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Die wichtige Nummer drei im Stall

Verbesserte Dynamik, cleverere Assistenten und mehr Luxus: Rund vier Jahre nach der Lancierung hat sich der Mazda3 gründlich frisch gemacht. So schlägt sich der Topbenziner mit 165 PS im Zweiwochentest.

Die Musik spielt gerade anderswo, im ungebremst wachsenden SUV-Segment. Und doch heisst das meistverkaufte Auto auch in der Schweiz noch immer VW Golf und nicht Tiguan, und wer das Kompaktsegment vernachlässigt, tut sich keinen Gefallen.

Diese Erkenntnis teilt auch Mazda und hat die dritte Generation des Mazda3 vier Jahre nach der Lancierung gründlich aufgefrischt. Im Schweizer Markt ist die japanische Schräghecklimousine aktuell das drittwichtigste Auto des Herstellers, hinter den SUV CX-5 und CX-3. Doch das ist nur die Inselperspektive. Über alle Märkte hinweg ist der japanische Dreier für den Konzern nach wie vor die Nummer eins.

Mit entsprechender Sorgfalt und Zurückhaltung wurde das Facelift angegangen. Von aussen ist schon ein Kennerblick nötig, um den aktuellen Modelljahrgang zu erkennen. Stärkere Konturen am Kühlergrill, schmalere Scheinwerfer – so lassen sich die Änderungen zusammenfassen. Prägender sind das bewährte fliessende Kodo-Design und die gestreckte Haube mit der hinten angeordneten Fahrgastzelle.

Nach wie vor sehr gefällig, so der Eindruck schon beim ersten Einsteigen, ist der Innenraum. Auch hier fliessen die Linien, das Cockpit wendet sich dem Fahrer zu und die weissen, in perforiertem Leder ausgeführten Sitze wirken, als wären sie aus der höheren Mittelklasse geborgt. Für mehr Luxus sorgt nun ein je nach Ausstattungsvariante serienmässiges beheiztes Lenkrad.

Der Rest der Neuerungen ist technischer Natur. Das Head-up-Display wirkt zwar nach wie vor etwas hausbacken – mit der kleinen, aus dem Armaturenträger ausfahrenden Scheibe –, es zeigt nun aber auch die Verkehrszeichen an. Möglich ist das, weil Mazda bei der Sensorik von einem laser- auf ein kamerabasiertes System umgestiegen ist. Ein weiterer Vorteil: Der Notbremsassistent erkennt jetzt auch Fussgänger und ist bis Tempo 80 aktiv. Der voll ausgestattete Testwagen verfügt auch über die weiteren Assistenten, einen Abstandstempomaten, einen Spurwechselassistenten sowie den Müdigkeitswarner.

Interessant ist die Verbesserung der Fahrdynamik, ganz ohne an der Hardware Hand anzulegen. «G Vectoring Control» nennt sich das System von Mazda, das durch eine gezielte Gaswegnahme in Kurven den Druck auf das äussere Rad erhöht und damit die Seitenführung und das Einlenkverhalten verbessert. Mazda verspricht gleichzeitig auch einen besseren Geradeauslauf, so seien weniger kleine korrigierende Lenkeingriffe nötig – Nuancen, die in der Praxis und ohne Vergleichsfahrzeug schwer zu verifizieren sind.

Motorseitig haben die Japaner nur die Diesel überarbeitet, die jetzt durch ein neues Dämpfungselement noch vibrationsärmer laufen. Die Benziner blieben unverändert. So auch der im Testwagen verbaute Vierzylinder mit Direkteinspritzung und 165 PS. Er bringt den Dreier nach einer kurzen Anfahrschwäche recht flott in Fahrt, auch dank des bescheidenen Leergewichts von wenig mehr als 1300 Kilogramm. Die Sechs-Gang-Handschaltung ist gut sortiert und eher weit übersetzt. Etwas Gewöhnung braucht der kurze Kupplungsweg, der dann aber einer sportlicheren Fahrweise entgegenkommt. Den Sprint auf Tempo 100 schafft der Dreier im Idealfall in 8,2 Sekunden, die ­Spitzengeschwindigkeit liegt bei für schweizerische Verhältnisse mehr als genügenden 210 km/h.

Etwas Fahrspass kauft man mit dem Topmodell also mit, wenn auch nicht zu optimalen Verbräuchen. Trotz Bremsenergie-Rückgewinnung und Stopp-Start-System erreicht der Testwagen nur die Effizienzkategorie F. Allerdings liegt der Realverbrauch – anders als bei vielen Mitbewerbern und ihren prüfstandsoptimierten Turbomotoren – im Alltag dann nur einen Liter über dem NEFZ-Verbrauch von 5,8.

Den aufgefrischten Mazda3 gibt es ab 19‘200 Franken, den 165-PS-Benziner in der Topausstattung Revolution ab 31‘650 Franken. Wer dann noch die rubinrote Metalliclackierung und einige Extras mehr dazu ordert, kratzt knapp an der 35‘000-Franken-Marke, hat aber keinen Mangel zu beklagen.

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