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Der Kronprinz lädt zum Eisballett

Der Cross-Country-Trim wird 20 Jahre alt! Zur Feier hat Volvo ins verschneite Schweden eingeladen. Eine willkommene Gelegenheit, um den brandneuen V90 Cross Country aufs Glatteis zu führen.

Da stehen sie, mitten auf der Strasse, ein Elch und dann auch noch eine Gruppe Rentiere, und ihr Blick sagt: «Sorry, aber was machst du denn hier?» Die zufällige Begegnung mit Wildtieren ist auf schwedischen Strassen nach wie vor die Unfallursache Nummer eins. Und das war auch einst der Grund, warum die Sicherheit früh zu einem prägenden Element der Marke Volvo wurde.

An der Fahrpräsentation im Wintersportgebiet um Östersund und Åre, tief im Heimatland des Herstellers, bleibt die Begegnung glücklicherweise eine rein virtuelle: Elch und Rentiere sind nicht lange im Blickfeld, nur bis zum nächsten Powerpoint-Slide. Die Journalistengruppe sitzt noch im Warmen, am Bilderbuchflug­hafen auf der Insel Frösön, und schreibt sich die Warnungen beim Briefing hinter die Ohren.

Die Bedingungen draussen sind auch nach Schweizer Massstäben extrem. Die Landstrassen liegen wie Skipisten in der Landschaft. Komprimierter Schnee auf Eis. Ohne festes Schuhwerk droht ein Eisballett wider Willen. Die Testwagen tragen drum Reifen mit Spikes – das ist Standard und vor allen Dingen erlaubt so hoch oben im Norden.

Zwei Modelle hat Volvo zum Test bereitgestellt, den König und den Kronprinzen von Schweden. Will meinen: den XC90 (als Plug-in-Hybrid T8 in der scharfen R-Design-Version) und den V90 als Cross Country. Klar, worauf wir uns konzentrieren: auf den Allradkombi im Offroadlook.

Als mit dem V70 Cross Country 1997 erstmals ein solches Modell debütierte, betraten die Schweden Neuland. Heute, 20 Jahre später, sind robuste Allradkombis breit akzeptiert und von vielen Mitbewerbern kopiert worden. Der V90 CC rollt bei uns im Februar auf den Markt. Vier Vierzylindermotoren stehen zur Wahl, alle mit Allrad und einer Achtgangautomatik kombiniert. Zwei Diesel mit 190 oder 235 PS und zwei Benziner mit 254 oder 320 PS. Es sind dieselben Aggregate wie im normalen V90.

Der CC ist weit oben angesiedelt. Die Ab-Preise reichen von 73'700 Franken für den kleinen Diesel bis 80 300 Franken für den grossen Benziner. Dafür sind dann allerdings viele Annehmlichkeiten inkludiert, Ledersitze, Klimaautomatik oder Sitzheizung zum Beispiel. Das Interieur ist mit dem des V90 identisch. Typisch sind der grosse Zent­ralbildschirm im Tabletformat und die schönen Holzzierleisten. Technisch fährt Volvo auf der Höhe der Zeit mit. Die weit ­reichende Assistenztechnik schliesst teilautonomes Fahren mit ein. Das Cockpit ist digitalisiert. Und der Notbremsassistent gibt auch Acht auf Wildtiere. Dass der V90 CC fünf Sterne im Euro-NCAP-Sicherheitstest eingeheimst hat: Ehrensache.

Auf der Strasse schlägt sich der V90 souverän. Spursicher und stabil schlängelt er sich bei Tempo 80 über die verschneite Piste, verliert dank Allrad und Spikes höchstens kurz die Balance und fängt sich wieder ein. Trotz leiser Offroadambitionen fährt sich der CC komfortabel, schaukelt auch einmal gutmütig nach. Die um 6 auf 21 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit gegenüber dem normalen V90 spielt bei dieser Übungsanlage freilich keine Rolle. Noch weniger tut dies der Zierrat des CC, die eigenen Stossfänger und Seitenschweller, die Dachreling. Das ist alles nur Show. Das elegante, aber etwas unterkühlte V90-Design, dieser nordisch-skulpturale Stil von Volvo, wirkt dadurch sympathisch hemdsärmelig.

Zum Schluss lädt Volvo zum Eisballett: Auf dem Andjön, einem zugefrorenen See in Privatbesitz, gehts übers Eis, um Pylonen und quer durch die Kurven. Ein sinnfreier Spass, der aber gut über die Einflussmacht von Allrad und Stabilitätskontrolle aufklärt. Denn wenn das ESC erst aus ist, fährt Denise Biellmann mit, und wir drehen wunderbare Pirouetten.

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