Zum Hauptinhalt springen

Das klappt ganz gut

Mazda bringt den neuen MX-5 wiederum mit versenkbarem Stahldach und nennen diese Variante neu RF. Auch eine Automatik ist nun erhältlich.

Schon komisch: Da kurven wir in einem Auto herum, das wir sehr mögen, und mögen es dennoch nicht. Die Strassen sind super, wir sind allein auf den kurvigen Strassen unterwegs, das Wetter in Spanien ist freundlich, der Beifahrer nett und der Mazda MX-5, in dem wir umherdüsen, eigentlich ein echter Wonneproppen. Was also läuft schief?

Tatsächlich sind wir in einer Konfiguration des legendären Roadsters unterwegs, die aus unserer Sicht so nicht sein müsste. Die neue Version RF (steht für Retractable Fastback), die statt des flotten Stoffmützchens ein aufwendiges Klappdach im Targa-Stil trägt, ist an sich nicht verkehrt – wer sich bei schlechtem Wetter von Stahlblech besser geschützt fühlt als von Stoff und dafür gerne einen Aufpreis in Kauf nimmt, der soll ruhig diese Variante kaufen. Die wirkt zwar nicht so ursprünglich, sieht mit den beiden Finnen hinter den Sitzen dafür umso schärfer aus.

Nein, was uns stört, ist die neue Automatik, die ausschliesslich im RF und nur im Topmodell Skyactiv-G 160 Revolution erhältlich ist – eine Konzession an den US-Markt, wo automatische Getriebe unverzichtbar sind. Der Sechsgangwandler macht den agilen Roadster träge, das fühlt man schon auf den ersten Metern und erst recht auf kurvigen Landstrassen. Das Datenblatt gibt uns recht: Der Handschalter beschleunigt in der Topmotorisierung in 7,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Automatik benötigt eine Sekunde länger. Das sind Welten.

Ausserdem fehlt der Automatikversion das Sperrdifferenzial (LSD) – auch das wirkt sich spürbar aus. Der etwas schwerere RF mit Automatik ist folglich geradezu ein Widerspruch zum wunderbaren Konzept des MX-5: einem leichten, puristischen Roadster mit Frontmotor, Heckantrieb und knackiger Handschaltung.

Doch genug geschnödet, der neue MX-5 RF ist nämlich auch mit dem grandiosen Handschaltgetriebe erhältlich, und damit ist alles wunderbar. Das Mehrgewicht gegenüber dem Stoffdach, je nach Variante etwa 40 Kilogramm, macht sich im Fahrbetrieb kaum bemerkbar. Der spritzige 2-Liter-Sauger mit 160 PS ist für dieses Auto sicher die richtige Wahl; der kleinere 1,6-Liter mit 130 PS entwickelt doch deutlich weniger Druck, ist aber auf Strecken mit engen Kehren noch immer eine Spassmaschine.

Das Klappdach öffnet auf Knopfdruck automatisch und verstaut sich selbst in rekordverdächtigen 13 Sekunden platzsparend hinter die beiden Sitze. Stehen bleiben die beiden Finnen, der RF ist also eigentlich ein Targa – das macht den kleinen Japaner zu einem echten Hingucker.

Das Kofferraumvolumen wird erstaunlicherweise vom ausgeklügelten Mechanismus kaum tangiert: Der Stoffdach-Roadster bietet 130 Liter, der RF drei Liter weniger. Oder anders ausgedrückt: In beiden Versionen ist Platz für zwei Handgepäckstücke, für mehr aber auch nicht.

Der RF ist nicht in der Einstiegsversion Challenge erhältlich, sondern nur in den beiden höheren Varianten Ambition und Revolution. Abgesehen von einem neuen Infodisplay im Cockpit und den dachspezifischen Merkmalen sind die beiden Modellversionen gleich ausgestattet. Der RF kostet 3000 Franken mehr als der Roadster und wird somit ab 30'500 Franken angeboten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch