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Ganz der Alte mit neuen Qualitäten

Der Opel Zafira wurde aufgefrischt. Neben einem sportlicheren Look werten ein umgestaltetes Cockpit und eine modernere Ausstattung Opels Grossraumlimousine auf.

Flexibilität hiess lange Opels Rezept. Und die Rüsselsheimer trieben es geradezu auf die Spitze: Es gibt Flex-Doors (gegenläufige Türen), Flex-Fix (ausklappbarer Veloträger), Flex-Space (Sitzkonzept), Flex-Floor (variabler Ladeboden), Flex-Rail (Ablagesystem), Flex-Fold (Sitzumklappung) und sogar Flex-Care, eine Mobilitätsgarantie.

Flexibel sind Opels Modelle noch immer, doch inzwischen setzt die Marke mit dem Blitz betont auf Onlinevernetzung, auf fortschrittliche Lichttechnik und auf moderne Assistenzsysteme. Und ja, Opel will jung und sexy sein und schafft das zuweilen auch, nur fällt das der (potenziellen) Kundschaft noch zu wenig auf. Neben attraktiven Neuheiten werden daher auch die bestehenden Modellreihen umfangreich aufgemöbelt, damit sie ins neue Markenimage passen.

Der Zafira verdeutlicht das ganz gut. Zwar hat die Grossraumlimousine mit bis zu sieben Sitzplätzen schon einige Jahre auf dem Buckel, doch nach der Modellauffrischung sieht sie sehr aktuell aus und ist modern ausgestattet. Zwar ist auch der Zafira noch mit «Flex» vollgepackt, dazu später mehr, doch der Fokus liegt nun ebenfalls auf Features wie den adaptiven LED-Scheinwerfern, auf neuen Infotainmentsystemen mit voller Handyvernetzung oder dem Onlinedienst OnStar.

Doch der Reihe nach. Von aussen wirkt der Zafira deutlich jünger, weil die kleineren Scheinwerfer mit neuer LED-Signatur, der schlankere Kühlergrill, die neu gestaltete Frontschürze sowie eine neue LED-Grafik in den Heckleuchten dem Familienwagen deutlich mehr Drive verleihen. Im Innenraum wurde die Mittelkonsole kräftig entrümpelt und von Knöpfen befreit – geblieben sind einige unverzichtbare Tasten, der Rest wird über den grossen Touchscreen bedient. Das wirkt elegant und lässt sich nach kurzer Eingewöhnung auch gut handhaben. Kleines Manko: Unseren iPod erkannte der Zafira zwar, doch um die gespeicherten Musiktitel zu indexieren, benötigte das Infotainmentsystem über 20 Minuten, und das nach jedem Neustart des Wagens.

Eine Ausfahrt im Zafira ist eine wahre Wonne. Die Platzverhältnisse sind fürstlich, die Sitze für Fahrer und Beifahrer herausragend gut, genauso wie die Übersicht aus dem Cockpit – das macht Laune. Auch in der zweiten, verschiebbaren Sitzreihe sitzt es sich bequem auf straffen Polstern, und sogar in der dritten, voll versenkbaren Reihe hält man es eine Weile aus.

Ein dickes Minus gibt es allerdings für die lieblose Detailverarbeitung. Während wir das komplizierte Staufachkonzept Flex-Rail in der Mittelkonsole noch gutwillig als «gewöhnungsbedürftig» einstufen und die darin eingeklemmten Finger generös der Schusseligkeit des Testfahrers zuschreiben, gibt es wegen der zahlreichen scharfen Kanten an mehreren Ablagefächern keine Ausreden. Wer unbedarft in den Getränkehalter greift, um eine hineingefallene Münze herauszuklauben, braucht hinterher ein Pflaster. Das ist alles andere als benutzerfreundlich, erst recht in einem Familienauto, wo jede kleine Ritze von neugierigen Kinderhänden erkundet wird.

Kaum etwas auszusetzen haben wir am Antriebsstrang der von uns gefahrenen Version. Der 2-Liter-Diesel mit 170 PS läuft kultiviert und kann dank des hohen Drehmoments von 400 Newtonmetern zwischen 1750 und 2500 Touren stets ausreichend Power abrufen. Wir verbrauchten gut 7 Liter im Schnitt – na ja. Die Sechsstufenautomatik verrichtet ihren Dienst dezent im Hintergrund, was ein Lob für diese Getriebeart ist.

Das Fahrverhalten ist, wie man es bei einem Siebenplätzer erwartet: etwas behäbig, im Grenzbereich gutmütig untersteuernd und dadurch sicher und einfach zu kontrollieren. Unebenheiten und Schläge werden vom Fahrwerk grosszügig absorbiert, was den Zafira gerade auf langen Reisen sehr komfortabel macht.

Der Siebenplätzer bleibt also der kommode, sehr variable Familienvan mit grossem Laderaum, wurde aber ausstattungsmässig ins Jahr 2016 geholt. Der Preis der von uns gefahrenen Topversion ab 39‘900 Franken ist angemessen.

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