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Hallo Echo!

Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert, doch nun ist der erste echte SUV aus der Skoda-Backstube da. Fazit: Er ist schön aufgegangen und steckt voller Überraschungen.

Von aussen wirkt er einigermassen kompakt und unscheinbar, der Skoda Kodiaq, aber das täuscht. Einmal eingestiegen, poppt die Erinnerung an eine Szene aus Paul Thomas Andersons «Boogie Nights» auf. «Das ist ein Riesenteil», sagt Julianne Moore aka Amber da in einer Schlüsselszene zu Mark Wahlberg aka Dirk Digler. Wie es dann in der Satire über die Sexfilmindustrie der ­70er- und 80er-Jahre weitergeht, sei hier ausgespart, wir belassen es bei der Filmempfehlung.

Der Satz jedenfalls hallt im Kodiaq über die zwei Testwochen nach, und zwar wortwörtlich. Wenn man die Soundanlage nämlich schlummern lässt und den Kodiaq wie ein grosses leeres Wohnzimmer gemütlich durch die Gegend steuert, dann hallt es leicht, wenn man etwas sagt. Mag sein, dass das grosse Panoramaglasdach seinen Teil dazu beiträgt. Der Resonanzkörper aber, das ist im Kodiaq auch eine akustische Gewissheit, ist riesig.

Dieser Eindruck deckt sich auch mit den Zahlen. Die tschechische VW-Tochter musste sich eine kleine Ewigkeit gedulden, bis sie einen echten eigenen SUV bekam – den Yeti zählen wir nicht, das ist ein verkleideter Hochdachkombi. Wie lange es gedauert hat, lässt sich am besten am VW Tiguan ablesen. Der erlebte in der Zwischenzeit eine zweite Generation. Und auch die spanische VW-Tochter Seat war mit dem Ateca noch früher dran.

Alle drei SUV bauen auf dem modularen Querbaukasten von VW auf und teilen sich eine Vielzahl von Komponenten. Der Kodiaq sticht aus dem Trio als der mit Abstand geräumigste heraus. Mit 4,7 Metern ist er 22 Zentimeter länger als der Tiguan und 34 Zentimeter länger als der Ateca. Er ist überdies genau gleich dimensioniert wie der Tiguan Allspace, dessen Lancierung für den Herbst angekündigt ist. So gesehen ist Skoda spät dran und für einmal VW doch eine Nasenlänge voraus.

Mit 720 bis 2065 Litern hat der Kodiaq einen in seinem Segment konkurrenzlos grossen Kofferraum. Und er ist optional mit einer dritten Sitzreihe auch als Siebenplätzer erhältlich. Im Testwagen in der Fünfer-Konfiguration ist das Platzangebot auf allen Sitzen feudal. Die zweite Reihe lässt sich um 18 Zentimeter verschieben, ist sie ganz zurückgefahren, kann im Fussraum des Fonds problemlos ein Schäferhund mitreisen.

Die Abstimmung zielt ganz auf komfortables Cruisen. Der Kodiaq rollt entspannt ab, schaukelt auch einmal leicht nach, die Strassengeräusche sind gut weggedämmt. Und dann sind da diverse Überraschungen, wie man sie von Skoda unter dem Namen «Simply Clever» gewohnt ist. So lassen sich zum Beispiel an den Kopfstützen Seitenführungen ausklappen, so ähnlich, wie man das von Flugzeugsitzen kennt. Kombiniert mit dem umklappbaren Beifahrersitz wird der Skoda so zum Schlafwagon. Einen Tick verrückter ist der Kollisionsschutz in den Türen, eine rund 20 Zentimeter hohe Plastikschiene, die beim Aussteigen aufklappt, und zwar genau dort, wo man die Tür mit etwas Unachtsamkeit in ein anderes Auto oder eine Stützmauer hauen würde.

In den Themen Elektronik und Assistenzsysteme hat der Kodiaq nichts Neues zu bieten, bedient sich aber ungeniert am Angebot der Plattform. Alle gängigen Assistenten sind im Angebot, vom Totwinkelwarner über die City-Notbremsfunktion, einen adaptiven Tempomaten, einen Querverkehrswarner bis hin zum Anhängerassistenten. Fürs Parkieren empfiehlt sich das Rundumkamerasystem, das eine Aufsicht aufs Auto errechnet und das Rangieren sehr erleichtert.

Ernst genommen hat man bei Skoda endlich auch das Thema Konnektivität. Das Infotainmentsystem ist in vier Ausbaustufen bestellbar. Die im Testwagen verbaute Topversion integriert Daten von Google Maps und Goolge Street View, unterstützt alle gängigen Smartphonestandards, bietet über eigene Apps erweiterte Funktionen und auch ein WLAN-Hotspot sowie eine Notruffunktion gehören zum möglichen Lieferumfang.

Vierstufig ist auch das Angebot der Motoren, zwei Diesel- und zwei Ottomotoren aus dem VW- Regal in einer Leistungsstufe von 150 bis 190 PS. Der 2,0-Liter-TSI mit 180 PS im Testwagen kommt ordentlich aus den Puschen, hat einen schönen Durchzug und genügend Reserven, um auch noch einen Hänger zu ziehen. Die Zusammenarbeit mit dem 7-Gang-DSG ist souverän und unaufgeregt. Lob gibts auch für den Verbrauch: 6,7 Liter messen wir im Test und damit weniger als die 7,4 Liter, die das Werk angibt.

32‘220 Franken kostet der Kodiaq in der Einstiegsversion. Wer sich einige Annehmlichkeiten leistet, muss freilich tiefer in die Tasche greifen. Unser Testwagen in der höchsten Ausstattungslinie Style mit dem stärkeren Benziner ist ab 41‘870 Franken gelistet, mit allen Extras summiert sich der Preis auf 52‘640. Dafür gibt es aber deutlich mehr als bei der hausinternen Konkurrenz. Wer das nicht glaubt, der sollte auf den wunderbaren, mit perforiertem Leder bezogenen Sitzen Platz nehmen und einmal «Hallo Echo!» rufen.

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