das kommt eben auf die Definition an: Wer Fahrspass mit sportlichem Fahrverhalten gleichsetzt, wird den im Caddy Alltrack kaum finden. Wir hingegen erfreuen uns am schier unendlichen Laderaum, an der feudalen Raumgestaltung für die Passagiere, an den praktischen Schiebetüren, an der guten Ergonomie und, ja, auch am Fahrverhalten. Denn wer mit diesem Hochdachkombi mit Nutzfahrzeugcharakter um die Kurven tuckert, erlebt eine andere Art von Fahrspass: entschleunigt, deutlich langsamer, aber gefühlt eben dennoch flott und flink.

Die neue Version Alltrack, die den früheren Caddy Cross ablöst, bringt eine weitere Komponente hinzu: Wie die anderen Alltrack-Modelle von VW ist er etwas höher­gelegt, verfügt über (mehr oder weniger nutzlosen) Offroad-Schmuck und ist dank Allrad­antrieb und grösserer Boden­freiheit auch für den einen oder ­anderen Abstecher in leichtes Gelände geeignet. Das ist in der Schweiz zwar leider schwierig, fast überall herrscht striktes Fahrverbot, wo die Offroad-Freuden beginnen könnten. Doch bei Schnee und Eis oder auf dem Weg zum Ferienhaus auf der Alp kann der Alltrack seine zusätzlichen Stärken ausspielen.

Wir fuhren die Topversion, einen 2-Liter-Diesel mit 150 PS, gekoppelt an ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe mit Allradantrieb 4Motion, die ab 40‘310 Franken angeboten wird. Dass der Allradantrieb im Alltrack nur optional angeboten wird, verdeutlicht, dass bei dieser Art von Auto der Offroad-Style wichtiger ist als die Offroad-Kompetenz.

Der Diesel ist bestimmt die richtige Wahl für dieses Fahrzeug, er läuft kraftvoll, geschmeidig und verbrauchsarm – wir notierten etwas mehr als 6 Liter auf 100 Kilometer. Das Doppelkupplungsgetriebe verrichtet seinen Dienst in bekannt harmonischer Manier, allerdings stünde dem Caddy auch eine knackige Handschaltung sehr gut. Auf der Autobahn macht sich bei Seitenwind die hohe Bauform bemerkbar, das Abrollen ist generell etwas rustikaler als bei einem Golf, doch insgesamt ist der Hochdachkombi auch auf längeren Strecken ein kommoder Begleiter.

Wir bleiben dabei: Der VW Caddy ist ein Spassmobil, erst recht in der neuen Variante Alltrack. Man muss nur die richtige Einstellung mitbringen und den wahren Charakter dieses Hochdach-Nutzfahrzeugs erkennen. Dann bietet dieses vermeintlich langweilige Auto viel. Auch viel Fahrspass.

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