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Eine wundersame Wandlung

Der neue Nissan Micra ist alles andere als mickrig. Wir baten den europäischen Japaner zum Kurztest.

Man kennt das aus der Schulzeit: Da kehrt die graue Maus der zweiten Sek nach den langen Sommerferien als Klassenschönheit in die dritte Sek zurück, und plötzlich interessieren sich alle für das Mauerblümchen von einst. In der Erwachsenenwelt erlebt man das auch, nur hatte dann oft ein Chirurg die Hände im Spiel. Wie auch immer, einen ähnlich wundersamen Wandel hat der Nissan Micra vollzogen: Zwischen der pummeligen vierten Generation und der attraktiven fünften liegen Welten.

Was ist passiert? Um die rückläufigen Absatzzahlen des Kleinwagens zu verbessern, wurde das einstige Weltauto zum rein europäischen Produkt. So wurde der Micra nun also voll auf chic, trendy und modern getrimmt, und das Ergebnis kann sich tatsächlich sehen lassen: Die leicht adipöse, uninspirierte Linienführung von früher wurde durch scharfe Kanten, freche Formen und ein konvex-konkaves Wechselspiel getauscht, und das durchaus gekonnt: Der neue Micra ist ein echter Hingucker.

Der Innenraum ist weniger verspielt, dafür klar gegliedert, mit einem übersichtlichen Cockpit und guten Platzverhältnissen auf den vorderen Sitzen. Der üppige Längenzuwachs um 17 Zentimeter kommt hier voll zum Zuge, nicht jedoch im Fond: Dort sitzt man etwas beengt und wegen der nach hinten steil ansteigenden Fensterlinie mit wenig Aussicht – ein Familienauto ist der Micra definitiv nicht. Das Kofferraumvolumen von 300 Litern geht hingegen in Ordnung. Dass diverse Aussen- und Innenfarben sowie Dekorelemente miteinander kombiniert werden können, versteht sich heute von selbst.

Überrascht hat uns die sehr umfangreiche Ausstattung: Neben der Bose-Soundanlage, dem zeitgemässen Infotainmentsystem mit grossem Bildschirm und verschiedenen anderen Annehmlichkeiten ist es vor allem die Anzahl an Assistenten, die Eindruck macht. So verfügt der kleine Nissan neben den inzwischen gängigen Systemen wie dem aktiven Spurhalteassistenten oder der 360-Grad-Kamera auch über ein System, das Fahrbahnunebenheiten ausgleicht (Intelligent Ride Control) und eins, das ein Untersteuern länger vermeiden soll (Intelligent Trace Control).

Das Fahren im Micra ist dann letztlich so, wie es in einem modernen Kleinwagen eben ist: Etwas weniger komfortabel als in einem Kompaktwagen, dafür fühlt es sich etwas direkter und ungefilterter an. Der 3-Zylinder-Turbobenziner mit 90 PS ist für dieses Wägelchen locker ausreichend, wir verbrauchten damit 5,4 Liter. Am Preis ab 21‘250 Franken schliesslich gibt es angesichts der Ausstattung nichts zu meckern.

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